Antibiotice SA glänzt mit Auftragsgewinn, Erste Bank Group verunsichert, Börse mit gemischten Gefühlen

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Foto: wikimedia commons

Die Börse schloss die vergangene Handelswoche mit gemischten Gefühlen, während der Hauptindex BET leicht zulegte (plus 0,4 Prozent), verzeichneten die übrigen wichtigen Indizes Kursverluste. Diese hielten sich zwar in Grenzen für den Energiewerte-Index BET-NG (minus 0,25 Prozent) und für den ROTX (minus 0,26 Prozent), doch der Finanzwerte-Index BET-FI brach im Vergleich um 2,6 Prozent ein. Grund dafür waren Kursrückgänge zwischen 2,4 Prozent für SIF Moldova (SIF2, 1,21 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) und 6,8 Prozent für SIF Banat Crișana (SIF1, 1,89 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) und SIF Muntenia (SIF4, 0,68 Lei, ISIN ROSIFDACNOR6). Dass der Fondul Proprietatea (FP, 1,325 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) auf Wochensicht 1,9 Prozent zulegte und sich somit auf nur 4 Prozent bis zu seinem 52-Wochen-Hoch näherte, konnte den Index auch nicht mehr retten.

Höhere Umsätze, aber weit hinter dem Vormonat

Der Umsatz kletterte um knapp 19 Prozent gegenüber der Vorwoche auf eine Höhe von 145,96 Millionen Lei (29,95 Millionen Euro). Das waren 29,2 Millionen Lei Umsatz mit Aktien pro Tag (2,99 Millionen Euro). Den Großteil (34,8 Prozent) sicherte sich erneut die Banca Transilvania (TLV, 2,08 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1), deren Aktien auf Wochensicht 7,14 Prozent an Wert verloren und somit zu den Verlierern der Woche gehörten. Viermal weniger Umsatz (7,9 Prozent vom Gesamt) generierte der Rohölkonzern OMV Petrom (SNP, 0,326 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9), gefolgt in der Umsatz-Rangliste vom Erdgas-Erzeuger Romgaz (SNG, 27,95 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) und dem genannten Fonds Proprietatea. Auch wenn die Umsätze leicht angestiegen sind, sie liegen im direkten Vergleich weit hinter jenen des Vormonats, die – so die Fachpresse – gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um das Dreifache höher liegen. Im September profitierte die Börse in Bukarest anscheinend vom Aufstieg in die Riege der FTSE Russell Emerging Markets (ADZ berichtete). Ob der Anfangsbonus bereits aufgebraucht wurde, werden die kommenden Wochen zeigen.

Antibiotice gewinnt EU-Ausschreibung

Die Marktkapitalisierung verlor auf Wochensicht 1,17 Prozent, der Wert aller gehandelten Aktien fiel auf 131,23 Milliarden Lei (26,93 Milliarden Euro) zurück, allerdings mit einem kräftigen Comeback am letzten Handelstag der Woche, als die Kapitalisierung 1,8 Prozent zum Vortag zulegte. Dennoch verzeichneten auf Wochensicht 46 Emittenten Kursverluste, nur 17 konnten Gewinne vermelden. Besonderes Augenmerk verdient hier der Pharmahersteller Antibiotice (ATB, 0,52 Lei, ISIN ROATBIACNOR9), der eine EU-weite Ausschreibung für die Lieferung eines Antibiotikums gewinnen konnte. Binnen 12 Monaten wird der in Jassy/Iași beheimatete Hersteller 2,7 Millionen Einheiten AmoxiPlus liefern, ein in der Therapie gegen das neue Coronavirus eingesetztes Antibiotikum. Auftragswert: 3,21 Millionen Euro. Das Unternehmen dürfte dadurch vor allem internationale Anerkennung erfahren.

EBS lockt mit Dividenden – wenn nur Regulatoren mitspielen

Am anderen Ende der Skala lag wieder einmal die in Wien ansässige und auch in Bukarest notierte Erste Group Bank (EBS, 85,04 Lei, ISIN AT0000652011). EBS-Papiere verloren 4,3 Prozent auf Wochensicht und notieren derzeit 15 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 74 Lei. Unsicherheit diktiert hier das Geschehen. Der Aufsichtsrat hat, einer Vorstandsempfehlung folgend, beschlossen, der Hauptversammlung, die am 10. November 2020 virtuell abgehalten werden soll, die bedingte Auszahlung einer Bar-Dividende von 0,75 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2019 vorzuschlagen. An sich eine gute Nachricht, doch dafür müssen die österreichischen Bankregulatoren auf ihre bestehende Empfehlung, von Ausschüttungen an Aktionäre Abstand zu nehmen, selber verzichten. Die Rendite würde etwa 4,3 Prozent entsprechen, die Auszahlung entspricht etwa 22 Prozent des Nettogewinns für das Geschäftsjahr 2019 und würde im Februar 2021 erfolgen.

Devisen

Der rumänische Leu beugte sich in der vergangenen Woche weiter dem Druck der Devisenhändler, die ein schwieriges Comeback für die Wirtschaft des Landes voraussehen. Immer noch hängt die jüngste Entscheidung des Parlaments, Renten um 40 Prozent und Lehrergehälter zu erhöhen, wie ein Damoklesschwert über den Finanzen des Landes, das vor allem das Haushaltsdefizit zu erhöhen droht. Daher musste der Leu auch in der vergangenen Woche nachgeben, auch wenn der Kursrückgang gegenüber dem Euro mit 0,035 Prozent fast einer Seitwärtsbewegung gleichkommt. Der US-Dollar legte im Vergleich kräftiger zu mit 0,77 Prozent zur Vorwoche. So startete der Euro bei einem Stand von 4,8737 Lei in die neue Handelswoche, während der US-Dollar bei 4,1622 Lei stand.


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