Budget des Gesundheitsministeriums trotz Pandemie zusammengestrichen

Etat der meisten Ressorts wird erhöht / 4,3 Prozent Wirtschaftswachstum veranschlagt

Symbolfoto: pixabay.com

Bukarest (ADZ) - Das Budget des Gesundheitsministeriums wird 2021 einen der größten Einschnitte aller Ministerien erfahren und um 11,2 Prozent auf 17,5 Milliarden Lei zusammengestrichen, wie aus dem am Donnerstagabend vom Finanzministerium veröffentlichten Haushaltsentwurf, der kommende Woche verabschiedet werden soll, hervorgeht. Die Budgetkürzung geschieht im Rahmen der weiter um sich greifenden Covid-19-Pandemie, die auch ältere, durch Unterfinanzierung des öffentlichen Gesundheitssystems verursachte Probleme an den Tag gelegt hat – neben den Krankenhausbränden in Piatra Neam] und im Matei-Balș-Krankenhaus in Bukarest geht aus Mitte dieser Woche vom Statistikamt INS veröffentlichten Daten auch hervor, dass die Übersterblichkeit seit Beginn der Pandemie die offiziellen Covid-Todeszahlen um etwa das Dreifache übertrifft. Erklärungen zur vorgesehenen Etat-Verringerung gab es von Regierungsseite zunächts nicht.

Eine höhere Haushaltskürzung ist für das Entwicklungsministerium vorgesehen (minus 14,11 Prozent auf 7,9 Milliarden Lei). Mit kleineren Einschnitten zwischen 0,8 und 2,5 Prozent müssen auch Außen-, Justiz-, und Finanzministerium auskommen. Deutlich höhere Budgets als im vergangenen Jahr sind 2021 u. a. für die Ressorts Wirtschaft (+186,8% auf 6,6 Mrd. Lei), Arbeit (+10,1%, 53,8 Mrd. Lei), Landwirtschaft (+10,4%, 26 Mrd. Lei), Verkehr (+9,4%, 14,1 Mrd. Lei), Forschung und Digitalisierung (+24,4%, 1,9 Mrd. Lei), Energie (+85,3, 1,1 Mrd. Lei), Umwelt (+24,5%, 1,4 Mrd. Lei) sowie Investitionen und EU-Projekte (+11,7%, 2,0 Mrd. Lei), weiter Steigerungen bei Bildung (+2,8%, 31,1 Mrd. Lei), Verteidigung (+3,3%, 22,7 Mrd. Lei) und Innenministerium (+3,9%, 21,5 Mrd. Lei) vorgesehen.  Die Regierung erwartet ein Wirtschaftswachstum von 4,3 Prozent und ein Defizit von 7,16 BIP-Prozent.

 

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Bemerkungen :

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    Rolf Joachim Blees 15.02.2021 Beim 12:13
    Das man im Gesundheitsministerium trotz Pandemie und maroder Krankenhäuser spart, aber den Verteidigungshaushalt, der keine Verteidigung- sondern einen Angriffshaushalt darstellt (Militärausgaben) erhöht, sagt alles über diese heuchlerische von den USA vorgegebene Politik..
  • user
    Peter Nadig 14.02.2021 Beim 07:58
    Ist es denn der richtige Weg, das Gesundheitsbudget und 12 % zu kürzen auf 17,5 Mia. Lei angesichts der Pandemie und der Situation insgesamt im Gesundheitswesen? Ist es richtig, das Budget für die Landwirtschaft um 10% zu erhöhen absolut mehr als für die Gesundheit auszugeben? Wer profitiert davon? Die Kühe sicher nicht, sondern die Agrarkonzerne! Ist es richtig ausser Entwicklung alle anderen Budgets zu erhöhen? Rumänien gibt weniger als 5% des GPD für Gesundheit aus (EU-Durchschnitt 9%), hat die geringste Ärztedichte in ganz Europa und zusammen mit Bulgarien die niedrigste Lebenserwartung in der EU. Was denken sich dabei ein Premierminister und Präsident?
    • user
      Peter Nadig 14.02.2021 Beim 08:06
      Nachtrag: Pro Kopf der Bevölkerung sind das weniger als 1.000 Lei - also ca. 500 EUR. In der sicher überteuerten Schweiz 12.000 CHF pro Kopf! Die Lebenserwartung liegt bei ca. 86 Jahren. Die Zahlen in den EU-Ländern kann man recherchieren.
    • user
      Rolf Joachim Blees 15.02.2021 Beim 12:18
      Herr Nadig,
      vollkommen richtig erkannt.
      Hier wird nicht entschieden, was für die Bürger und das Land wichtig ist.
      Das ist eine heuchlerische Politik und Johannis ist mitverantwortlich.
    • user
      Manfred 15.02.2021 Beim 18:01
      Sie haben Recht,Herr Nadig!Diese Entscheidung ist nicht nachvollziehbar-dafür muß man alle Regierungsparteien(und ihre Unterstützer) verantwortlich machen.Weiß jemand,wie die Meinung von Herrn Gant ist?