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Bürgermeister pöbelt gegen Journalisten

15 Redakteure unterzeichneten Protestschreiben

Temeswar – Der Temeswarer Bürgermeister scheint wenig für den Journalistenberuf übrig zu haben. Auf der jüngsten Pressekonferenz der Nationalliberalen (PNL) in Temeswar, die letzten Freitag stattfand, rastete er aus, nachdem er bei einer Präsentation eines Projekts unterbrochen wurde.

Er beleidigte die Journalisten, indem er sie mit Prostituierten verglich und „soziale Parasiten“ nannte, ohne jedoch konkrete Namen zu nennen. Sichtbar verstört verweigerte er eine Antwort auf die Fragen einiger Medienvertreter und empfahl den Unzufriedenen, den Saal zu verlassen. Dabei bezeichnete er sich selbst als „der größte Medienmacher in Temeswar“, immerhin erfreue sich seine Facebook-Seite über 35.700 Gefällt-mir-Angaben, wofür er keinen Leu bezahlt habe, sagte er. Die Journalisten der Online-Publikationen tion.ro, pressalert.ro, opiniatimisoarei.ro und debanat.ro verließen anschließend den Saal.

Das Ereignis blieb nicht folgenlos. Am Sonntag, dem 4. März, unterschrieben 15 Redaktionsleiter und Journalisten aus Temeswar einen offenen Brief, der in erster Linie an den Ethikausschuss der PNL und nicht zuletzt an den Ausschuss für Kultur und Medien im Parlament Rumäniens, an den Nationalrat für die Bekämpfung der Diskriminierung sowie an alle NGOs, die sich für Ausdrucks- und Pressefreiheit einsetzen, geschickt wurde. „All diese Angriffe auf die Journalisten stellen einen Verstoß gegen die europäischen Kommunikationsnormen und eine Einschüchterungsform sowie eine Verletzung der Meinungsfreiheit dar.

Wir werden diese aggressive Haltung nicht mehr akzeptieren und die abwertenden Ausdrücke des Bürgermeisters Nicolae Robu, der auch Vorsitzender der Temescher PNL ist, nicht mehr dulden“, heißt es in dem offenen Brief. Die Nachricht fand internationalen Anklang und wurde von Daily Mail, Fox News und Seattle Times übernommen, nachdem die Nachrichtenagentur Associated Press über den Vorfall berichtete.

cffviseu

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