Bukarests Aktienmarkt weiterhin rückläufig, vor allem Finanzwerte sind leidtragend

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Keine Entspannung am rumänischen Aktienmarkt in der letzten vollen Juni-Woche. Der Markt schloss die Woche mit einem Minus von 1,19 Prozent, der Hauptindex entfernt sich somit weiter von der 9000-Punkte-Marke. Der BET lag am Freitagabend bei 8603,86 Punkten. Der Gesamtindex BETPlus, der sich meistens dicht beim BET entwickelt, verlor auf Wochensicht 1,16 Prozent. Damit lag er dem Wochendurchschnitt am nächsten. Deutlich darüber lag der ROTX, dessen Wochenverlust von 239,81 Punkten einem Minus von 1,33 Prozent entsprach. Der Index verlor die Unterstützung der 18.000-Punkte-Marke. Am zweitbesten schloss der Energiewerte-Index BET-NG ab mit einem Wochenverlust von „nur“ 1,12 Prozent: Vier von zehn Emittenten in diesem Index legten auf Wochensicht zu, vier erlitten Kursverluste; zwei schlossen unverändert. Der Finanzwerte-Index BET-FI lag am deutlichsten unter dem Durchschnitt der Indizes mit einem Verlust von 0,97 Prozent. Von fünf SIF-Investmentgesellschaften schloss lediglich SIF Moldova (SIF2, 1,305 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) die Handelswoche mit einem Kursgewinn ab und auch der fiel eher bescheiden aus: plus 0,38 Prozent. Zwei weitere SIF-Gesellschaften mussten mit Verlusten von mehr als 4 Prozent kämpfen.
Noch enttäuschender als die Indizes waren die Umsätze. Lagen diese schon in der Vorwoche gefährlich niedrig, so wurde der Stand in der vergangenen Woche noch einmal unterboten. Noch einmal knapp 11 Prozent weniger Umsatz mit Aktien bedeutete ein Tagesdurchschnitt von 19,65 Millionen Lei (4 Millionen Euro) bei einem Gesamtumsatz von 98,27 Millionen Lei (20,3 Millionen Euro). Die Banca Transilvania (TLV, 2,1 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) lag erneut auf Platz eins der Umsatz-Rangliste mit einem Anteil von 17,5 Prozent, während die Erste Bank Group (EBS, 100,5 Lei, ISIN AT0000652011) für 10,9 Prozent verantwortlich zeichnete. Der AKW-Betreiber Nuclearelectrica (SNN, 15,7 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) lag mit 8,5 Prozent auf Platz drei.

Von den genannten Emittenten konnte nur Letzterer auf Wochensicht zulegen. EBS-Papiere verloren 6,7 Prozent und gehören so nebst Transgaz (TGN, 292 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) und Alro (ALR, 1,9 Lei, ISIN ROALROACNOR0) zu den größten Verlierern der Woche. Davon gibt es übrigens 31, den 26 Emittenten gegenüber, die sich über Kurszuwächse gefreut haben. Allen voran eben Nuclearelectrica, dessen Aktien 4,8 Prozent zulegten. Der Hausbauer Impact Developer & Contractor (IMP, 1,47 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) und der Gesundheitsdienstleister Medlife (M, 34,1 Lei, ISIN ROIMPCACNOR0) legten auf Wochensicht jeweils mehr als 3 Prozent zu und gehören ebenfalls zu den Gewinnern der Woche.

Bewegung am Energiemarkt

Der rumänische Energiemarkt geriet in der vergangenen Woche in Bewegung. Der Haupteigentümer des noch nicht notierten größten Stromerzeugers des Landes, dem Betreiber der rumänischen Wasserkraftwerke Hidroelectrica, soll demnächst dem Plan zustimmen, die Produktionskapazitäten des tschechischen Erzeugers CEZ in Rumänien zu übernehmen. Das würde das Unternehmen für den geplanten Börsenstart aufwerten. Allerdings ist Großaktionär Fondul Proprietatea (FP, 1,255 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) über diesen Schritt nicht so glücklich, da dies auch den Börsengang kompliziert und möglicherweise seine Beteiligung an Hidroelectrica ausdünnt. Gleichzeitig bekommt der rumänische Stromerzeuger Konkurrenz bei der umweltfreundlichen Erzeugung von elektrischem Strom: Electrica (EL, 10,45 Lei, ISIN ROELECACNOR5) speist demnächst Solarstrom in die nationalen Netze, nachdem das Unternehmen einen Fotovoltaikpark in südrumänischen Landkreis Giurgiu aufgekauft hat. EL-Aktien legten auf Wochensicht 0,97 Prozent zu, FP sogar 1,2 Prozent.

Devisen

Der rumänische Devisenmarkt hatte in der vergangenen Woche kaum etwas zu vermelden. Der Euro schloss unverändert zur Vorwoche bei 4,8421 Lei und auch die Entwicklung während der Woche war kaum wahrnehmbar. Die höchste Variation zu einem Vortag lag bei 0,03 Prozent. Immerhin deutete der Trend zuletzt auf einen Rückgang, der Euro erreichte in der vergangenen Woche einen Höchststand von 4,8432 Lei. Beim US-Dollar war etwas mehr Leben drin, auch wenn die US-amerikanische Leitwährung auf Wochensicht mit einer Kursänderung von (minus) 0,09 Prozent eine seltene Ruhe aufwies. Am Dienstag vergangener Woche lag die Variation auf den Vortag bei 0,57 Prozent. Gestern startete der US-Dollar bei 4,3141 Lei in die neue Woche.


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