Dacia und Ford stellen Betrieb in Fabriken bei Mioveni und Craiova ein

Tausende Angestellte in betriebsbedingtem Zwangsurlaub / Regierung will Hilfsmaßnahmen ankündigen

Dacia-Fabrik bei Mioveni Archivfoto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Die Autohersteller in Rumänien werden von der Coronavirus-Krise auch getroffen. Am Mittwochvormittag hat der Autokonzern Dacia angekündigt, dass die Fabrik in Mioveni ab Donnerstag bis zum 5. April geschlossen wird. Am Dienstag hatte schon der Autokonzern Ford angekündigt, dass die Fabrik in Craiova für denselben Zeitraum den Betrieb einstellen wird. Die gemeinsam fast 20.000 Angestellten der beiden Unternehmen werden in betriebsbedingten Zwangsurlaub geschickt.

Sowohl Ford als auch Dacia haben erklärt, dass direkte Auswirkungen des neuartigen Coronavirus auf die Belegschaft kaum vorhanden sei, es sei niemand erkrankt, die gesellschaftlichen Effekte jedoch viel weiter reichen. Ford verwies bei der Ankündigung auch auf Probleme mit den Lieferketten, ein Vertreter der Dacia-Angestellten sagte für die Nachrichtenagentur Mediafax, dass zurzeit die Fabrik von den Zulieferern weiter mit Komponenten versorgt werde.

Von den 14.000 Dacia-Angestellten werden etwa 13.500 zwangsbeurlaubt und erhalten in dieser Zeit laut Tarifvertrag 85 Prozent des Lohns. Bei Ford erhalten die beurlaubten Angestellten 78 Prozent des Lohns. Insgesamt hat der US-Autokonzern in der Niederlassung in Craiova über 6300 Angestellte.

Neben den direkten Auswirkungen auf die eigenen Angestellten, Exporte und die Wirtschaftstätigkeit in Rumänien – Dacia und Ford gehören zu den größten Unternehmen im Land und exportieren einen Großteil der Produktion – hängen über Zuliefererfirmen noch eine ganze Reihe weiterer Unternehmen und Arbeitsplätze von den großen Autofabriken ab. Finanzminister Florin Cîțu erklärte am Dienstagabend bei einem Fernsehsender bezogen auf die Ankündigung von Ford, dass in den ersten zwei Wochen das Unternehmen den betriebsbedingten Zwangsurlaub stemmen werde, für mögliche weitere Ausfälle arbeite die Regierung an Hilfsmaßnahmen. Bei der Regierungssitzung am heutigen Mittwoch beabsichtigt die Regierung ein Maßnahmenpaket für die gesamte Wirtschaft zu verabschieden.

Neben der Autoindustrie sind auch der Transport-, Flugsektor und das Gastgewerbe stark von der Viruskrise betroffen. Für Lkw-Fahrer gab am Dienstagabend schon Innenminister Marcel Vela bekannt, dass Sondermaßnahmen getroffen wurden, damit der Transport weiter abgewickelt werden kann. Die Nachrichtenseite profit.ro hat am Mittwochvormittag unter Bezug auf einen Interessenverband der Hotelindustrie bekannt gegeben, dass landesweit bereits rund 90 Hotels aus Kundenmangel geschlossen wurden.

 

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