Diversitätsförderung durch das erste Lernspiel Deutschlands

„Sibel’s Journey“ als neuartige Unterhaltungsmethode und bedeutsame Solidarisierungsaktion

Das lehrreiche Projekt „Sibel’s Journey“ tritt mit einem brandneuen Konzept ins Rampenlicht der interaktiven Medien. Die Verschiedenheit der geschlechtlichen  Konstellationen in der Gesellschaft kann nun den jüngeren Generationen zum Zwecke der Schaffung von Solidarität in einer anregenden Verpackung vorgestellt werden: als Lernspiel. Mit dem gemeinnützigen Projekt stellte sich das 2019 in Berlin gegründete Unternehmen „Food for Thought“ die Herausforderung, einen weitreichenden Beitrag für eine diskriminierungsfreie Welt zu leisten.

Die Gleichstellungspolitik im und außerhalb des deutschsprachigen Raums prägt auch den Schulunterricht und die Ansätze, mit denen Bildungsanstalten vorgehen, fortlaufend. Im Zuge der Bemühungen um gesellschaftliche Toleranz und zum Schutz der Menschenrechte findet eine gründliche Auseinandersetzung mit diesem Thema schon in den ersten Bildungsstufen statt. Geschlechtergerechte Sprache und die Erläuterung der geschlechtlichen Vielfaltsdimension zur Auflösung jeder Art von Diskriminierung sind längst Bestandteile von Pädagogik und Lehre. Durch unterschiedliche Ansätze wird dabei die Denkweise der Kinder mithilfe spielerischer Aktivitäten modelliert, so dass sie diese Welt positiv und offen wahrnehmen. „Sibel‘s Journey“ soll Kindern in diesem Sinne ein amüsantes und interaktives Erlebnis bereiten.

Unterhaltung für mehr Toleranz

Das Anliegen des Berliner Teams ist Aufklärung durch digitale Medien. Im Spielverlauf begegnet man unterschiedlichen Figuren mit menschlichen Typologien, wie sie schon in den Wissenschaften beschrieben wurden, auf unterhaltsame, mitreißende Weise. Sibel ist der Hauptcharakter des Spiels „Sibel’s Journey“. Im Laufe eines in Berlin verbrachteten Aufenthalts sucht sie nach einer guten Freundin, die ihr ein Geheimnis enthüllen soll. Dabei trifft sie auf eine große Anzahl von Charakteren, durch die die Spielenden mehr über Themen wie Gender, Körper, Herkunft, Behinderung, usw. lernen können. Das einfach zu bedienende Lernspiel erlaubt Kindern, diese Welt ohne die Hilfe von Eltern oder anderen Erwachsenen eigenständig zu entdecken.

„Sibel’s Journey“ wird entweder in Workshops vermittelt oder während des Unterrichts auf Mac oder PC, Smartphone und Tablets eingesetzt. Laut Empfehlung der Plattform wirfürvielfalt.de sollte das Spiel in die Bildungsprogramme der Klassenstufen 6 bis 8 aufgenommen werden, d.h. für Kinder von 11 bis 14 Jahren.

Spiele jeder Art üben eine besondere Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche aus. Die Interaktivität und die bunten bildlichen Darstellungen erwecken Neugier und sorgen für Aufmerksamkeit. „Sibel’s Journey“ tut sich gerade durch diese Merkmale hervor und demonstriert, wie eine tolerante und friedliche Gesellschaft aussehen könnte.

Erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne

„Sibel’s Journey“ wurde durch den „Mitwirken Crowdfunding Contest“ der Hertie Stiftung gefördert, der Projekte, die ein einträchtiges Miteinander vermitteln, finanziell unterstützt. Laut dem Starnext-Netzwerk sollen sich dieser Spendenkampagne über 350 Unterstützer angeschlossen haben, wobei ein Beitrag in Höhe von über 19.000 Euro erzielt wurde. Finanziellen Beistand leisteten auch andere Organisationen bzw. Bildungseinrichtungen.

Die Tatsache, dass „Sibel’s Journey“ bei derart vielen Menschen auf Interesse gestoßen ist, deutet auch auf die Bereitschaft des Publikums für ein auf Inklusion ausgerichtetes Bildungsprojekt hin. Die Macher des Spiels ließen die Fans wissen, dass das Spiel auch für andere Altersgruppen geeignet sei. Jeder könne spielerisch noch das ein oder andere dazulernen oder vorhandenes Wissen vertiefen. 

Künftige Erweiterungen angedacht

Derzeit wurden bereits vier 20-minütige Episoden entwickelt, die laut „Food for Thought“ im Juni 2021 zur Verfügung stehen sollen. Die Workshops, in denen das Spiel vorgestellt wird, sollen ab September angeboten werden.
Für die Zukunft sind weitere Episoden für mehrere Altersgruppen geplant, die sich mit verschiedenen Arten von Diskriminierung befassen.

Dank der hervorragenden Reaktion des Publikums soll „Sibel’s Journey“ in naher Zukunft auch durch Mini-Games ergänzt werden. Diese sollen der Stärkung des Unterhaltungsfaktors und vor allem der Vertiefung der während des Spiels erworbenen Kenntnisse dienen. Nicht zuletzt erwägt das Gamestudio „Food for Thought“ auch die Übersetzung in mehrere Sprachen. Für den Anfang wird man zwischen einer deutschen und englischen Version wählen können.


„Anfangs saßen wir, fünf Frauen, die in verschiedenen Branchen der Spieleindustrie gearbeitet haben, an einem Tisch in unserem Büro, um Wege zu finden, gemeinsam etwas zu produzieren, was uns Frauen, Transpersonen, Queers, Migranten und Müttern entgegenkommen könnte. Wir haben ein paar Ideen ausgetauscht, aber am Ende entschieden wir uns für ein Lernspiel für Kinder - obwohl Lernspiele in vielerlei Hinsicht schwierig sind - und stellten fest, dass es ein solches integratives Lernspiel zu Geschlecht und Sexualität noch nicht gibt. Diese Themen können für Jugendliche überwältigend beschämend sein, und wir glauben, dass Spiele nützliche Werkzeuge für sie sind, um selbst interaktiv mit den Inhalten umzugehen, ohne sich an einen Erwachsenen wenden zu müssen.“

Serenad, „Food for Thought“

cffviseu