Erste Debatte ihrer Art

Lokale Kandidaten sprachen auf Einladung des Schülerrates zum Thema der Bildung

Rund 40 Personen beteiligten sich am Montagnachmittag an der Debatte des Hemannstädter Schülerrates und zahlreiche mehr verfolgten die Live-Übertragung auf dessen Facebookseite. Foto: Schülerrat des Kreises Hermannstadt/Rareș Helici

Seitens des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien beteiligten sich die amtierende Bürgermeisterin Astrid Fodor und die Stadträtin Bianke Grecu am Gespräch. Foto: Schülerrat des Kreises Hermannstadt/Bogdan Marcu

Erstmals in der Geschichte der Hermannstädter Lokalwahlen traten am Montagnachmittag 12 der eingeschriebenen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters von Hermannstadt/Sibiu sowie aktuelle oder angehende Stadträte unter dem Schlagwort „Tratament pentru Educație“ (Behandlung für die Bildung) zu einer öffentlichen Debatte zum Thema der Erziehung zusammen. Auf Einladung des Schülerrates des Kreises Hermannstadt fanden sich am Schulhof des Octavian-Goga-Lyzeums Astrid Fodor (DFDR), Cătălin Stanciu (PSD), Hora]iu Marin (ALDE), Raul Andrei Apostoiu (USR-PLUS), Adrian Bibu (PNL), Cristian Hirsch (Grüne Partei), Vladimir Tomașevschi (PRO România), Lucian Zară (Blocul Unității Naționale), Lucian Trancă (PER), Ingrid Sofia Höhr (PMP), Dorin Cioabă (Roma-Partei), Ioan Axente (PNR) sowie die unabhängigen Kandidaten für ein Amt als Stadtrat Radu Szekely, Teodor Ancuța und Diana Mureșan ein. Jeder der Kandidaten stellte sich den Fragen der Schüler im Kreis und der anwesenden Gäste in Begleitung eines Stadtrates seiner jeweiligen Partei.

Die Organisatoren und die beiden Moderatoren der Veranstaltung, Smaranda Bălan und Radu Vancu, die den Hermannstädtern und nicht nur dank ihrer Tätigkeit in den bürgerlichen Bewegungen „Vă vedem din Sibiu“ und „Vă ajutăm din Sibiu“ bekannt sind, forderten die Sprecher für den Anfang auf, eine Reihe von Fragen zu beantworten, die Themen wie den Beginn des Schuljahres, die Digitalisierung der Bildung, die möglichen Lösungen für die Mobilität in Hermannstadt oder die Teilhabe der Jugendlichen an der Lokalverwaltung betrafen. 

Zum Schulbeginn waren sich die Kandidaten darüber einig, dass die Rückkehr der Schüler in die Schulbänke in Sicherheit und mit der Umsetzung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu erfolgen habe. „Die Kinder müssen zurück in die Schule, sie müssen soziale Kontakte pflegen können und gemeinsam lernen und dies mit der Unterstützung der öffentlichen Verwaltung, die alle notwendigen Hygiene- und Sanitärartikel sowie die Normen des sozialen Abstands sicherstellen muss“, so Cătălin Stanciu. Einige Kandidaten plädierten auch für die Verschiebung des Schulbeginns, so Horațiu Marin oder die Bürgermeisterin Astrid Fodor, die erklärte: „Wir müssen der Realität ins Auge sehen und uns nicht gegenseitig anlügen. Wir sind noch nicht bereit. Die Lokalverwaltung arbeitet aufgrund von Gesetzen. Diese haben wir abgewartet und setzen sie jetzt um“. Zum Thema der Digitalisierung der Schulbildung äußerten sich mehrere Kandidaten für eine Methode, die den klassischen Unterricht mit dem Online-Unterricht verbindet, wofür jedoch die Probleme der technischen Ausstattung, der verfügbaren Räumlichkeiten und der entsprechenden Schulung der Lehrkräfte für den Online-Unterricht im Vorfeld gelöst werden müssen. „Prioritär sind die Infrastruktur und dann die Digitalisierung.

Zuerst müssen wir die Teilnahme am Bildungsakt für alle Schüler gewährleisten“, sagte Lucian Trancă. Astrid Fodor wies darauf hin, dass „die beiden Unterrichtsformen Hand in Hand gehen müssen. Es ist nicht ausreichend, ein Tablet in der Hand zu halten. Diejenigen, die lehren und die diese digitalen Instrumente nutzen, müssen entsprechend vorbereitet sein“, erklärte Astrid Fodor.

Im Bereich des Transports und des Nahverkehrs kam die Entwicklung der Metropolregion erneut ins Gespräch, aber auch die Einrichtung von Radwegen und der hierfür notwendigen Abstellmöglichkeiten. Ingrid Höhr machte hier auf das Problem des Schülertransports im Kreis aufmerksam und äußerte, dass „die Straßen zur Schaffung abgetrennter Busspuren nicht erweitert werden können. Die Stadt ist klein, sodass nur einige Parkplätze in der Nähe der Schulen eingerichtet werden können. Ich würde meine Aufmerksamkeit auf den Transport der Kinder im Kreis richten. Hier liegt ein Problem vor, das zu lösen ist“. Andere Kandidaten sprachen sich für einen kostenlosen Schülertransport und die Nutzung der städtischen Nahverkehrsmittel von Tursib zu diesem Zweck aus. „Hermannstadt ist keine große Metropole, in der besondere Nahverkehrsmittel vonnöten wären. Meiner Meinung nach reicht der aktuelle Nahverkehr aus. Das eigentliche Problem ist jenes der kleineren Kinder, der Schüler in den Grundschulen, die nicht alleine in der Stadt unterwegs sein können“, betonte Vladimir Tomașevschi.

Von besonderem Interesse war die Meinung der Kandidaten zur Beteiligung der Jugendlichen am politischen Leben der Stadt. Die Kandidaten äußerten sich für eine solche, doch seien hierzu auf Seiten der Jugendlichen ein Mindestmaß an Kenntnissen im Bereich und ein angemessenes Maß an bürgerlicher Erziehung notwendig. „Die Schule muss apolitisch sein. Gleichzeitig darf die Schule nicht nur Informationen übermitteln, sondern Werte und Bürger schaffen, die sich einbringen wollen. Mit der Veranstaltung dieses Events zeigt ihr, dass ihr eine kräftige Stimme habt und euch einbringen müsst“, hob Diana Mureșan hervor, die Kandidatin der Allianz USR-PLUS für den Hermannstädter Stadtrat.

Astrid Fodor gratulierte dem Schülerrat für die Initiative und stufte sie als großen Erfolg ein. „Der Anfang ist vielversprechend und was die Lokalverwaltung anbelangt, sichere ich Ihnen unsere volle Kommunikationsbereitschaft zu“, bekräftigte Astrid Fodor. Adrian Bibu erklärte, dass die Jugendlichen direkte Gespräche mit dem zukünftigen Bürgermeister führen müssen. „Wie kann die Stimme der Schüler gehört werden? Du greifst zum Telefon und rufst den Bürgermeister an. Die Lokalverwaltung muss den ersten Schritt Richtung Jugendliche tun, denn wenn ihr uns nicht sagt, wie wir diese Stadt verwalten sollen, riskieren wir, euch in Zukunft nicht hier behalten zu können“, erläuterte Adrian Bibu.

Die Veranstaltung beendete Șerban Suciu, der Vorsitzende des Schülerrates des Kreises, der den Teilnehmern seinen Dank für ihre Beteiligung aussprach. „Es war mehr als beeindruckend, Sie verfolgen zu dürfen. Sie haben bewiesen, dass Sie offene Kandidaten sind, und ich hoffe, dass die Bildung eine der Prioritäten der kommenden Amtszeit sein wird und dass sich in Zukunft möglichst viele an der Arbeit in diesem Bereich beteiligen dürfen“, sagte Suciu abschließend.

 

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