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Eugenio Barba: „Theater heißt Politik des Schenkens“

Patenschaft des weltweiten Aktionstages

Hermannstadt – Constantin Chiriac, Intendant des Radu-Stanca-Theaters Hermannstadt/Sibiu (TNRS) und des Hermannstädter Internationalen Theaterfestivals (FITS), gab nicht ohne Stolz bekannt, dass der lebende Theaterregisseur Eugenio Barba (Jahrgang 1936) die Patenschaft des Theater-Welttages 2019 (World Theatre Day) offiziell vertritt. Der Aktionstag ist auf dem Veranstaltungskalender des Internationalen Theaterinsituts (ITI) festgehalten und findet seit 1961 jährlich am 27. März statt. Eugenio Barba wurde in Brindisi geboren und wuchs in der süditalienischen Hafenstadt Gallipoli auf. Sein Vater, ein ranghoher Armeebeauftragter, starb an den Folgen einer im Zweiten Weltkrieg erlittenen Verwundung. Als junger Mann suchte Eugenio Barba seinerseits zielstrebig danach, einer militärischen Karriere zu entkommen, weswegen er von zuhause nach Skandinavien ausreiste. Er studierte zunächst in Oslo und anschließend in Polen (Warschau, Oppeln).
Nach einem Indien-Aufenthalt kehrte er nach Norwegen zurück und begab sich auf Arbeitssuche im Theaterwesen, doch stellte sich mutmaßlich aufgrund seiner Eigenschaft als Ausländer der gewünschte Erfolg nicht ein. Um nicht ein unfreiwilliger Knecht dauerhafter Arbeitslosigkeit zu werden, gründete der studierte Anthropologe Eugenio Barba als 28-Jähriger im dänischen Holstebro auf unverhoffte Einladung das „Odin Teatret“. Am selben Standort ist auch die gleichfalls von ihm initiierte International School of Theatre Anthropology beheimatet.
Eugenio Barba ist der erste Theaterkünstler weltweit, dem eine bronzene Ehrenplakette des FITS und TNRS auf dem Fußweg des Hermannstädter Harteneck-Grabens gewidmet wurde. Nach ihm ist auch der große Aufführungssaal der lokalen Kulturfabrik benannt, die in der warmen Jahreszeit von Frühjahr bis Herbst Vorstellungen jener Inszenierungen des Radu-Stanca-Theaters beherbergt, die eine Drehbühne benötigen. Seit mehr als zehn Jahren sorgt hier der kontrovers gestaltete „Faust“ von Regisseur Silviu Purc˛rete regelmäßig für Ausverkauf. Sprechend ist auch die dem japanischen Kabuki nachgebildete Inszenierung „Povestea prințesei deocheate“ (Die Geschichte der unanständigen Prinzessin) desselben Regisseurs, deren Premiere Juni 2018 während des FITS in der Kulturfabrik gefeiert wurde.

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