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Europawahl 2019: Wahlbeteiligung in Arad, Banater Bergland, Hermannstadt und Temesch

PNL erzielte meiste Stimmen im Kreis Arad – 47,81 Prozent Beteiligung
Arad – 47,81 Prozent aller Wahlberechtigten, also insgesamt 186.011 Menschen gingen am Sonntag im Kreis Arad zu den Urnen, um ihre Stimme bei der Europawahl abzugeben. Damit lag der Kreis Arad knapp unter dem Landesdurchschnitt von 49,02 Prozent. An der Volksbefragung beteiligten sich 165.747 Arader, was zu einer Referendum-Beteiligung von 42,60 Prozent führte, die den Landesdurchschnitt von 41,28 Prozent übertraf.

Laut den zeitweiligen Ergebnissen des Arader Kreiswahlbüros BEJ haben die Nationalliberalen PNL die Mehrheit der Stimmen im Kreis Arad eingeholt. Bis kurz vor 10 Uhr waren im Kreis Arad rund 54 Prozent aller Stimmen ausgezählt worden, mit folgendem Ergebnis: Insgesamt 35,66 Prozent der Wähler stimmten für die PNL, gefolgt von der Allianz 2020 USR-PLUS mit 18,80 Prozent, der PSD mit 15,99 Prozent der Stimmen. Die Schwelle von 5 Prozent schaffte im Kreis Arad allein die Ungarnpartei UDMR mit 5,12 Prozent der Stimmen. Schwächere Ergebnisse, die allerdings bei Redaktionsschluss gestern noch als temporär galten, erzielten die Partei der Volksbewegung PMP (4,86 Prozent), der unabhängige Kandidat Peter Costea (4,48 Prozent), Pro România (4,11 Prozent) und ALDE (3,99 Prozent). Medienberichten zufolge konnte sich die PNL in allen Städten des Kreises Arad behaupten, überraschenderweise auch in Nadlak/Nădlac, einer Stadt, die von einem ALDE-Bürgermeister geleitet wird und in der es die ALDE-Partei lediglich auf den vierten Platz schaffte.

 

Wahlbeteiligung im Banater Bergland unter Landesdurchschnitt

Reschitza – 44,75 Prozent der Wahlberechtigten des Banater Berglands beteiligten sich Sonntag an den Europawahlen, das heißt 119.412 von den insgesamt 266.730 Wahlberechtigten. Das waren fast doppelt so viele wie bei den Wahlen vor fünf Jahren. Die Wahlbeteiligung lag unter dem Landesdurchschnitt von 48,97 Prozent, was einem fürs Bergland seit der Wende von 1989 charakteristischen Allgemeintrend entspricht.

Trotz einer intensiven Gegenpropaganda der PSD-Bürgermeister des Banater Berglands (vom Typ: „Ich gehe wählen, aber ich nehme die beiden Volksbefragungszettel nicht!“) betrug die Beteiligung der Urnengänger an der Volksbefragung 34,53 Prozent, dito 92.126 Bürger. Damit liegt das Banater Bergland auf Rang 37 unter den Landkreisen Rumäniens bezüglich der Beteiligung am Referendum. Hinsichtlich der Wahlbeteiligung an den Wahlen fürs EU-Parlament liegt der Landkreis Karasch-Severin auf Rang 29.

Die meisten Wahlbeteiligten standen in der Alterskategorie 45-64 Jahre (47.985), gefolgt von der Altersgruppe über 65 (28.229 Bürger). Erst an dritter Stelle folgten im Banater Bergland diejenigen, die bei den Wahlen vom Sonntag als wahlausgangsentscheidender Faktor bezeichnet wurden: die Jung- und Erstwähler zwischen 18 und 28 Jahren.

Zur Stunde der Durchgabe dieser Meldung gab es noch keine Resultate des Urnengangs im Banater Bergland, doch darf davon ausgegangen werden, dass diese nicht stark vom landesweiten demonstrativen Abrücken von der Regierungskoalition und dem Hinwenden zur Opposition abweichen.

 

Fodor gratuliert zur Wahlbeteiligung

Hermannstadt – Eine Botschaft zur überaus zahlreichen Wahlbeteiligung in Hermannstadt/Sibiu anlässlich der Europawahlen und der Abstimmung über die von Staatspräsidenten Klaus Johannis ausgerufene Volksbefragung hatte die Bürgermeisterin Astrid Fodor für die Hermannstädter Wähler. Sie zeigte sich „geehrt, Bürgermeisterin der Hermannstädter Gemeinschaft sein zu dürfen“ und äußerte, dass „die Hermannstädter ein weiteres Mal bewiesen haben, dass sie in einer präsenten und einsatzbereiten Gemeinschaft vereint sind. Unsere Gemeinschaft hat verstanden, dass die Wahlen der Augenblick sind, in dem wir mithilfe unserer Stimmen den Unterschied ausmachen können. Als Bürger haben wir Rechte aber auch Pflichten dem Land gegenüber. Ich gratuliere den Hermannstädtern, die zu Hause oder im Ausland gewählt haben, zu ihrer hohen Wahlbeteiligung, was unseren europäischen Geist erneut bekräftigt“, so Astrid Fodor. Der Zentralen Wahlbehörde zufolge nahmen 55,08 Prozent der wahlberechtigten Hermannstädter an der Europawahl teil und 51,69 Prozent an der Abstimmung über die Volksbefragung. Alle hierzu relevanten Daten können bei der Internetadresse prezenta.bec.ro eingesehen werden.

 

Hohe Wahlbeteiligung im Kreis Temesch: Mehrheit der Stimmen ging an USR-PLUS
Temeswar – Eine für den Kreis Temesch/Timiș ungewohnt hohe Wahlbeteiligung ist am Sonntag bei der Europawahl verzeichnet worden. Insgesamt 331.726 Bürger gaben ihre Stimme ab – das waren 53,01 Prozent aller Wahlberechtigten im westrumänischen Verwaltungskreis. Somit befindet sich der Kreis Temesch landesweit auf Platz vier, was die Stimmabgabe bei der Europawahl betrifft, nach den Kreisen Giurgiu (55,55 Prozent), Klausenburg/Cluj (61,11 Prozent) und Ilfov (64,03 Prozent).
Laut den ersten Daten des Temescher Kreiswahlbüros (BEJ), die jedoch nur ein zeitweiliges Ergebnis liefern, hat die Wahlallianz 2020 USR-PLUS den Kreis Temesch erobert. Bis 11 Uhr konnte das BEJ die Stimmen aus 242 von insgesamt 599 Wahllokalen im Kreis Temesch zählen. Das zeitweilige Ergebnis von Montagvormittag: Die Allianz 2020 USR-PLUS erzielte 37,44 Prozent der Stimmen, gefolgt von den Nationalliberalen PNL (24,91 Prozent), den Sozialdemokraten PSD (11,94 Prozent), der Partei der Volksbewegung PMP (6,52 Prozent), Pro România (5,87 Prozent), ALDE (3,26 Prozent), dem unabhängigen Kandidaten Peter Costea (3,19 Prozent) und die Ungarnpartei UDMR (2,25 Prozent).
Auch die Beteiligung an der Volksbefragung war groß im Kreis Temesch: 47,98 Prozent aller Wahlberechtigten bejahten die Frage der Wahlbüroleiter, ob sie denn auch die beiden Referendum-Fragen beantworten wollten. Die Beobachtungen vor Ort zeigten, dass viele Senioren die Volksbefragungszettel einfach ablehnten. Der Kreis Temesch steht somit über dem Landesdurchschnitt von 41,28 Prozent, was die Teilnahme an der Volksbefragung angeht.
Ein Kuriosum im Kreis Temesch: In der Ortschaft Dobrești, wo der orthodoxe Patriarch Daniel gebürtig ist, wurde am Sonntag eine Rekord-Wahlbeteiligung von mehr als 300 Prozent verzeichnet – hier sind nur 68 Bürger auf den permanenten Wahllisten eingetragen, bei den anderen Wählern handelte es sich wohl um die Gläubigen, die zu den Klöstern aus der Gegend gepilgert waren.
Eine lustige Angelegenheit: Das Foto einer Braut in der Wahlkabine kreiste am Sonntag durch die sozialen Medien: Ein Paar, das am Samstag Hochzeit in Sackelhausen/Săcălaz, im Kreis Temesch, gefeiert hatte, ging am Sonntag nach der Party direkt ins Wahllokal und ermahnte die Bürger, wählen zu gehen.

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