Fusion der Lungenklinik und der Infektiologie

Kompromisslösung für bessere medizinische Versorgung in Kronstadt

Im Gebäude des Krankenhauses für Infektionskrankheiten auf der Mihai-Viteazu-Straße wird nur noch die Abteilung für Erwachsene verbleiben, während die Kinderabteilung in den Mârzescu-Pavillon ziehen wird.

Über die schon seit dem Frühling besprochene Auflösung des Kronstädter Krankenhauses für Infektionskrankheiten und dessen Eingliederung in ein anderes Hospital wurde am vergangenen Freitag, dem 31. Juli, in der Plenarsitzung des Kreisrates von Kronstadt/Brașov abgestimmt. Die Institution, die seit 1957 Patienten aus dem Kreis Kronstadt behandelt, wird in naher Zukunft dem Spital für Lungenerkrankungen untergeordnet sein. „Es geht um die administrative Auflösung, die medizinischen Dienste werden weiterhin bestehen, das medizinische Personal wird beibehalten“, erklärt Andrea Elena Neculau, Leiterin des Öffentlichen Gesundheitsamts Kronstadt (DSP). „Selbstverständlich wäre es gut gewesen, zwei starke Krankenhäuser zu haben: eines für Patienten mit Lungenbeschwerden und eines für Patienten mit Infektionskrankheiten. Aber das ist nicht der Fall.“

Unter anderem sieht die neue Organisationsform den Transfer der Kinderabteilung der Infektiologie vom aktuellen Standort auf der Mihai-Viteazu-Straße in das Hauptgebäude des Mârzescu-Pavillons (Al. Ioan Cuza-Straße) vor. Dort soll sie Hand in Hand mit der Lungenklinik arbeiten. Die Vorteile seien, dass Ärzte mit den Spezialisierungen Pneumologie und Infektiologie gemeinsam sowie die Notaufnahme mitsamt der Radiologie rund um die Uhr verfügbar wären. Zudem gäbe es mehr Sanitäranlagen (am jetzigen Standort gibt es eine einzige für die gesamte Sektion) und die Bettenanzahl könne vergrößert werden, sodass Mütter nicht mehr mit ihren Sprösslingen in einem Bett schlafen müssten. Neculau versicherte zudem, dass am neuen Standort keine Übertragungsgefahr von Tuberkulose bestehe.

Zurzeit sind im „Mârzescu“ Abteilungen des Kreiskrankenhauses untergebracht, die wegen Reparaturarbeiten zeitweilig umgesiedelt worden waren. Nun nähern sich die Bauarbeiten dem Ende und die Sektionen ziehen wieder zurück  in die Ableger des Kreiskrankenhauses in Tractorul und Astra. Die Verlagerung wird voraussichtlich ab diesem Herbst möglich sein.

Laut des Plans soll im B-Teil des Pavillons die Erwachsenenabteilung für Pneumologie entstehen. Nebenan, in der Siebgasse/Str. Sitei, besteht seit Jahren ein Ambulatorium für Pneumologie. „Die beiden Anstalten ergänzen sich in mehrerlei Hinsicht, wie beispielsweise der Pathologie. Es gibt in mehreren Städten Rumäniens eine solche Fusion, sie ist medizinisch wie auch administrativ gerechtfertigt“, begründet die Chefin des Gesundheitsamtes die Planung.

Die Erwachsenen-Sektion der Infektiologie, die Abteilung für Tollwutbehandlungen sowie das Regionale Zentrum für HIV/Aids der Kreise Kronstadt, Covasna und Harghita verbleiben im Gebäude an der Mihai-Viteazu-Straße. Die Übersiedlung mehrerer Abteilungen und Krankenhäuser sei mühsam, aber notwendig, um den Patienten bessere Bedingungen sichern zu können.

Für die Gebäude der Lungenklinik in der Dealul-Spirii-Allee wird Miete bezahlt, obwohl notwendige Reparaturen nicht durchgeführt werden können. Die Bedingungen sind teils erbärmlich, sodass ein Umzug notwendig erscheint. Außerdem besteht die Absicht, am „Mârzescu“ eine Intensivstation mit zehn Betten und Beatmungsgeräten einzurichten.

Das Krankenhaus für Infektionskrankheiten in der Mihai-Viteazu-Straße war bis zur Corona-Krise nur zu etwa 60 Prozent ausgelastet, wie eine vom Dienst für Öffentliche Gesundheit des Kreises Kronstadt zwischen Januar und September 2019 durchgeführte Kontrolle zeigt . Außerdem stellt es von den 105 vom Gesundheitsministerium genehmigten Betten nur 75 zur Verfügung. Diese sind seit März mit Covid-19-Patienten belegt. Die restlichen Betten wurden gestrichen, unter anderem weil Modernisierungsarbeiten in der Erwachsenen-Sektion stattfinden und Räumlichkeiten zu Büros umgestaltet wurden. Gleichzeitig bemängelt das Kronstädter Gesundheitsamt, dass die Gebäudestruktur nur 51 Betten zulasse, wenn den sanitären Vorschriften entsprochen werden soll.

„Damit dieses Krankenhaus standardmäßig funktioniert, muss die Anzahl der Betten und somit auch des Personals reduziert werden. Doch ist das Team äußerst notwendig für die ärztlichen Dienste“, erklärt Neculau. Neben anderen Ursachen hätte dies zu einem Defizit von 1,05 Millionen Lei im Krankenhausetat geführt. Somit wäre die administrative Auflösung nicht zu umgehen, erklären die Behörden. Auch wenn es nur eine Kompromisslösung sei, erhoffe man sich von den Veränderungen bessere Bedingungen für die Patienten.

Die Frage, ob nun auch mehr Sicherheit im Bereich der Infektiologie garantiert werde, konnte Frau Neculau nicht bejahen, weil die Gebäude alt seien. Sie versicherte jedoch, dass alle Normen eingehalten werden. „Es ist keine ideale Lösung. Wir wünschen uns alle ein neues Krankenhaus. Aber es ist das Beste, was wir jetzt, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, machen können.“

Seit mehreren Jahren setzt sich der Verein „Noul Spital al Brașovului“, der Ärzte und Spezialisten vereint, für die Gründung eines neuen, multidisziplinären Krankenhauses mit über 1500 Betten ein. In ihm sollen alle Abteilungen, die jetzt über die verschiedenen Spitäler und Filialen in der Stadt verteilt sind, an einen Ort zusammengebracht werden. Dieses Krankenhaus solle alle medizinischen Fachrichtungen zusammenführen, so der Verein, dessen Leiter Dan Grigorescu ist (Leiter der Abteilung für Plastische und Wiederherstellende Chirurgie des Kreiskrankenhauses). Doch scheint dieser Wunsch, wie auch der Wunsch der Lokalbehörden, ein modernes regionales Krankenhaus mit 800 Betten zu errichten, momentan utopisch.

 

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