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Hassliebe zu sozialpolitischen Grauzonen Europas

Kulturaktivistin tritt am ersten Abend des FITS auf

 Hermannstadt – „Vieles in diesem Siebenbürgen, im Europa meiner Kindheit, war grau. Es mangelte an fast allem, auch in meiner Familie. Nur nicht an Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Fröhlichkeit – trotz allem. Dadurch wurde es für mich bunt. Und so ist es auch heute noch“, so eine Stellungnahme von Schauspielerin, Moderatorin, Rezitatorin, Herausgeberin und Kulturaktivistin Mercedes Echerer, einer aus Linz gebürtigen Österreicherin des Jahrgangs 1963, auf deren Gastauftritt sich die in wenigen Tagen startende Auflage 2019 des Internationalen Theaterfestivals Hermannstadt/Sibiu (FITS) freut.

Dank Einladung und Vermittlung durch das Österreichische Kulturforum Bukarest und des von Wien aus tätigen Vereins „Die2“ für Theater- und Konzertaufführungen und Verbreitung europäischer Kultur geben Andreea Chira (Panflöte), Adrian Gaspar (Klavier, Akkordeon), Lubomír „Lubo“ Gašpar (Hackbrett), Branko Jovanovic (Gitarre), Vuk Vsilic (Kontrabass), Alexander Wladigeroff (Trompete, Flügelhorn), Konstantin Wladigeroff (Klarinette) und Hauptakteurin Mercedes Echerer Freitag, am 14. Juni, um 18 Uhr im Erdgeschoss des Kinder- und Jugendtheaters „Gong“ Hermannstadt eine von kultureller Gegensätzlichkeit strotzende Vorstellung der herausfordernden Überschrift „Rumänisches Roulette. Ein ganzes Leben in einer Nacht“. Nebst stilechten Musikeinlagen bestreiten die Protagonisten alle schauspielerische Leistung in deutscher Sprache. Die Veranstalter gewährleisten Untertitel auf Englisch und Rumänisch und verweisen auf die empfohlene Altersfreigabestufe von 16 Jahren. Restkarten zum Preis von 30 Lei sind an der lokalen Theaterkasse  sowie online  auf  www.sibfest.ro erhältlich.

Mercedes Echerer, Tochter eines Österreichers und einer aus Siebenbürgen stammenden Ungarin, war von 1999 bis 2004 Mitglied des Europaparlaments. Knappe zwei Stunden Vorstellungsdauer werden der Künstlerin als ausreichend großes Zeitfenster zwecks Unternehmung einer imaginären Stippvisite in tiefgründige Hinterwelten des Sozialstaates Rumänien zu Beginn des 21. Jahrhunderts dienen. Absichtlich schlüpft Mercedes Echerer in die Rolle der in Brüssel lebenden Europapolitikerin Arika Lacrima Moraru, um ein Härteerlebnis nachzustellen, das nach Arbeitsbegegnung mit dem Europaminister Rumäniens noch vor Erreichen des Flughafens in einen auf nächtlicher Winterstraße Siebenbürgens durch Unbekannte verübten Überfall mündet.

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