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Hinaus aus dem Haus!

Kinder wollen selbst im Winter im Freien beschäftigt werden

Der Hermannstädter Erlenpark bietet im Winter ausreichend Platz zum Spazierengehen, Spielen, Herumtoben und Rodeln.

Die kalte Jahreszeit bereitet Eltern und vor allem jungen Familien einiges Kopfzerbrechen und viele tun aus Zeitmangel, Gemütlichkeit oder der Angst vor Erkältungen genau das, was sie nicht nur im Winter, sondern allgemein vermeiden sollten. Es fängt oft damit an, dass man vom Spielen im Freien oder Spaziergängen absieht und die Kinder dafür im Haus beschäftigt. Nachdem sie acht bis zehn Stunden im Kindergarten oder in der Schule und dann bei der Nachmittagsbetreuung waren und, im Fall der Kleineren, die Erzieherinnen sie nicht ins Freie gebracht haben, weil es zu kalt oder tatsächlich schwierig ist, einer ganzen Gruppe beim Anziehen zu helfen, sie beim Spielen zu überwachen und sie dann rechtzeitig wieder ins Warme zu bringen, um sie dort auszuziehen und mit dem Programm weiterzumachen, wird zuhause dann einfach so weitergemacht. Die Räume, in denen sich die Kinder dann aufhalten, sind oft nicht ausreichend gelüftet, denn hierzulande geht noch immer der Mythos des „Luftzuges“ um, vor dem keiner in Sicherheit ist und der seinen Opfern alle möglichen HNO-Beschwerden beschert. Die Wohnungen sind wärmegedämmt und von der Umwelt abgeschottet, sodass den Kindern eben der Kontakt mit dieser Umwelt fehlt und ihr Immunsystem geschwächt ist, sodass Allergien den Weg frei haben.

Vielen Studien zufolge sind Kinder, die auf dem Land leben, viel gesünder als jene im städtischen Raum und dazu trägt nicht nur die „gute Landluft“ bei, sondern – man kann es kaum glauben – eben der Schmutz und die Tiere, die dort Teil des Alltags sind und mit denen die Kinder das ganze Jahr über, also auch im Winter, in Kontakt kommen. Dies führt dazu, dass das Risiko der Entwicklung von Autoimmunkrankheiten und Allergien viel niedriger ist, weil der Körper auf Trab gehalten und ihm auf natürliche Weise geholfen wird, seine Widerstandskraft zu entwickeln und zu erhalten. Jede körperliche Betätigung im Freien hilft den Kleinen, ihre Motorik zu entwickeln und ihren Körper mit Sauerstoff zu versorgen, sodass ein Spaziergang bei Regen, das Fahrradfahren, eine Schneeballschlacht oder auch nur das Spielen auf dem Spielplatz im Park dem Körper helfen, sich selbst zu helfen.

Unternimmt man in den Nachmittagsstunden einen Spaziergang durch den Hermannstädter Erlenpark/Parcul Sub Arini, ist er in den Wintermonaten wie verlassen. Abgesehen von einigen Erwachsenen, die spazieren gehen oder joggen, ist man oft alleine mit den Kindern auf dem Spielplatz. In der warmen Jahreszeit wird bis spätabends getobt, gelaufen, geschaukelt und gerutscht und dieser Bewegungsdrang wird im Winter wohl kaum abnehmen, denn die Kinder haben eben keinen Schalter, den man je nach Jahreszeit umstellt. Was passiert also im Winter mit den Kindern? Sie sitzen eben zuhause mit ihrem Spielzeug, im Bann des Fernsehgerätes oder mit dem Tablet auf dem Schoß oder spielen auf ungelüfteten, überfüllten und modrigen Indoor-Spielplätzen mit Spielzeug, das bereits zig Kinder in den Händen hatten und daher von Mikroben und Bakterien nur so wimmelt. Was die wenigsten Eltern dabei verstehen, ist, dass ein solches Fehlen an echten, gesunden Reizen nicht nur das Immunsystem der Kinder beeinträchtigt, sondern auch ihre psychische Entwicklung. Darunter haben die Sprache aber auch das Verhalten zu leiden und immer mehr Mediziner sind der Ansicht, dass psychische Störungen, wie beispielsweise der Autismus, eine enge Verbindung zum Fernsehen und den virtuellen Medien vorweisen. Einer Studie des Rumänischen Zentrums für Kinder mit Autismus zufolge soll der Auslöser bei rund 90 Prozent der Kinder im Alter von 2-3 Jahren mit Autismus ein übermäßiger Konsum virtueller Inhalte sein. Es handelt sich in der Studie zwar um Zeitspannen von fünf oder mehr Stunden pro Tag, doch auch kürzere Zeiten setzen vor allem Kindern von bis zu zwei Jahren schlimm zu und wirken sich durch Verspätungen in der psychischen, motorischen und der Sprachentwicklung, Verhaltens-, Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität aus. Im Idealfall sollten die Kinder im Alter von 0 bis 2 Jahren überhaupt keinen Zugang zu den virtuellen Medien haben, jene im Alter von 3 bis 6 Jahren höchstens eine Stunde am Tag und bei den älteren Kinder, im Alter von 6 bis 12 Jahren, dürfen es bis zu zwei Stunden am Tag sein.

Fazit ist: solange es nicht stürmt und keine damit verbundenen Gefahren bestehen, dürfen und sollen die Kinder im Freien sein. Schlimmstenfalls tut es ein Spaziergang im Park, bei dem die Kleinen die nötige Bewegung bekommen, ihre Umwelt entdecken, das Lösen von Problemen erlernen und ihren Körper mit Sauerstoff versorgen. Bei Schnee hat man es als Erwachsener dann wesentlich leichter, denn dann sind Rodeln, Schneeballschlachten, Schlittschuhlaufen oder Skifahren angesagt.

cffviseu

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