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Justizminister schlägt Staatsanwältin aus Konstanza zur DNA-Chefin vor

Personalie muss von Magistraturrat und Staatschef abgesegnet werden

Bild: pixabay.com

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Bukarest (ADZ) - Justizminister Tudorel Toader hat am Donnerstag die Konstanzaer Staatsanwältin Adina Florea zur neuen Chefin der Antikorruptionsbehörde DNA vorgeschlagen. Im zweiten Anlauf um den seit Anfang Juli durch die Abberufung von Laura Kövesi freigewordenen Chefposten hatten sich sechs Kandidaten beworben.

Florea verfügt über eine 28-jährige Berufserfahrung, in der Vergangenheit war sie Leiterin oder stellvertretende Leiterin verschiedener Staatsanwaltschaften in Konstanza gewesen. Den Medien sagte die 52-Jährige in einer ersten Reaktion, sie fühle sich „aufgeregt und geehrt“. In dem ihrer Bewerbung beigefügten Management-Projekt, das auf der Webseite des Justizministeriums nachlesbar ist, äußert sich Florea kritisch über die frühere DNA-Leitung und zitiert dabei ausgiebig aus den Vorwürfen, die Justizminister Toader gegen Kövesi erhoben hatte. Der Presse sagte Florea zudem, keinerlei Einwände gegen die umstrittenen Änderungen des Strafrechts und der Strafprozessordnung zu haben, und räumte ein, möglicherweise von einem Korruptionsverfahren visiert zu sein, in dem zurzeit noch Vorermittlungen laufen.

Floreas Vater, ein langjähriger PSD-Kreisrat, sagte den Medien, seine Tochter werde „binnen drei Monaten bei der DNA aufräumen“, man wisse ja, dass „es dort Probleme gibt“. Unsicher schien der Kreisrat allerdings hinsichtlich der Ernennung seiner Tochter durch den Staatschef zu sein – er wisse nicht, „wie Johannis dazu steht“, so Dumitru Florea.

Als Nächstes steht für Adina Florea ein Gespräch beim Hohen Magistraturrat (CSM) an, dessen Empfehlung jedoch unverbindlich ist. Das letzte Wort im Ernennungsverfahren hat das Staatsoberhaupt, das dem Vorschlag des Justizministers stattgeben oder ihn begründet ablehnen kann.

cffviseu

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Bemerkungen :

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    Alex 09.09.2018 Beim 10:00
    Sie gibt selbst zu, in einem Korruptionsverfahren verwickelt zu sein. Iohannis wird vermutlich nachvollziehbare Begründungen finden und sie ablehnen. Außerdem ist das Regime Dragnea bei weitem nicht mehr so sattelfest, es formiert sich Widerstand in der PSD, siehe auch die Aufmüpfigkeit von Firea. Der Fisch ist also in Sachen DNA Leitung und auch bzgl. der Regierung an sich noch lange nicht geputzt. Spannende politische Zeiten stehen in Rumänien an...
  • user
    Manfred 08.09.2018 Beim 13:30
    Mit welcher Dreistigkeit Toader diese Kanditatin vorstellt,ist kaum noch zu überbieten.Sie würde die DNA praktisch bedeutungslos machen,nur um die Ärsche von Dragnea und Co vor dem Knast zu retten.
  • user
    Francois 08.09.2018 Beim 09:35
    Die Dame kennt Korruption sicher aus eigener Anschauung:
    2015:"... Partyhengst Radu Mazăre als Bürgermeister in der Stadt das Sagen. ... dass Mazăre vor Kurzem verhaftet wurde, weil er unter anderem angeblich Schmiergelder in Höhe von neun Millionen Euro angenommen hat, um einen Vertrag zu unterzeichnen, der die Steuerzahler 26 Millionen Euro mehr kostet, als es eigentlich nötig ist."
    "Zwei Reporter der Zeitung „Romania Libera“ wollten schon 2009 zeigen, dass jeder in Rumänien käuflich ist. Sie kontaktierten den orthodoxen Erzbischof von Constanta und erklärten ihm, dass sie sich eine Priesterstelle wünschten, ihnen aber leider ein theologischer Hochschulabschluss fehle. Der „hochheilige Vater“ Teodosie bot einen Deal an: Für 3000 Euro ließe sich das Diplom ausstellen, eine Stelle als Dorfpfarrer inklusive. Eine lukrativere Position koste natürlich mehr, erklärte der Erzbischof, ohne zu wissen, dass das Gespräch aufgenommen wurde. Bis heute ist in dieser Korruptionsaffäre wenig passiert. "
  • user
    Toni 08.09.2018 Beim 08:13
    Eine wahrscheinlich korrupte Staatsanwältin, genau das hat man auch von einer korrupten und verbrecherischen Regierung erwartet! Schande über Schande! So wird Rumänien zur absoluten Lachnummer!
    Die einzig mögliche Reaktion wäre meines Erachtens ein Generalstreik!