Kanalisation für Saderlach

Arad will moderne Großstadt werden

Arad - Gemäß eines Kommuniqués genehmigte die Arader Kommunalverwaltung als einen ihrer ersten Stadtbeschlüsse im neuen Jahr den Start zum Ausbau der städtischen Kanalisation bis in die umliegenden Ortschaften, darunter auch die ehemalige deutsche Gemeinde Saderlach/ Zădăreni. Mit dem Anschluss der Nachbargemeinden an die Stadtkanalisation soll ein weiterer wichtiger Schritt zur Bildung einer modernen Großstadt an der Marosch getan werden. Das gemeinsame Kanalisationssystem soll nicht nur die allgemeine Modernisierung der dörflichen Gemeinschaften, sondern vor allem höhere Effizienz und eine Reduzierung der Betriebskosten und somit geringere Kosten für die Bewohner bringen.
 
Die ehemalige deutsche Gemeinde Saderlach, an der Kreisstraße DJ 692 und an der Bahnstrecke Neuarad-Grosssanktnikolaus, zehn Kilometer von der Kreishauptstadt entfernt, zählt heute 2680 Einwohner (97 Prozent sind Rumänen, drei Prozent verschiedene Nationalitäten) und verzeichnete nach einem jahrelangen Tief nach der Wende in den letzten Jahren eine steigende wirtschaftliche Dynamik. Die Nähe zu Arad und zu der noch im Bau befindlichen Autobahn, hat viel zum wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen.

Die Gemeinde, einst zu 90 Prozent von Deutschen bewohnt, war die einzige alemannische Sprachinsel Südosteuropas. Die Anwesenheit deutscher Ansiedler ist erstmals im Jahr 1737 belegt. Sie kamen bekanntlich aus dem Schwarzwald und zwar nicht freiwillig, sondern als Verbannte: 1755 hat Maria Theresia 122 Aufständische der „Salpeterer“ ins Banat verbannt, andere kamen ins heutige Serbien. 1847 gab es hier die erste konfessionelle deutsche Volksschule, die katholische Kirche wurde 1777-1778 errichtet. 1977 hatte Saderlach eine Bevölkerung von 2223 Einwohnern, davon waren fast 800 Deutsche. Heute leben hier noch einige Personen deutscher Herkunft.

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