Erasmus Büchercafe

Kartellstrafen für Hidroelectrica und zehn weitere Firmen

Sonderverträge mit Energiehändlern haben Marktentwicklung erheblich behindert

Hidroelectrica muss 4,6 Mio. Euro Strafe zahlen. Symbolbild: freeimages.com

Bukarest (ADZ) - Die Wettbewerbsbehörde (Consiliul Concurenţei) hat Anfang der Woche das staatliche Energieunternehmen Hidroelectrica sowie zehn Vertragspartner, hauptsächlich Energiehändler, mit Kartellstrafen von insgesamt 165,8 Millionen Lei (37 Mio. Euro) geahndet. Es handelt sich hierbei um die Sonderverträge, die Hidroelectrica 2003/2004 mit verschiedenen Großabnehmern – den sogenannten „cleveren Jungs“ („băieţii deştepţi“) – abgeschlossen und 2009/2010 verlängert hat. Laut Remus Borza, dem Vorsitzenden des Insolvenzverwalters Euro Insol, ist Hidroelectrica im Juni 2012 hauptsächlich wegen dieser Sonderverträge, welche den Kunden Energiepreise unter dem Marktpreis ermöglicht haben, in die Insolvenz geglitten.

Laut Borza hat Hidroelectrica mit der Wettbewerbsbehörde kooperiert, weswegen die Strafe für den staatlichen Energieriesen lediglich 0,6 Prozent des Jahresumsatzes bzw. 20,43 Millionen Lei (etwa 4,6 Mio. Euro) beträgt. Für die wettbewerbsschädigenden Verträge wurden des weiteren folgende Strafen verhängt: Alpiq Romindustrie (21,72 Mio. Lei), Alpiq Romenergie (87.821 Lei), Alro (21,23 Mio. Lei), Electrocarbon (864.203 Lei), Electromagnetica (9,02 Mio. Lei), Elsid (2,55 Mio. Lei), Energy Financing Team, Schweiz, (71,37 Mio. Lei), Energy Holding (12,35 Mio. Lei), Luxten Lighten Company (5,45 Mio. Lei) und Menarom-PEC, Nachfolger von Euro-PEC (724.950 Lei).

Entsprechend der Wettbewerbsbehörde haben die genannten Sonderverträge den Energiemarkt für andere Stromproduzenten und Zulieferer, aber auch für Abnehmer praktisch blockiert und die Entwicklung des Marktes erheblich behindert. In den Verträgen war vorgesehen, dass Hidroelectrica einen Anteil über der eigenen Produktionskapazität an die Kunden abgibt (zwischen 95 und 175 Prozent der Produktion). Dadurch wurde für einen Zeitraum von 10 bis 14 Jahren zwischen 42 und 60 Prozent der am Markt frei zu handelnden elektrischen Energie unverfügbar gemacht, so das Kartellamt.

cffviseu

Kommentare zu diesem Artikel

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Captcha Code Kann das Bild nicht gelesen werden? Klicken Sie hier, um zu aktualisieren

Captcha ist erforderlich!

Code stimmt nicht überein!

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Sraffa 14.01.2016 Beim 21:58
    Der Kern-Skandal bestand ja in dem verbilligten Verkauf von Energie an die "cleveren Jungs", der Hidroelectrica in den Konkurs zwang.
    Weiß jemand wer hinter "Energy Financing Team, Schweiz, (71,37 Mio. Lei Strafe )" steht ??
  • user
    Rolf Joachim 14.01.2016 Beim 19:03
    Erstaunlich.
    In Deutschland ist diese Art von Korruption legal.
    In Deutschland zahlen die "kleinen Leute" den vollen Preis und die Großabnehmer erhalten riesige Nachlässe, die die "Kleinen" sogar noch mitbezahlen müssen. Das ist Demokratie a`la Germanya!!!
Kanton Aargau