Erasmus Büchercafe

Kirchenburgen und Abenteuersprache

Anne Junesch las aus neuem Kinderbuch

Auf Wunsch zahlreicher Erwachsener hatte Kinderbuchautorin Anne Junesch beide Hände voll mit Signieren von Exemplaren ihres neuen Buches zu tun. Foto: Klaus Philippi

Hermannstadt – Deutschsprachige Kinderbücher siebenbürgisch-sächsischer Handschrift von Autorin Anne Junesch sind regional in aller Munde und gewiss in Bücherregalen bildungsbürgerlich orientierter Familienappartements wiederzufinden. Die bis auf den letzten Stehplatz ausgebuchte Vorstellung des kürzlich vom Honterus-Verlag herausgegebenen Büchleins „Das Amenchen. Mäuseleben“ von Anne Junesch am Montag, dem 3. Juni, im Erasmus-Büchercafé Hermannstadt/Sibiu schien Bände zu sprechen.

Jüngste zu Wort kommende Person am Vorlesetisch und in den Publikumsreihen war Maria Junesch, Konfirmandin der evangelischen Kirchengemeinde A.B. Hermannstadt und Enkelin der 1948 in Katzendorf/Caţa geborenen Kinderbuchautorin. Ebenso wie Ruth István, Referentin für Fachtourismus und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Kirchenburgen der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien (EKR), ließ auch Benjamin Józsa, Geschäftsführer des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) und Vorstandsmitglied des Honterus-Verlages, keinen Zweifel an einem kulturell erzieherischen Wert des neuen Kinderbuches aufkommen.

Altersgerechte Druckschrift, Layout und handfeste Papierqualität der Ausgabe in A5-Format laden kleine und große Leser zum Umblättern ein. Anne und Maria Junesch traten als Hauptakteurinnen der Buchvorstellung auf, illus-trierten Gesprächspassagen beider Kindererzählungen mit Vorlesen nach Rollenspielmuster. „Das Amenchen“ lässt Studentin Sabine Vermessungsarbeiten an einer vom Zahn der Gegenwart angenagten Kirchenburg Siebenbürgens vornehmen und integriert die in Ausbildung stehende Jungarchitektin aus dem Ausland in imaginäre Dialoge mit sprechenden Gebäudeabteilungen und Türmen, die bei Anne Junesch „Herr Haudrauf“, „Turminchen“, „Thomas“, „Frau Moll“, „Frau Spemäu“ oder „Herr Stobekir“ heißen. Ein kindgerechter Wortschatz steckt auch in der Geschichte „Mäuseleben“ vom Überlebensabenteuer der kleinen Feldmaus Malwine und ihrer Großfamilie auf einem siebenbürgischen Dorf mitsamt Kirchenburg, das atemraubende Begegnungen mit Speckturm und Katze Mucki bereithält.

Maler Gregor Pirker, 1986 in Klagenfurt geboren, war mit Frau und kleiner Tochter im Erasmus-Büchercafé zu Gast. Die von ihm erstellten Farbzeichnungen werten das ohnehin vielsagende Kinderbuch von Autorin Anne Junesch deutlich auf. Weitere Kunstgrüße österreichischer Herkunft in ländlichem Dreiertakt gab das Ehepaar Ilse und Volker an Querflöte und Ziehharmonika zum Besten.

„Heutzutage schlägt die kindliche Phantasie andere Richtungen ein als noch vor zwanzig, dreißig Jahren“, so Benjamin Józsa, der als eine von zwei Korrektur lesenden Personen vom ersten Wort des Kinderbuches an versucht hatte, sich in die Publikumserwartung nachkommender Generationen hineinzudenken. Ob die von Großmutter Anne Junesch erdachte Darstellung des Begriffes Kirchenburg das Zeug dazu hat, kindliche Erlebniswelten und erwachsene Lebensgeschichten auf dem Terrain siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbes miteinander verschmelzen zu lassen, ist Ausdruck eines Wunsches, dessen Hoffnung auf Erfüllung in die Gegenwart von Lesern zukünftiger Jahrzehnte und Jahrhunderte fällt.

cffviseu

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