Klausenburger Stararzt Mihai Lucan im Verdacht der Millionen-Hinterziehung

Renommierter Chirurg nach Festnahme vorerst unter Polizeiaufsicht

Bukarest (ADZ) - Um ein Haar hätten der Klausenburger Starchirurg und -urologe Mihai Lucan samt seinem Sohn Valeriu das Weihnachtsfest im Polizeiarrest verbracht: Die Antimafiastaatsanwaltschaft DIICOT schlug gegen die beiden Ärzte kurz vor Weihnachten zu, da beide im dringenden Verdacht des Millionen-Betrugs sowie der Gründung einer kriminellen Vereinigung stehen.

Konkret sollen der Chirurg und sein Sohn gemeinsam mit zwei Direktoren des Klausenburger Klinikums für Urologie und Nierentransplantation letzteres seit mindestens zwölf Jahren nach Strich und Faden ausgenommen haben – und zwar zugunsten Lucans Privatklinik. So kamen kostspielige Anschaffungen des maroden staatlichen Krankenhauses, wie etwa ein Kryotherapiegerät zur Behandlung diverser Krebsformen, nie vor Ort zum Einsatz, sondern wurden ohne jegliche rechtliche Formalitäten in die Klinik des renommierten Chirurgen gebracht. Seinen Patienten berechnete Lucan sodann bis zu 6700 Euro pro kryotherapeutischem Eingriff.

Die DIICOT nahm letzte Tage im Raum Klausenburg insgesamt fünf Standortdurchsuchungen vor, darunter auch beim Wohnsitz des Stararztes, wo sie u. a. 600.000 Euro in bar fand. Weitere Zehntausende Euro fanden die Staatsanwälte im Benzintank des Pkw von Lucan Jr., der auch kiloweise Goldschmuck in seinem Auto versteckt hatte – ob mit eventuellen Fluchtabsichten, blieb zunächst unklar.
Vater und Sohn wurden für 24 Stunden in Gewahrsam genommen, ein Richter setzte die beiden anschließend auf freien Fuß, stellte sich jedoch unter Polizeiaufsicht. In der gleichen Causa ermittelt die DIICOT auch gegen die Komplizen der Familie Lucan bzw. die beiden Manager des Klausenburger Klinikums für Urologie und Nierentransplantation.

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