Korrektur an der Börse – Nervosität steigt wegen umstrittenem Gesetzesentwurf

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Symbolbild: Wikimedia Commons

Die rumänische Börse erlebte eine leichte Kurskorrektur in der zweiten Juni-Woche. Im Durchschnitt gingen die Indizes der BVB um 1,44 Prozent zurück, wobei der Finanzwerte-Index BET-FI den Durchschnitt weit übertraf. Für ihn ging es um 2,9 Prozent zurück, der Index fiel unter die 43.000-Punkte-Marke. Die übrigen Indizes verloren um die 1,3 Prozent, bis auf den Energiewerte-Index BET-NG, der mit einem Wochenverlust von 0,34 Prozent an vorderste Stelle der Indizes kletterte. Keiner der wichtigen Indizes der rumänischen Börse verlor seine Unterstützung der jeweils aktuellen Schwelle in der vergangenen Handelswoche. Der Wochenverlauf war zunächst zögerlich, am Donnerstag gab es einen verlustbringenden Ruck (minus 3,2 Prozent im Durchschnitt), der am letzten Handelstag der Woche noch einmal teilweise abgefedert wurde (plus 2,1 Prozent im Durchschnitt).

Umsatz geht leicht zurück

Der Umsatz ging ebenfalls zurück im Vergleich zur Vorwoche. Wie auch in der ersten Juni-Woche wurde feiertagsbedingt nur an vier Wochentagen gehandelt. Dabei belief sich der Gesamtumsatz auf 157,11 Millionen Lei (32,49 Millionen Euro), das war knapp 18 Prozent weniger Umsatz als noch in der Woche zuvor. Der Tagesdurchschnitt belief sich somit auf 39,28 Millionen Lei. Diesmal war die Aufteilung des Gesamtumsatzes auf die am meisten gehandelten Aktien gleichmäßiger. Banca-Transilvania-Aktien (TLV, 2,175 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) machten 15,7 Prozent des Gesamtumsatzes aus, 14 Prozent gingen auf das Konto des Fonds Proprietatea (FP, 1,18 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) und 13,6 Prozent auf die Banca Română de Dezvoltare (BRD, 12,3 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2). Die beiden letztgenannten Emittenten mussten Kursverluste hinnehmen, TLV-Aktien legten unscheinbare 0,23 Prozent zu.

Gewinner und Verlierer der Woche

Mit einem Wochenminus von 4,8 Prozent beziehungsweise 4,06 Prozent gehören FP- und BRD-Aktien denn auch zu den Verlierern der Woche an der Bukarester Börse, aber nicht zu den größten. Die Erste Bank Group (EBS, 110 Lei, ISIN AT0000652011) löschte in der vergangenen Woche wieder etwas von dem kolossalen Zuwachs der Vorwoche (fast 24 Prozent), die Aktien verloren auf Wochensicht fast 7,5 Prozent. Den Pipeline-Betreiber CONPET (COTE, 76 Lei, ISIN ROCOTEACNOR7) traf es mit voller Wucht: minus 11,2 Prozent auf Wochensicht. Insgesamt verzeichneten in der vergangenen Woche 45 Emittenten Kursverluste. Auch Bittnet (BNET, 1,215 Lei, ISIN ROBNETACNOR1), das Systemhaus, das seit dem 3. Juni im Hauptsegment handelbar ist, gehört dazu.

Andererseits legten 15 Emittenten auch zu in der vergangenen Handelswoche. Am meisten der Aluminiumerzeuger Alro (ALR, 1,99 Lei, ISIN ROALROACNOR0), dessen Aktien 8,45 Prozent zulegten, und der Baustoff-Hersteller Prebet (PREB, 0,88 Lei, ISIN ROPREBACNOR0), dessen Papiere sogar 15,8 Prozent zulegten. Die Marktkapitalisierung ging auf Wochensicht um 2,38 Prozent auf 144,28 Milliarden Lei zurück.

Ausblick gewagt

Die Nervosität an der Bukarester Börse könnte steigen, wenn ein geplantes Gesetz, das einen zweijährigen Verkaufsstopp für staatliche Beteiligungen an Unternehmen, Banken und nationalen Gesellschaften vorsieht, umgesetzt wird. Vor der Umsetzung haben nun mehrere Fachverbände, der Fonds Proprietatea und der Börsenbetreiber Bursa de Valori Bucure{ti (BVB, 23,9 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0) selber gewarnt. Erklärtes Ziel der Gesetzesinitiative ist der Schutz rumänischer Unternehmen vor Übernahmen im Schatten der wirtschaftlichen Probleme, die durch die Corona-Krise aufgetreten seien. Börsenbetreiber und Investoren sehen aber dadurch den Zugang zu Fremdkapital gefährdet, gerade in einer Zeit, in der dieses notwendig ist. Interessant wird in nächster Zukunft auch die Entwicklung der Energie-Aktien wie OMV Petrom (SNP, 0,3345 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) – minus 1,47 Prozent – und Nuclearelectrica (SNN, 18,52 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) – minus 2,9 Prozent – sein: Wird Petrom von steigenden Erdölpreisen profitieren? Und wie wird sich der Aktionärsbeschluss beim AKW-Betreiber Nuclearelectrica, nicht mehr mit chinesischen Investoren zusammenarbeiten zu wollen, auswirken? Es bleibt spannend.

Devisen

Am rumänischen Devisenmarkt herrschte in der vergangenen Handelswoche Ruhe. Weder Euro noch US-Dollar machten große Sprünge – und natürlich auch nicht der rumänische Leu. Die europäische Gemeinschaftswährung ging nur sehr leicht zurück im Vergleich zum Leu (0,1 Prozent), während der US-Dollar sehr leicht zunahm (plus 0,04 Prozent). Damit gab der Devisenmarkt auch ein uneinheitliches Bild ab. Am gestrigen Montag startete der Euro bei 4,834 Lei, während der US-Dollar bei 4,2713 Lei in die neue Handelswoche einstieg.


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