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Medizinische Betreuung für alle Patienten aus vier Kreisgebieten

Kronstädter Militärspital beging 100-jähriges Jubiläum

Ehrenbezeugung für Königin Maria von Militärangehörigen in Uniformen des Ersten Weltkrieges. Fotos: der Verfasser

Das Hauptgebäude des Kronstädter Militärspitals

Drei Tage dauerten die Festlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Kronstädter Militärspitals „Königin Maria“. Es waren eigentlich zwei Jubiläen, die begangen wurden. Vor einhundert Jahren, am 1. Februar 1919, wurde dieses Krankenhaus in rumänische Verwaltung übernommen, nach der Vereinigung der rumänischen Gebiete vom 1. Dezember 1918. Und vor 97 Jahren erteilte König Ferdinand am 15. Mai 1922 dem Militärspital den Namen seiner Gattin „Königin Maria“ in Anbetracht deren Einsatzes im Ersten Weltkrieg an der Front für die Betreuung der verletzten Soldaten der rumänischen Armee. Eingeleitet wurden die jetzigen Festlichkeiten mit einer Pressekonferenz, in der der Kommandant des Spitals, Oberst Dr. Alexandru Keresztes, auf die Entwicklung und die Geschichte des Spitals, auf die fast 250-jährige Tradition der Militärmedizin in der Stadt unter der Zinne einging und deren heutigen Stand vorstellte.

Älteste medizinische Einheit der Stadt

Die diesbezügliche Tradition geht auf den 10. Juli 1773 zurück, als ein österreichischer Militärchirurg, der nach Kronstadt entsendet worden war, vom Magistrat der Stadt den teilweisen Umbau einer Kaserne beantragte, um darin ein Militärspital einzurichten. Vier Tage später reicht der Bauinspektor Johann Bruss beim Magistrat ein diesbezügliches Gutachten zwecks Genehmigung ein. Das Spital wurde nicht an der Stelle gebaut, wo sich das jetzige Krankenhaus befindet. Es nahm seinen Betrieb 1791 auf. Dieses wird Anfang des 19. Jahrhunderts in die Kaserne in der Schwarzgasse/heute Nicolae-Bălcescu-Straße verlegt, wo sich gegenwärtig die Medizin-Fakultät befindet. Ende des Jahrhunderts wird dann mit dem Bau des gegenwärtigen Spitals begonnen, wo seither dieses seine Tätigkeit da ununterbrochen fortführt. 1885 beginnen die Bauarbeiten auf einem öffentlichen Gelände unter der Zinne und das Spital ist 1887 bezugsbereit. Keines der drei damals in der Stadt befindlichen Krankenhäuser besteht heute noch auf dem ursprünglichen Standort, mit Ausnahme des Militärspitals. In den Jahren des Ersten Weltkriegs hatte dieses die höchste Kapazität, die es jemals verzeichnen sollte: rund 500 Betten.

Nach dem 1. Februar 1919, nach der Übernahme durch die rumänische Verwaltung, wird dieses Spital der 18. Infanteriedivision, mit einer Kapazität von 150 Betten, zugeteilt. Durch das Dekret von König Ferdinand Nr. 1174 vom 25. März 1922, veröffentlicht in dem Amtsblatt Nr. 24 vom 5. Mai 1922, wird dem Militärspital, beginnend mit dem gleichen Monat des gleichen Jahres, der Name „Königin Maria“ verliehen. Das Zeremoniell fand am 15. Mai 1922 in Anwesenheit hochrangiger Gäste und eines zahlreichen Publikums statt, wie die damalige Zeitung „Gazeta de Transilvania“ berichtete. Durch Dekret Nr. 38 aus dem Jahre 1938 wird das Militärspital „Königin Maria“ aus dem Stadtbesitz in Besitz des Nationalen Verteidigungsministeriums übertragen. Während des Zweiten Weltkriegs musste das Spital seine Kapazität verdreifachen und gründete Außenabteilungen in Zeiden/Codlea und Rosenau/Râşnov. In den Jahren nach 1946 hat das Krankenhaus einen Modernisierungs- und Anpassungsprozess bis zur Gegenwart durchgemacht.

Eine starke Präsenz im Gebiet

Erforderliche Abteilungen für Innere Medizin, Hals-Nasen-Ohren-, Hautkrankheiten wurden gegründet. 1982 wurden die Poliklinik sowie die Orthopädie-Abteilung ins Leben gerufen. Gegenwärtig werden 28 verschiedene medizinische Fachrichtungen da behandelt, die technische Ausstattung entspricht dem gegenwärtigen Stand hochrangiger Krankenhäuser. Seit 2016 wurden auch bauliche Modernisierungen vorgenommen. Gegenwärtig beträgt die Kapazität 175 Betten.

Das Krankenhaus bietet fachlich hochwertige Behandlungen nicht nur für Militärangehörige, Veteranen, alle Verteidigungsstrukturen aus den Kreisen Kronstadt, Covasna, Harghita und Muresch/Mureş, sondern aufgrund von Verträgen mit den Krankenversicherungen auch der Zivilbevölkerung. Laut dem Kommandanten des Spitals, Dr. Alexandru Keresztes, haben im Vorjahr 10.000 Patienten aus mehreren Kreisgebieten das Spital in Anspruch genommen. Davon waren nur 19 Prozent Angehörige der Militär- und Verteidigungsstrukturen.

Das medizinische Personal ist immer wieder auch in die internationale Kooperation mit den NATO-Staaten impliziert und stellt dabei seine gute Ausbildung unter Beweis. Das zeigte sich auch durch die jüngste Teilnahme an der Vigorous-Warriors-19-Übung in Großschenk/Cincu.
Anlässlich des 100. Jubiläums wurden die Büsten von Königin Maria und König Ferdinad im Hof der Einrichtung im Beisein hochrangiger Gäste des Verteidigungsministeriums, leitender Lokalbehörden, ehemaliger und gegenwärtiger Mitarbeiter, des Direktors des rumänischen Königshauses, Ion Tucă, enthüllt. Es sind die einzigen derartigen Kunstwerke, die sich in einem Militärspital befinden. Erstellt wurden sie in der Werkstatt des Verteidigungsministeriums. Bei diesem Anlass wurde auch die Kirche im Innenhof (mit Innenbemalung) geweiht, ein Festprogramm fand im Kronstädter Armeehaus statt. Zahlreiche Partner und Sponsoren haben die drei Tage dauernden Veranstaltungen unterstützt.

Das Militärspital „Königin Maria“ erfreut sich eines sehr guten Rufes bei Patienten, aber auch beim medizinischen Personal anderer Krankenhäuser. Bei den im Vorjahr verzeichneten Überschwemmungen hat es im Juni in den Kreis Covasna Karawanen mit 14 Fachrichtungen, und im September in den Kreis Harghita mit 18 Fachgebieten entsendet, um den Betroffenen medizinische Betreuung zu gewähren.

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