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Mehrwert wird vom inländischen Kapital generiert

Ausländisches Kapital bringt oft nur eine Momentlösung

Die Produktionsvorgänge der ausländischen Firmen in Rumänien sind meist nicht sonderlich komplex und gerade technisch simple Ausführungen bringen geringen Profit, was heißt, dass geringer Mehrwert erzielt wird, sagt der Temeswarer Wirtschaftsprofessor Nicolae Ţăran. Die Rentabilität ist an das investierte Kapital, an die technische Ausstattung des jeweiligen Arbeitsplatzes gebunden. Die Aussagen von Professor Nicolae Ţăran erfolgen auf die Herausgabe einer Studie von PricewaterhouseCoopers Romania, die ergibt, dass es für internationale Konzerne durchaus Sinn macht, in Rumänien zu investieren, denn die Arbeitnehmer in Rumänien sind nahezu genauso Profit bringend, wie jene in anderen Ländern Mittel- und Osteuropas. Um das Land jedoch wirtschaftlich nach vorne zu bringen, müsse ein größerer Mehrwert generiert werden, so der Wirtschaftsanalytiker Ţăran.

 

Ein wirtschaftlich stabiler Rahmen und die Stärkung der staatlichen Institutionen seien wichtige Bedingungen, um Rumänien wirtschaftlich nach vorne zu bringen, hatte vor Kurzem der rumänische Notenbankchef Mugur Isărescu gesagt. Die „Endschlacht“ würde jedoch auf dem Niveau der Firmen gegeben, Firmen, deren Leistungen wachsen müssen.

 

Die Leistungen können durch den wirtschaftlichen Rahmen zwar gefördert werden, doch den Unterschied mache die Produktivität, so Isărescu weiter. Er glaubt, gerade ausländische Investitionen könnten die Wettbwerbsfähigkeit in der Wirtschaft sichern, und dafür seien ausländische Investitionen notwendig. Rumänien habe nicht genügend Ressourcen, weder volumenmäßig noch von der Struktur her, um nachhaltige Entwicklung zu sichern, sagte der Gouverneur der rumänischen Nationalbank, Mugur Isărescu. Diese Aussagen sind jedoch ganz im Gegensatz zu dem, was der Temeswarer Wirtschaftsanalytiker Nicoale Ţăran behauptet.

 

Der sieht nämlich wirtschaftlichen Aufschwung und Mehrwert durch eigenes Kapital. „Ausländisches Kapital wird zu einem günstigen Moment ins Land gebracht, hat aber nicht den Zweck, die Entwicklung des Landes voranzutreiben“, sagt der Wirtschaftsanalytiker. Niederlassung, Märkte und Arbeitskräfte seien für einen ausländischen Investor entscheidend, sagt Ţăran. Der Profit hingegen gehe wieder ins Mutterland der Firma, sagt er. Vor Ort bleiben also die Steuern und die Löhne. Ausländischem Kapital müsse allein die Rolle zukommen, die Initiativen vor Ort zu unterstützten.

Der Index - berechnet nach dem generierten Brutto-Mehrwert des Arbeitnehmers und der Lohnausgaben - liegt in Rumänien bei 1,34; in Mittel- und Osteuropa sind es 1,36. Der Index ist im Jahr 2010 in Rumänien gegenüber 2009 um zwölf Prozent zurückgegangen.

 

Dieser Verfall hieße jedoch nicht, dass die rumänischen Arbeitnehmer weniger effizient geworden sind, sondern es geht auf den leichten Anstieg der Zahl der Beschäftigten und auf die rückläufigen Einnahmen der Firmen zurück, so die PWC-Analyse.

Um jedoch wirtschaftlich besser dazustehen und einen größeren Mehrwert zu generieren, sei rumänisches Kapital notwendig. Dadurch können komplexere Produktionsabläufe durchgeführt werden, was eben diesen Mehrwert generiere, sagt Nicolae Ţăran. Dazu sei eine stabile Beziehung zwischen Regierung und Unternehmerverbänden notwendig. „Es gibt keine entsprechende Regierungspolitik“, resümiert der Wirtschaftsanalytiker.

Gleich drei Krisenherde erkennt der Temeswarer Wirtschaftsprofessor Nicolae Ţăran. Der eine ist Griechenland speziell, dann allgemein die Euro-Krise und nicht zuletzt die Bankenkrise.

 

„Warum braucht man eine Rekapitalisierung der Banken, wenn die Kreditaufnehmer ihre Darlehen wider zurückzahlen können?“, fragt sich Ţăran rhetorisch. Für ihn ist es klar, dass nicht nur die Staatsverschuldung ein Problem ist, sondern auch die Kreditnehmer. Allein Deutschland könne derzeit durch seine Exporte das Niveau halten, die meisten anderen EU-Staaten würden mehr Waren ein- als ausführen. „Die Realökonomie Europas ist im Kollaps”, schlussfolgert Ţăran.

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