Neuer Atem in alten Mauern

Mihai-Eminescu-Trust entwickelt Modell zur Wiederbelebung kleiner Gemeinschaften

Die Arkedener Gemeinschaft bekommt in den nächsten drei Jahren die Gelegenheit, tüchtig mit anzupacken und zu lernen, sich selbst zu helfen. | Foto: Mihai-Eminescu-Trust

Das neue, gemeinnützige Projekt „ȘURA: Laborator de experimentare și implicare civică incluzivă“ (SCHEUNE: Labor für inklusives Experimentieren und zivilgesellschaftliches Mitwirken), das eine Antwort auf die Bedürfnisse der Bewohner in Arkeden/Archita im Kreis Muresch bieten soll, hat der Mihai-Eminescu-Trust unlängst angegangen. 

Im Vorfeld veranstaltete der Verein in den vergangenen Jahren wiederholt Treffen mit Bürgerinnen und Bürgern, infolge derer der Bedarf der Festigung der Gemeinschaft, die Notwendigkeit einer Infrastruktur, die ein zivilgesellschaftliches Mitwirken ermöglichen soll, der Organisation außerschulischer Tätigkeiten sowie für den sozialen und kulturellen Wiedereinschluss benachteiligter Personengruppen hervorging. Das Vorhaben wird nun während einer Dauer von drei Jahren mithilfe einer Finanzierung des Active Citizens Fund România, ein von Island, Liechtenstein und Norwegen über die EEA-Grants 2014-2021 finanziertes Programm unter dem Motto „Zusammenarbeit für ein grünes, wettbewerbsfähiges und inklusives Europa“ umgesetzt.

Die dafür verfügbare Gesamtfinanzierung beträgt etwas über 270.000 Euro, von denen knapp 240.000 Euro über die EEA-Grants und 30.000 Euro vom Mihai-Eminescu-Trust gestellt werden, mit denen der Gemeinschaft zu mehr Zusammenhalt verholfen werden soll – und dazu, dass Bürgerinnen und Bürger Initiative ergreifen und sich aktiv für ihre Gemeinschaft einsetzen.

Die direkten Nutznießer des Programms sind 210 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Dorf sowie die Mitarbeiter und Freiwilligen der Zivilgesellschaft in der Region und des Mihai-Eminescu-Trust. Gut ein Viertel der Teilnehmenden werden Angehörige der Roma-Gemeinschaft sein, denen das Projektziel „Steigerung der Kompetenz und der Inklusion der Roma-Minderheit“ gewidmet ist. 

Als Ziele kommen hinzu die Inklusion der Jugendlichen, der Umweltschutz, die Förderung der Geschlechtergleichheit sowie die Steigerung der Fähigkeiten und der Nachhaltigkeit der NGOs und der Zivilgesellschaft in der Gegend. Dazu wird das Projekt die Abwicklung eines informellen Programms für inklusive zivilgesellschaftliche Bildung, die Gründung des Aktivitäts-Klubs ȘURA, die Unterstützung des Dialogs zwischen öffentlichen Einrichtungen und den Mitgliedern der Gemeinschaft, die Veranstaltung von Advocacy-Übungen (Anm. d. Red. „Advocacy“ bezeichnet die öffentliche Einflussnahme auf die Politikgestaltung für ein kollektives Interesse) und -Tätigkeiten, aber auch den Erfahrungsaustausch mit anderen Organisationen der Zivilgesellschaft in der Gegend umfassen.

Konkret werden die Teilnehmer eine Scheune in Arkeden erneuern und zum gemeinschaftlichen Multifunktionszentrum ausbauen, das durch die hier stattfindenden gemeinschaftlichen Programme und Kulturveranstaltungen der Interaktion der verschiedenen sozialen Gruppen und der Förderung des Engagements in der Gemeinschaft dienen wird.

Hier werden die Kinder und Jugendlichen ermutigt werden, sich an kreativen Bildungsvorhaben zu beteiligen und aktiv bei der Einrichtung eines Sportplatzes und eines interaktiven Gartens mitzumachen. Im Angebot stehen desgleichen 14 Werkstätten und eine Sommerfreizeit zu Themen wie kulturelle Ermächtigung, kulturelle Bildung, gesunde Gewohnheiten für das Selbst und die Umwelt, Selbst- und Nächstenachtung, Stärkung des Selbstbewusstseins oder ein Kennenlernen der Traditionen und Kultur der Roma. Der Entwicklung und der Teilhabe an der lokalen Wirtschaft werden zwei Brunches sowie zwei Auflagen der „Arkedener Tage“ und vier Treffen zum Erfahrungsaustausch mit anderen Vereinen in der Region dienen.

Insgesamt nehmen sich die Projektverantwortlichen vor, das Programm zu einem künftig auch in anderen Dörfern umsetzbaren Modell werden zu lassen, das der Überzeugung des Mihai-Eminescu-Trusts Rechnung trägt, dass eine Gesellschaft wesentlich stärker ist, wenn ihre Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Entwicklung ihrer Gemeinschaften mitmachen und zu aktiven Akteuren des Wandels werden.

 

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