Online-Theater und Museum auf Facebook

Digitale Kulturangebote aus Kronstadt

Live-Übertragung von „Electronic City“ | Foto: Sică-Alexandrescu-Dramentheater

So wie die Situation derzeit in Kronstadt und im ganzen Land aussieht, ist es ausgeschlossen, dass wir bis Jahresende ins Theater, Kino, zu einer Ausstellungseröffnung oder zu einem Konzert gehen. Die Kulturinstitutionen bleiben für Besucher geschlossen, doch das Kulturleben geht online weiter, so wie wir es aus der Lockdown-Zeit im März, April und Mai kennen. Jetzt gibt es eine Vielzahl von digitalen Kulturangeboten im Netz und man hat die Möglichkeit zu sehen, was in anderen Städten und Ländern produziert wird. Ob Ballett, Theater oder Oper, hunderte von Bühnen weltweit bemühen sich, ein  facettenreiches Programm zu den Besuchern nach Hause zu bringen und versorgen das Publikum trotz Social Distancing online mit Kultur- und Lehrangeboten. Mittels Livestreams und Video-on-Demand-Angeboten kann man Konzerte, Opern und Theateraufführungen in die eigenen vier Wände bringen. Obwohl die Auswahl riesig ist, sollte man vielleicht in diesen Tagen auch die Kronstädter Kulturszene online besuchen. Mit einem gekauften Ticket kann man sie in diesen schweren Zeiten unterstützen. Hier zwei der neuesten Angebote.

Deutsches Theaterstück „Electronic City” feierte Online-Premiere

Die erste Premiere der Spielzeit 2020/2021 beim Sic²-Alexandrescu-Theater konnte, wegen den Einschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie, nur online stattfinden. Die erste Vorstellung von Falk Richters „Electronic City“ in der Regie des Kronstädters Drago{ Alexandru Mu{oiu fand am Samstag, dem 31. Oktober, ohne Zuschauer auf der großen Bühne des Theaters statt und wurde live ins Internet übertragen. Es handelte sich um die erste Liveübertragung einer Vorstellung beim Kronstädter Theater. Die Premiere von „Electronic City“ hätte ursprünglich im März stattfinden sollen, die Proben haben schon im Januar begonnen. 

„Electronic City“ ist ein Märchen aus elektronischen Zeiten. Es spielt in einer elektronischen Metropolis, einer globalen Stadt, die von der universalen Dienstleistungsindustrie beherrscht wird. Sie verlangt den flexiblen Menschen, der zwischen digitalisierter Kommunikation (immer erreichbar und immer verfügbar) und globaler Standardisierung (alles sieht gleich aus, alles schmeckt gleich) zum aufgelösten Menschen wird und der sich selbst nur noch in wechselnden Zahlenketten zu erkennen vermag. Eine Chance, den Daten- und Kapitalströmen zu entkommen, bietet nur der Stromausfall, der Fehler im System, der hysterische Leerlauf, der dann einsetzt. „Electronic City“ ist eine neoromantische Liebesgeschichte aus dem 21. Jahrhundert. Tom ist ein Berater, der viel reist und oft nicht weiß, wo er ist -  Berlin, London, New York, Hongkong, Singapur. Joy arbeitet an der Scannerkasse von Pręt-ŕ-manger-International und ihr Traum ist George Clooney. Tom und Joy verlieben sich beim Kampf um den letzten Platz an Bord eines Fluges. Die Uraufführung fand 2003 beim Schauspielhaus Bochum statt. Falk Richter, geboren 1969 in Hamburg, ist ein deutscher Regisseur und Autor. Seine Stücke, darunter Gott ist ein DJ, Electronic City, Unter Eis und Trust liegen in mehr als 35 Sprachen vor und werden weltweit gespielt.

„Electronic City“ kann auch am Sonntag, dem 8. November und am Sonntag, dem 29. November online gesehen werden. Das Publikum kann die Vorstellung von zu Hause auf www.mystage.ro anschauen, wobei ein Ticket 30 Lei kostet. Auch die anderen für November auf dem Programm stehenden Vorstellungen des Theaters finden in diesem Monat online statt. Darunter ein weiteres Stück eines deutschen Autors, „Die Gärten des Grauens“ von Daniel Call, in der Regie von Dan Vasile. Die Vorstellungen finden am Donnerstag, dem 12. November und am Samstag, dem 28. November statt. 

Das Museum zieht auf Facebook um 

Seit fast zwei Wochen mussten auch die Kronstädter Museen ihre Pforten für die Besucher schließen. Jetzt werden die Exponate online gezeigt. Drei Manuskripte aus dem Jahr 1927 können auf der Facebook-Seite des Gedenkmuseums „Casa Mure{enilor“ bewundert werden. Es sind Manuskripte mit Reproduktionen nach der Schrift von Mihail Sadoveanu, Liviu Rebreanu und Ion Minulescu und es ist eine gute Gelegenheit, besonders für Schüler, zu sehen, wie die Schriftsteller früher arbeiteten, als es noch keine Computer gab. „In der Zwischenkriegszeit hatten Interessierte die Möglichkeit zu sehen, wie die berühmtesten Schriftsteller schrieben. Diese Manuskriptauszüge waren in einer limitierten Auflage gedruckt. Zum Beispiel können wir in der Novelle „Der Schwanengesang“ von Liviu Rebreanu auch die Korrekturen des Schriftstellers sehen, wir können auch sehen, wie er seinen Namen schrieb. Diese Kollektionen waren mit Seidenschnur gebunden. Es sind Auflagen für Bücherliebhaber, für diejenigen, die Handschrift zu schätzen wissen“, meint Valer Rus, Leiter des „Casa Mure{enilor“ Gedenkmuseums. Die Manuskriptauszüge, die in Bukarest gedruckt wurden, wurden aus dem Lagerraum des Museums herausgenommen und digitalisiert. „Beginnend mit dem Monat November und mit den neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, die das Schließen von Kultureinrichtungen vorsehen, müssen wir unsere Aktivitäten neu organisieren. Wir versuchen aber, weiterhin nahe an unseren Besuchern zu bleiben und ihnen online einige wichtige Exponate des Museums zu zeigen. Weiterhin planen wir neue Online-Formate für unsere Ausstellungen“, ergänzt Rus. Die drei Dokumente, die auf Facebook gezeigt werden, sind im Rahmen einer großen Digitalisierungs-Aktion wieder ans Licht gebracht worden. Auch andere „Schätze“ des Museums werden in Zukunft auf Facebook zu sehen sein.

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