Seit 28 Jahren Gebetsoktave für die Einheit der Christen in Reschitza

Auch gemeinsamer Gedenkgottesdienst zu 75 Jahren seit der Deportation

In der römisch-katholischen „Maria Schnee“-Pfarrkirche Reschitza wurde an den Beginn der Russlanddeportation vor 75 Jahren erinnert. Es predigten Msgr. József Csaba Pál, römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar, und Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Hermannstadt. Im Foto neben den beiden Bischöfen der Temeswarer Bischofssekretär Pfr. László Bakó (l.) und der Mühlbacher Bezirksdechant, Dr. Wolfgang Wünsch.

Im rumänischen Bedeutungswörterbuch, DEX, steht unter dem Eintrag Ökumene folgende Erklärung: „Bewegung für die Wiederherstellung der universellen Einheit der christlichen Kirchen, unter Beachtung der Eigenständigkeit, durch Vereinbarungen und theologischen Dialog“. Für die Reschitzaer hat das Wort Ökumene vor 28 Jahren eine neue Bedeutung erhalten.
Damals wurde auf Initiative einer Gruppe von Geistlichen verschiedener Konfessionen in Reschitza ein neuer Weg für die Annäherung der historischen christlichen Kirchen eingeschlagen. So wurde in der Zeitspanne 18. - 25. Januar 1993 in der Stadt an der Bersawa zum ersten Mal eine Gebetsoktave für die Einheit aller Christen veranstaltet. Ich möchte im Weiteren einige Initiativen und Veranstaltungen aufzählen, die ich für die vergangenen 28 Jahre erlebter Gemeinschaft in Reschitza als wichtig empfinde:
Erstens die Teilnahme der Reschitzaer Christen verschiedener Konfessionen an den Veranstaltungen anlässlich des Besuchs von Papst Johannes Paul II. in Bukarest, zwischen dem 7. und 9. Mai 1999, als aus der Seele der Christen der unvergessliche Ausruf kam: „Einheit!“; dann die Teilnahme der jungen Reschitzaer verschiedener christlicher Konfessionen, in Begleitung ihrer Pfarrer, an der III. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Hermannstadt zwischen dem 4. und 9. September 2007, aber auch an anderen ökumenischen Treffen in Italien (Region Pesaro, Loreto und Trient) und Schweden sowie die Teilnahme einiger Bischöfe der historischen Kirchen in Rumänien an den in Reschitza organisierten Oktaven. Nicht zuletzt sei die Beteiligung von Gläubigen verschiedener christlicher Konfessionen Reschitzas an den Begegnungen in Siebenbürgen (Schomlenberg / Șumuleu Ciuc und Blasendorf / Blaj) mit Papst Franziskus, Anfang Juni 2019, erwähnt.

Hier sollte man auch die jährlichen und monatlichen ökumenischen Treffen der Frauen in den verschiedenen christlichen Kirchen in Reschitza erwähnen sowie die jährliche ökumenische Veranstaltung während der Osterfastenzeit im Reschitzaer „Frédéric Ozanam“-Sozialzentrum, vom Demokratischen Forum der Banater Berglanddeutschen und vom Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ organisiert. Die Begegnung findet unter dem Titel „Den Gekreuzigten liebend“ statt. Im vergangenen Jahr wurde sie zum 14. Mal organisiert.

Es muss auch die Veranstaltung vom 14. Januar 2007 in Reschitza genannt werden, an der die drei Exzellenzen Lucian Mic (rumänisch-orthodoxer Bischof, Karansebesch), Alexandru Mesian (griechisch-katholischer Bischof, Lugosch) und Martin Roos (römisch-katholischer Bischof, Temeswar) teilgenommen haben. Zu diesem Anlass wurde der Ehrenbürgertitel von Reschitza den Pfarrern Dr. Vasile Petrica (damals rumänisch-orthodoxer Protopope in Reschitza), József Csaba Pál (damals römisch-katholischer Erzdechant des Banater Berglandes), Marian Ilie Ștefănescu (damals griechisch-katholischer Protopope in Reschitza) und Makay Botond (damals reformierter Pastor in Reschitza) verliehen, eine einmalige Geste in unserem Land, vielleicht auch europaweit. 

Ich erwähne noch die Teilnahme einiger Seelsorger und Gläubigen aus Italien und Schweden an der Oktave in Reschitza und den Gegenbesuch einiger Reschitzaer, die an ökumenischen Gottesdiensten in Italien und Schweden teilgenommen haben. Auch fanden dreimal (am 28. März 2010, am 16. April 2011 und am 13. April 2014) Palmsonntagsprozessionen durch Reschitza mit der Teilnahme der verschiedenen hiesigen christlichen Konfessionen statt. Die Ärzte der Radiologie-Abteilung organisierten seit dem Besuch von Papst Johannes Paul II. täglich eine ökumenische Andacht (einen sogenannten ökumenischen Gebets- und Meditationsmoment). Die Teilnahme der Pfarrer und der Jugendlichen aus Reschitza an den ökumenischen Symposien, die von der Orthodoxen Theologischen Fakultät und der Fokolar-Bewegung katholischerseits organisiert werden, ist hier ebenfalls aufzulisten; so auch die ökumenischen Treffen der Jugendlichen am Wallfahrtsort „Maria Fels“ in Deutsch-Tschiklowa und in Herkulesbad (bisher vier oder fünf Treffen).

Nicht zu vergessen sei die 18. Buchveröffentlichung des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“: „Spălați-vă picioarele unul altuia. Ecumenism între istorie și prezent la Reșița = Waschet Euch gegenseitig die Füße. Ökumene zwischen Geschichte und Gegenwart in Reschitza = Mossátok meg egymás lábát. Az ökumenizmus története és jelene Resicabányán“, eine dreisprachige Ausgabe, vom damaligen Erzdechanten, heute Diözesanbischof József Csaba Pál und Erwin Josef Țigla im Reschitzaer „InterGraf“-Verlag, 2003 herausgegeben.

Wir haben uns gemeinsam an den 28 Jahren Oktave in unseren christlichen Kirchen Reschitzas erfreut. In diesem Jahr hat die ökumenische Oktave in Reschitza zwischen dem 18. und dem 25. Januar in verschiedenen Kirchen stattgefunden: in der römisch-katholischen „Maria Schnee“-Kirche (es predigte der evangelische Pfarrer Walther Sinn aus Semlak bei Arad), in der griechisch-katholischen Kirche „Die Hl. Jungfrau Maria von Fatima“- und „Heiliger Papst Johannes Paul II.“ in Reschitza - Govândari (römisch-katholischer Pfarrer Attila Puskás, Reschitza - Govândari), in der römisch-katholischen Kirche „Allerheiligste Dreifaltigkeit“ Reschitza - Govândari (griechisch-katholischer Pfarrer Ovidiu Pop), in der römisch-katholischen Kirche „Unbefleckte Empfängnis“ Karansebesch (rumänisch-orthodoxer Bischof Lucian Mic, Karansebesch), in der rumänisch-orthodoxen Kirche „Verklärung des Herrn“ Reschitza - Govândari (römisch-katholischer Diözesanbischof Msgr. József Csaba Pál, Temeswar), in der evangelischen Kirche Deutsch-Reschitza (römisch-katholischer Dechant des Karascher Dekanats, Veniamin Pălie) und in der römisch-katholischen „Maria Schnee“-Kirche Deutsch-Reschitza, als man auch der Russlanddeportation vor 75 Jahren gedachte (es predigten Msgr. József Csaba Pál, römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar, und Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Hermannstadt). 

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