SIPA-Archive: Andronic mit neuen Enthüllungen

Mitglieder der Macovei-Kommission bezichtigt

Bukarest (ADZ) - Der 2006 aufgelöste Dienst für Sicherheit und Korruptionsbekämpfung (SIPA) verfügte seinerzeit über zahlreiche Ermittlungsunterlagen – 2007 wurde bekannt, dass ein Teil der Dokumente spurlos verschwunden war. Der Journalist Dan Andronic beschuldigt Mitglieder der im Jahre 2007 von Ex-Justizministerin Monica Macovei ernannten Kommission zur Sichtung und Bestandssicherung des Archivs nun, Teile des Bestandes kopiert und entwendet zu haben. Mitglieder der Arbeitsgruppe waren unter anderem der Staatsanwalt Paul Dumitru sowie der Richter Cristi Danileţ.

Das Verschwinden von belastendem Material habe den Aufstieg von Richtern und Staatsanwälten „bis in die höchsten Positionen“ ermöglicht, so Andronic. Er bezichtigt unter anderem Danileţ, SIPA-Unterlagen kopiert und vernichtet zu haben. Dieser reagierte umgehend: Er beauftragte die Generalstaatsanwaltschaft seinerseits, das von Andronic angeführte Verschwinden von Archivmaterial zu untersuchen. Zugleich wies er die Vorwürfe des „Evenimentul Zilei“-Chefredakteurs umgehend als verleumderisch zurück. Auch die heutige Europaabgeordnete Macovei wies die Spekulationen zurück: Sie habe kein einziges SIPA-Dokument erhalten. Laut Justizminister Tudorel Toader sei momentan völlig unklar, wer die Dokumente entwendet habe – das Archiv befinde sich derzeit in Verwahrung durch die Nationale Gefängnisverwaltung (ANP).

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