Stärkste Philharmonie Siebenbürgens ruft ihrem Intendanten Lebewohl nach

Intendant Marius Tabacu zog es stets vor, die ihm unterstehenden Musikerinnen, Musiker und Verwaltungsbeauftragten nicht an das autoritäre Gängelband zu nehmen, wie die Pressemitteilung der Staatsphilharmonie „Transilvania“ festhält. Foto: Filarmonica de Stat Transilvania

Klausenburg - Marius Tabacu, seit 2007 Intendant der Staatsphilharmonie „Transilvania“ Klausenburg/Cluj-Napoca, ist in der Nacht von Donnerstag, dem 8. Oktober, auf Freitag, den 9. Oktober, gestorben. Eine Stunde nach Mitternacht gab die Verwaltungsabteilung von Chor und Orchester tief betroffen den Tod ihres 68 Jahre alten Vorsitzenden bekannt. In der einschlägigen Pressemitteilung gelobt die Staatsphilharmonie, Marius Tabacu als einen höchst umgänglichen Chef in Erinnerung zu behalten, dessen Bereitschaft zu geduldigem Zuhören jedem noch so aufwühlenden Gespräch eine Note ungeahnter Schwerelosigkeit aufzusetzen vermochte. Marius Tabacu stammte aus der Ortschaft Tăuteu, Verwaltungskreis Bihor, und ließ sich an der Gheorghe-Dima-Musikakademie Klausenburg, die damals „Staatskonservatorium“ genannt wurde, zum Pianisten ausbilden. Von 1976 bis 1990 bestritt er seinen Lebensunterhalt als Klavierlehrer am Musik-Gymnasium Klausenburg. Es folgten einige Jahre als Redakteur einer regionalen Fernseh- und Rundfunkanstalt.

Marius Tabacu beherrschte die ungarische Sprache auf hohem Niveau, was ihm in der täglichen Arbeit und Begegnung mit den künstlerischen und nicht zuletzt auch menschlichen Belangen der Staatsphilharmonie „Transilvania“ Klausenburg, die zahlreiche ungarische Muttersprachlerinnen und Muttersprachler beschäftigt, bestimmt überaus nützlich war. 2019 hat der Tracus-Arte-Verlag mit Unterstützung des Rumänischen Kulturinstituts die von Marius Tabacu verfasste rumänische Übersetzung der „Siebenbürgischen Trilogie“ von Miklós Bánffy veröffentlicht. Das Buchprojekt wurde 2020 mit dem Jahrespreis des Rumänischen Schriftstellerverbands ausgezeichnet. Die Staatsphilharmonie „Transilvania“ hält große Stücke darauf, dass Marius Tabacu die „Erdélyi történet“ nicht allein so authentisch wie nur irgend möglich als „Trilogia Transilvană“ belassen, sondern im rumänischen Romantext auch Spuren seiner dezent schillernden Persönlichkeit hinterlassen hat. Marta Petreu, Literaturwissenschaftlerin und Professorin an der Babe{-Bolyai-Universität Klausenburg, bescheinigt Marius Tabacus rumänischer Übersetzung der „Siebenbürgischen Trilogie“ in ihrem neuen Sammelband „Domni și Doamne“ (Polirom-Verlag, 2020) das Fehlen jeglichen Schattens von Xenofobie.
 

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