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Start in den Konzertsommer!

„Musica Barcensis“ feiert zehnjähriges Jubiläum

Bei „Musica Barcensis“ verbindet man Kultur mit Tourismus.
Foto: Forum Arte

Schon 20 Jahre sind es her, seitdem der Kronstädter Organist Steffen Schlandt auf die Idee kam, eine Sommerkonzertreihe zu organisieren. 1999 hat er in Tartlau das Projekt „Diletto Musicale“ ins Leben gerufen. Der Orgelbauer Ferdinand Stemmer hatte eine seiner Truhenorgeln zur Verfügung gestellt, um diese bei Konzerten in Siebenbürgen bekannt zu machen. So beschloss Schlandt, eine Musikreihe zu starten, die vor allem vokale und instrumentale Besetzungen mit der Truhenorgel ermöglicht. Seitdem finden jeden Sonntagnachmittag im August in der Evangelischen Kirche Tartlau Konzerte statt. Die besondere Akustik und die wunderschöne historische Kulisse trugen dazu bei, dass die Kammermusikreihe immer besser besucht wurde.

Doch auch in Orten wie Weidenbach, Honigberg und Rosenau gab es ein musikalisches Potenzial, das erschlossen werden musste. So entstand im Jahr 2010 die Musica-Barcensis-Reihe. Seit 2014 hat der Verein Forum Arte das Kulturmanagement übernommen. Im Sommer gibt es in der Stadt kein großes Kulturangebot. Musica Barcensis startet immer dann, wenn bei Philharmonie, Oper und Theater Saisonschluss ist. Deshalb lohnt es sich, am Wochenende einen Ausflug in die nähere Umgebung zu unternehmen. Man verbindet Tourismus mit Kultur.

Neun musikalische Wochenenden

Heute beginnt die 10. Auflage der Konzertreihe „Musica Barcensis“, die in diesem Jahr vom 6. Juli bis zum 1.September in den evangelischen Kirchen Honigberg/Hărman, Zeiden/Codlea, Weidenbach/Ghimbav, Rosenau/Râşnov, Neustadt/Cristian, Marienburg/Feldioara, Tartlau/Prejmer, Wolkendorf /Vulcan und Kronstadt/Braşov (Schwarze Kirche und Martinsberger Kirche) stattfinden wird. Veranstalter sind die Stiftung für Kultur und Kulturerbe „Forum ARTE“, die evangelischen Kirchengemeinden A. B. Kronstadt, Zeiden, Neustadt, Weidenbach, Honigberg, Tartlau, Rosenau und Wolkendorf, mit der Unterstützung des Kreisrats Kronstadt, des Bürgermeisteramts Zeiden, des Bürgermeisteramts Marienburg, des Historischen Filmfestivals aus Rosenau, des Vereins „Braşovul pedalează“ und mehrerer Sponsoren.

Das Festival, das aus der Kronstädter Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken ist, wird immer beliebter beim Publikum und bietet in der diesjährigen Auflage jeden Samstag und Sonntag ein vielfältiges Konzertprogramm, an dem über 240 Künstler aus Rumänien, Deutschland, Griechenland, der Schweiz, Ungarn und Norwegen mitwirken werden.

Schon immer haben sich die Organisatoren gewünscht, eine Alternative zu den traditionellen Konzerten zu bieten. Das Publikum hat somit die Gelegenheit, einen Wochenendausflug mit einem kulturellen Event zu verbinden.

Ausflug auf den Spuren der Orgeln in der Fogarascher Umgebung

„Die Anzahl der Zuschauer ist konstant gewachsen. Das gibt uns Energie und Kraft, weiterzumachen. In diesem Jahr bieten wir ganz verschiedene Konzerte: von Duos bis zu Orchestern mit 70 Personen. Es freut uns, dass wir auch bei dieser Edition die Unterstützung der Kronstädter Radfahrer haben“, erklärte Steffen Schlandt auf einer Pressekonferenz.

Es ist schon zur Tradition geworden, dass man zum ersten Konzert des Festivals auf dem Rad kommt. Das Eröffnungskonzert am morgigen Sonntag, dem 7. Juli, vereint unter dem Motto „Kronstadt radelt“ (Braşovul pedalează) Kultur, Sport und Tourismus. Mitglieder des Vereins „Braşovul pedalează“ werden zum Konzert bis nach Honigberg radeln und sich den anderen Zuhörern anschließen. Um 18 Uhr findet ein Konzert von Luiza Zan und Iulian Pavelescu in der evangelischen Kirche in Honigberg statt. Es folgen weitere acht Wochenenden mit insgesamt 17 Musikabenden. Auf dem Programm stehen Kammer-, Vokal- und Chormusik sowie Orgelkonzerte.

Eine andere Tradition, die seit 2016 besteht, ist die von dem Musikerehepaar Ursula und Kurt Philippi initiierte Orgelfahrt in die Umgebung von Kronstadt. Dieses Mal werden sich die Teilnehmer heute auf die Spuren der Orgeln im Fogarascher Gebiet begeben. Es werden die Kirchen aus Kleinschenk/Cinc{or, Fogarasch, Weidenbach und Wolkendorf besichtigt. Dabei werden die Teilnehmer interessante Fakten über die Orgeln in diesen Kirchen erfahren. Die Reise erfreut sich großer Beliebtheit und ist schon ausgebucht.

„Musik transportiert Geschichten“

„Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr das historische Filmfestival aus Rosenau als Partner gewinnen konnten. Das Konzert im Rahmen dieses Festivals findet am Samstag, dem 27. Juli, statt. Eine Neuigkeit in diesem Jahr sind die Konzerte in der Schwarzen Kirche, die jeden Sonntag im Juli stattfinden werden. Und eine andere Neuigkeit – es gibt zum ersten Mal ein Konzert in Marienburg, wo die Burg vor Kurzem renoviert wurde“, meint Schlandt.

Im Juli wird der Akzent auf Barockmusik gesetzt, die auch am meisten kompatibel mit den Kirchenburgen ist, die als Veranstaltungsort gelten. Der letzte Teil des Festivals ist sowohl den jungen Künstlern, als auch dem jungen Publikum gewidmet. Die Kinder werden in der Martinsberger Kirche erwartet, um zusammen mit ihren Eltern und Großeltern eine neue musikalische Geschichte zu hören. Beim letzten Konzert im Programm, am 1. September, wird die Junge Philharmonie Ostwürtemberg auftreten. „Das Festival wird auch in diesem Jahr einen Teil der Weltmusikgeschichte ins Burzenland bringen. Nicht nur beim Publikum ist es immer beliebter, sondern auch bei den Künstlern. Sie wünschen sich, hier aufzutreten. Letztes Jahr hatten wir etwa 200 Besucher pro Konzert. Das ist auch für die Künstler schön. Der Wunsch der Leute, Kultur hautnah zu erleben, ist immer größer. Die Musik transportiert Geschichten. Und wir sind froh und neugierig, diese Geschichten kennenzulernen“.

Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen ist frei. Die Konzerte in der Schwarzen Kirche sind kostenpflichtig. Mehr Infos und das komplette Programm unter www.forumarte.ro.

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