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Știri pentru copii: „Klein, aber informiert“

Erstes Informationsportal für Kinder und Jugendliche in Rumänien

„Kinder sind sehr neugierig“, sagt Georgeta Petrovici. Im Bild: mit ihrer Nichte Teodora Foto: privat

„Știri pentru copii“ ist das erste Informations- und Bildungsportal für Kinder und Jugendliche in Rumänien.

Recycling will früh gelernt sein: Im Dezember 2019 stellte „Știri pentru copii“ mit Unterstützung mehrerer Partner einen „urbanen Wald“ in Temeswar auf. Foto: Georgeta Petrovici

„Kinder sind etwas Magisches“, sagt Georgeta Petrovici aus Temeswar/Timișoara, Chefredakteurin des rumänischen Online-Nachrichtenportals „Știri pentru copii“ (www.stiripentrucopii.com). Aus dieser Überzeugung heraus wurde im vergangenen Jahr das in Rumänien einzige Informations- und Bildungsportal für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen. „Știri pentru copii“ wurde entwickelt, um den jungen Menschen, die ja sowieso bei jedem Schritt über Nachrichten stolpern und die Welt auf ihre eigene Art und Weise zu verstehen versuchen, qualitative Informationen zu liefern, die sie auch verstehen können. Die Idee dazu hatte vor einigen Jahren Adina Borcan, die Freundin von Georgeta Petrovici, die einige Jahre im Ausland gelebt hatte und feststellen musste, dass es in Rumänien – im Gegensatz zum Ausland – kein ernstes Informations- und Bildungsportal für Jugendliche gab. 

Im vergangenen Jahr bewarben sich Georgeta und Adina um eine Finanzierung über das nationale Förderprogramm für kleine Unternehmen „Start-Up Nation“. Die Bewerbung hatte Erfolg: Dank der Finanzierung konnte das Online-Portal www.stiripentrucopii.com professionell gestaltet und in seiner neuen, modernen Form veröffentlicht werden. Aktuell ist die Redaktion von „Știri pentru copii“ jene mit den meisten festen Angestellten in Temeswar. Neben Georgeta und Adina beschäftigt das Portal fünf junge Menschen – vier Frauen und einen Mann, die somit in die Arbeitswelt gestartet sind. 

„Kinder sind sehr neugierig – nicht nur, was Kinderthemen angeht. Wir schreiben über ernste Themen in einer zugänglichen Sprache, oftmals mit Worterklärungen am Ende der Artikel“, sagt Georgeta Petrovici.  „Wir erziehen die Kinder und die Kinder geben diese Informationen an ihre Eltern weiter. Die Erziehung findet in großem Maße auch umgekehrt, vom Kind zum Elternteil, statt“, ist Georgeta Petrovici überzeugt. Kein Wunder, wenn das Motto des Portals, in deutscher Übersetzung, etwa so klingt: „Klein, aber informiert“. 

Das Portal „Știri pentru copii“ ist bunt gestaltet und umfasst Kategorien und Unterkategorien, die Kinder und Jugendliche ansprechen. Verwendet wird eine einfachere Sprache als es gewöhnliche Nachrichtenportale tun, die Erklärungen einiger Wörter am Ende der Beiträge helfen den jungen Menschen, ihren Wortschatz auszubauen. Die Nachrichten sind in verschiedene Kategorien eingeteilt. In der Rubrik „Heute“ können die Nutzer des Portals erfahren, was sich in Rumänien und in der Welt aktuell zuträgt. Die Kategorie „Es gefällt uns (nicht)“ liefert gute wie auch schlechte Nachrichten, die Kinder und Jugendliche direkt betreffen. So „gefällt uns“ beispielsweise die Initiative „Citim Împreună România“ (Wir lesen gemeinsam Rumänien), wodurch am 5. Februar der Welttag des Gemeinsamen Lesens begangen worden ist. Dass nur die Hälfte aller Kinder mit besonderen Bedürfnissen in Rumänien zur Schule gehen, das „gefällt uns nicht“. In der Rubrik „Be cool“ können junge Menschen jede Menge Tipps und Tricks rund um Themen wie Gesundheit, Mode, Sport und Umweltschutz erhalten. Aus der Rubrik „Cooltura“ bekommen die Nutzer des Portals Informationen über wichtige Kulturereignisse in Rumänien. Die Kategorie „Bildung“ liefert Neuigkeiten über den Bildungsbereich, während die Rubrik „Im Internet“ unter anderem über die Gefahren, die das Internet birgt, berichtet. Auch Eltern haben auf dem Portal ihre eigene Leiste. Ihnen werden in der Kategorie „Für Eltern“ wichtige Hinweise zur Kindererziehung und zu den Vorlieben von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung gestellt. Außerdem haben die Leser des Portals die Möglichkeit, selbst Nachrichten zu schreiben und diese an „Știri pentru copii“ zur Veröffentlichung zu schicken.

„Coole Kinder lesen, recyclen und treiben Sport“, sagt Georgeta Petrovici. Deswegen wird diesen Themen auf dem Portal ein besonderes Augenmerk geschenkt. Schließlich sind die Gestalter des Portals überzeugt, dass nur durch die Erziehung der kommenden Generationen die Welt zum Positiven verändert werden kann. Junge Menschen müssen schon im Kindesalter mit wichtigen Themen, wie es der Umweltschutz ist, vertraut gemacht werden.

In diesem Sinne organisierte das Bildungsportal im Dezember letzten Jahres eine besondere Aktion in Temeswar. Mit Hilfe der Kinder von verschiedenen Schulen aus Temeswar und der Schülerkreise am Kinderpalast in Temeswar sowie mit Unterstützung der Studierenden der hiesigen Design-Fakultät wurde ein „urbaner Wald“ neben der Theresien-Bastei aufgestellt. Insgesamt 250 einzigartige Tannenbäume aus recyclebaren Materialien konnten bis Anfang Januar bewundert werden. Das Projekt wurde von „Știri pentru copii“ mit Hilfe der Stiftung 360o und des Nationalmuseums des Banats sowie mit Unterstützung des Temescher Kreisrats umgesetzt. „Die Kinder haben sich eingebracht und haben die Idee des Projekts erfasst. Auch die Gemeinschaft hat sehr zivilisiert darauf reagiert – kein einziger Tannenbaum wurde zerstört“, freut sich Georgeta Petrovici über eine erfolgreiche Aktion. Durch den „urbanen Wald“ wollten die Gestalter von „Știri pentru copii“ ein Zeichen setzen – und auf die Bedeutung des Recycling im Leben eines jeden Einzelnen hinweisen. Auch diese Aktion war einzigartig in Rumänien.

Die Temeswarer Journalistin Georgeta Petrovici, die unter anderem auch für Öffentlichkeitsarbeit am Nationaltheater Temeswar zuständig ist, empfindet es als wichtig, auch Kulturereignisse auf dem Portal bekannt zu machen. Auf dem Youtube-Kanal von „Știri pentru copii“ stellen Kinder Bücher vor oder sie liefern, beispielsweise, Geschichtslektionen – der Kanal ist ein Genuss für Kinder und Erwachsene zugleich. Eine Facebook-Seite und Konten auf Instagram und Twitter sind ebenfalls vorhanden. 

„Die Menschen machen einen großen Fehler, wenn sie die Kinder als intellektuell minderwertig behandeln. Sie müssen genau wie jeder andere Mensch behandelt werden, auf derselben Augenhöhe“, sagt Georgeta Petrovici. Dies ist auch der Grund, weshalb auf dem Portal auch sehr ernste Themen behandelt werden. Behandelt wurden, zum Beispiel, der Skandal an der Ballettakademie der Wiener Staatsoper, der Temeswarer Brand, in dem vier Kinder ums Leben gekommen sind, oder die Kinderarmut in Rumänien - Themen, von denen Erwachsene und Kinder zugleich erfahren sollten, sind die Inhaber des Portals überzeugt.

Das Portal „Știri pentru copii“ ist in erster Linie ein Bildungsinstrument. Es lehrt Kinder, frühzeitig mit Medien und Nachrichten umzugehen, um später zwischen den echten und den sogenannten „Fake News“ deutlich leichter unterscheiden zu können. Das Portal mit dem blauen Elefanten „Toyo“ als Maskottchen soll künftig mehr gefördert werden. Kontakte zu den Kreisschulämtern in Rumänien sollen entstehen, damit das Portal landesweit bekannt gemacht wird. „Das Portal wächst konstant“, freut sich Georgeta Petrovici.  

Um den Jugendlichen entgegen zu kommen, wurde auch eine Smartphone-App für Android und iOS ins Leben gerufen. Die App „stiripentrucopii“ kann kostenlos heruntergeladen werden und beliefert die jungen Smartphone-Besitzer täglich mit den wichtigsten Nachrichten aus Rumänien und der ganzen Welt. 

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Bemerkungen :

  • user
    M.M.H. Schiwon 11.02.2020 Beim 14:45
    Ich hoffe, dass den Kindern auch der Tierschutz nahegebracht wird. Anscheinend hat sich in den Sheltern nichts geändert. Die Hunde und Katzen hausen noch genauso im Dreck wie zuvor. Die Tierschuetzerinnen in Valcea haben es noch immer schwer. Sie sorgen fuer Futter, aerztliche Hilfe, Stroh und dass die Tiere bei Wind und Wetter ein Dach ueber dem Kopf haben. Geben Sie den Tierschuetzern die Hilfe, die sie brauchen. Wenden Sie sich an die Regierung, damit der Tierschutz verbessert wird. Die Menschen, die sich bisher fuer die Tiere eingesetzt haben, verlangen nichts dafür. Ist das nicht beschaemend fuer Rumänien? Man muss bessere Bedingungen schaffen.