Studie des Landwirtschaftsministeriums belegt doppelte Produktionsstandards

Gleicher Markenname – unterschiedliche Qualität

Laborergebnisse belegen nun auch für Rumänien abweichende Produktionsstandards bei EU-weit verkauften Lebensmitteln bestimmter Marken.
Symbolfoto: pixabay.com

Bukarest (Mediafax/ADZ) – Eine Studie im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums bestätigt einen lange gehegten und diskutierten Verdacht: In Lebensmitteln, die unter demselben Markennamen in der Europäischen Union erhältlich sind, finden sich in Rumänien abweichende oder minderwertige Rezepturen. Für die Untersuchung wurden europaweit 29 Stichproben entnommen, insbesondere bei Fleisch- und Wurstwaren. Denen wurden Produkte gegenübergestellt, die hierzulande unter derselben Marke verkauft werden. Die vergleichende Untersuchung ergab, dass der Fett- und Eiweißgehalt der in Rumänien vertriebenen Ware von jenem der in den anderen EU-Staaten verkauften Produkte abweicht – eine in Rumänien erworbene Markensalami hat demnach mehr Fett und weniger Fleisch als ihr in einem anderen EU-Land gekauftes Pendant.

Vertreter des Landwirtschaftsministeriums weisen indessen ausdrücklich darauf hin, dass von den untersuchten Produkten keinerlei Gefahr für den Verbraucher ausgehe. Stein des Anstoßes sei vielmehr der in West- und Osteuropa abweichende Nährstoffgehalt bei gleicher Etikettierung des Produkts.
Landwirtschaftsminister Petre Daea kündigte auf einer Pressekonferenz an, die Ergebnisse schnellstmöglich an die EU-Kommission weiterleiten und auf eine juristische Untersuchung drängen zu wollen. Konkrete Markennamen wurden dabei jedoch nicht genannt.

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, hat die in ost- und westeuropäischen Ländern voneinander abweichenden Produktionsstandards unterdessen als „inakzeptabel“ bezeichnet. Die EU-Kommission werde dieser Diskriminierung ein Ende bereiten.

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