Studie: Grüne Projekte im Umfang von 60 Milliarden Euro

Klimawandel bringt Herausforderungen und Chancen für rumänische Wirtschaft

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Bukarest (ADZ) - In Rumänien sollen bis zum Jahr 2030 grüne Investitionsprojekte im Umfang von rund 60 Milliarden Euro umgesetzt werden. Es handele sich hierbei um Vorhaben sowohl im staatlichen als auch im privaten Sektor, so ein am Dienstag vorgestellter Bericht des interinstitutionellen Nationalen Gremiums für makroprudenzielle Aufsicht (CNSM). Florian Neagu, Koordinator des CNSM-Berichts und stellvertretender Vorsitzender der Direktion für Finanzstabilität der Zentralbank (BNR), erklärte in einer Pressekonferenz, dass die Summe von 60 Milliarden Euro den staatlichen Investitionen über die vergangenen acht Jahre entspreche und demnach eine erfolgreiche Umsetzung der Projekte sowohl eine strukturelle Veränderung der Wirtschaft als auch die Entwicklung des Finanzsystem mit sich bringen dürfte. 

Die rechtzeitige Umsetzung der Investitionen für umweltfreundlicheres Wirtschaften – und besonders die Mobilisierung aller von der Europäischen Union hierfür zur Verfügung gestellten Mittel – könnte laut der Studie über die kommenden sechs Jahre kumuliert zu 5,7 Prozent mehr Wirtschaftswachstum führen. Sollten allerdings die Klimaprojekte erst 2024 statt 2022 begonnen werden würden sich die positiven Auswirkungen bereits um ein Drittel reduzieren und noch größere Verspätungen könnten sich auch negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und die Finanzierung von Unternehmen ausschlagen. Gleichzeitig sei die behördliche Kapazität bei der Abrufung von EU-Geldern aus bisheriger Erfahrung wenig ermutigend, so der Bericht. 

Ein geordneter Übergang zu einer grüneren Wirtschaft sowie die Verringerung der Rolle der Sektoren, die als kohlenstoffintensiv gelten und zurzeit über 40 Prozent der Wertschöpfung in Rumänien ausmachen, sei auch wichtig, um größere Perturbationen und Störungen zu umgehen. Im Bericht wird darauf hingewiesen, dass Ratingagenturen begonnen haben Klimaaspekte in ihre Auswertungen einzubringen, somit gebe es auch Gefahren für die Bonität Rumäniens.

Die Umsetzung der Agenda bezüglich des Klimawandels kann aber auch Früchte tragen, es bestehe die Chance, eine Wirtschaftsstruktur mit erhöhtem Mehrwert aufzubauen. Rumänien könnte auch ein attraktiver Standort für ausländische Direktinvestitionen in grünen Bereichen werden, so der Bericht.
 

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