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Treichl: Kapitalabzug nicht beabsichtigt

Erste Bank soll weiterhin rumänische Wirtschaft finanzieren

Erste Bank Chef Andreas Treichl
Foto: erstegroup.com

Bukarest (ADZ) - In einem Interview für die Nachrichtenagentur Mediafax hat Erste Bank Chef, Andreas Treichl, angegeben, dass weder ein Rückzug vom rumänischen Markt, noch der Abbau von Aktiva in Frage kommen. Die Erste Bank ist über die rumänische Tochter BCR der größte Kreditgeber in Rumänien und es sei für die größte Bank verpflichtend präsent zu sein, wenn sich die Wirtschaft Rumäniens wieder erholt.

Vergangene Woche hatte Präsident Traian Băsescu in ungewohnt hartem Ton Kritik an einem Beschluss der Zentralbank Österreichs (OeNB) geübt, laut welchem österreichische Banken in Osteuropa ihr Kredit-Einlagen-Verhältnis auf ein Niveau von 110 Prozent bringen sollen. Befürchtet wird ein massiver Kapitalabzug welcher die Finanzierung der rumänischen Wirtschaft vor große Probleme stellen würde.

Andreas Treichl ist der Meinung, dass die aktuelle Situation wie schon vor vier Jahren aufgrund fehlerhafter Berichterstattung in ein falsches Licht gerückt wird. Damals wurde betreffend Osteuropa auch Panik geschürt, aber schlussendlich hat sich herausgestellt, dass Südeuropa viel schlechter dastand. „Worüber nicht gesprochen wird, ist, dass wir ebenso viele Geldeinlagen wie Kredite in Europa haben, somit das Engagement Österreichs den Investitionen entspricht und dementsprechend keine Probleme bestehen. Es werden also die gleichen Fehler betreffend der Berichterstattung zu Osteuropa wie vor vier Jahren wiederholt“, so Treichl.

Weiter erwähnt der Erste Bank Chef, dass bei der Finanzierung von Unternehmen, Industrie, Gemeinden oder Infrastrukturprojekte keine Schwierigkeiten bestehen. Liquiditätsprobleme könnten dann auftauchen, wenn Konsumkredite in Euro in einem schnelleren Tempo wachsen als Einlagen in Fremdwährung, jedoch sieht Treichl diesbezüglich keine Probleme für die kommenden Jahre.

Besonders hebt dieser hervor, dass die Vorschläge der OeNB noch mit den österreichischen Banken abgestimmt werden müssen. Auch wenn er grundsätzlich mit höheren Eigenkapitalanforderungen und besserem Liquiditätsmanagement einverstanden sei, haben die Banken die Beschlüsse der OeNB noch nicht bestätigt, sagte Treichl. „Dies muss alles sehr Vorsichtig und Intelligent umgesetzt werden. Bei genauer Betrachtung der OeNB-Meldung ist ersichtlich, dass Infrastruktur- und andere Projekte in Osteuropa weiterhin in Euro finanziert werden sollen und hierfür kommen die Mittel von außerhalb. (…) Dies war für uns ein wichtiger Punkt, mit dem die Zentralbank einverstanden war.“

Zur Krise in Europa sagte Treichl, dass ein ernstes Problem der Versuch mehrerer Länder mit ausreichenden Liquiditätsreserven sei Gelder im Inland anzuhalten und deren Abwanderung ins Ausland zu verhindern. Zur Überwindung der derzeitigen Lage sei es nötig, dass Regulierungsbehörden sich mit Banker und Politiker abstimmen und die beiden letzteren nicht gegeneinander,  sondern miteinander aktiv werden.

cffviseu

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