Warnstufe Rot nach sechs Monaten aufgehoben

In Temeswar öffnen Kultureinrichtungen und Restaurants

Erwachsene und Kinder tummeln sich am Sonntag in großer Zahl auf dem Temeswarer Domplatz. Gut besucht waren alle innerstädtischen Plätze, aber auch die Parks und Grünanlagen entlang der Bega. Foto: Dan Cărămidariu

Temeswar (ADZ) – Bei frühlingshaften Temperaturen und viel Sonnenschein haben am Sonntag Tausende Temeswarer Bürger alle innerstädtischen Plätze, die Parks, die Grünanlagen entlang der Bega und die am Wochenende wieder bis 21 Uhr geöffneten Außenbereiche der Gastronomie besetzt. Hoher Andrang herrschte auch in den Naherholungsgebieten, wie zum Beispiel im Jagdwald/P²durea Verde oder im Naturschutzpark von Basosch/Bazoș. Am Samstag hatte das Kreiskomitee für Katastrophenschutz beschlossen, in Temeswar sowie in einigen anderen Ortschaften im Kreis die Covid-19-Bekämpfungsmaßnahmen teilweise zu entschärfen, weil die Inzidenzzahlen mittlerweile unter dem Richtwert von 3 liegen. Seit sechs Monaten befand sich die Stadt im roten Warnszenario; ab dem 8. März wurde ein mehrwöchiger, für viel politischen Zündstoff sorgender Lockdown verhängt, doch ab Anfang April befinden sich die Infektionszahlen im stetigen Sinken. Am Sonntag lag die Inzidenzzahl in Temeswar bei 2,66, im Kreis bei 2,46. 98 neue Infizierungen wurden am Sonntag im Kreisgebiet gemeldet, 42 davon in Temeswar. Durchgeführt wurden 1665 Tests.

Wie der Temescher Präfekt Zoltan Nemeth am Samstag mitteilte, dürfen ab Sonntag in der Stadt selbst alle Geschäfte von Montag bis Sonntag bis 21 Uhr offen bleiben, die Ausgangssperre gilt für die Woche erst ab 22 Uhr. Kultureinrichtungen dürfen unter Auflagen öffnen, dasselbe gilt für die Innenbereiche der Gastronomie, für Kultur- und Sporteinrichtungen, wo die Kapazitäten auf 30 Prozent beschränkt sind. Sollte die Infektionszahl wieder den Wert von 3 überschreiten, werden die Maßnahmen innerhalb von 48 Stunden wieder verschärft, warnte der Präfekt. Man müsse die im Lockdown erzielten Erfolge verfestigen und weiterhin auf individuelle Schutzmaßnahmen setzen. In den Temeswarer Vororten Dumbr²vi]a, Ghiroda, Neumoschnitza/Moșnița Nouă, Remetea Mare, Schag/[ag und Rumänisch-Sanktmichael-Sânmihaiu Român sowie in der Gemeinde Orzydorf/Orzișoara gelten weiterhin die verschärften Regeln, dort liegen die Infektionsraten weiterhin über dem Wert von 4.

Währenddessen haben sich zwischen Freitagnachmittag und Montagmorgen 6722 Temeswarer im Rahmen des sogenannten Impfmarathons im CRAFT-Zentrum der Temescher Handelskammer impfen lassen. Geimpft wurde rund um die Uhr, freiwillige Teams von Ärzten und Pflegekräften wechselten sich alle paar Stunden ab. Organisiert wurde der für landesweite Aufmerksamkeit sorgende Impfmarathon von der Gesellschaft für Intensivmedizin, die vom Temeswarer Arzt Dorel S²ndesc geleitet wird, beteiligt haben sich mehrere Spitäler. Eingesetzt wurde allein das Serum von Pfizer/BioNTech, die zweite Dosis sollen die am Wochenende Geimpften in drei Wochen bei einem ähnlichen Marathon in der benachbarten Olympia-Halle bekommen. Die Massenimpfung, bei der es keiner Terminbuchung über das Landesimpfportal benötigte, startete am Freitagnachmittag und ging bis am Montag um 8.00 Uhr weiter. Die Gesundheitsbehörde teilte mit, dass inzwischen knapp 77.000 Temescher Bürger den vollen Impfschutz genießen.

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