Zahlreiche namhafte Persönlichkeiten hervorgebracht

Absolventen des Radu Negru-Kollegs in Fogarasch treffen sich heute in ihrer alten Schule

In der Reihe der renommierten Schulen des Landes nimmt das Kolleg „Radu Negru“ von Fogarasch/Făgăras einen besonderen Platz ein. Das betrifft sowohl seine Geschichte als auch die Anzahl der Absolventen, die sich durch ihre späteren Leistungen als anerkannte Persönlichkeiten in der Wissenschaft, im Bildungswesen, in Medizin, Literatur, aber auch in der Politik durchgesetzt haben. Zwischen diesen und ihren Schulkollegen bestehen enge Bindungen, was sich auch bei den jährlich stattfindenden Treffen der ehemaligen Absolventen der verschiedenen Jahrgänge zeigt. Freundschaftliche Beziehungen sind geblieben: Wenn der eine oder andere vielleicht auch Hilfe benötigt, so zeigt sich immer wieder Solidarität.

Der Anfang der Schule geht in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Diese wurde neben der 1782 bis 1783 vom Baumeister Johann Müller errichteten Kirche Sf. Treime (Dreifaltigkeit) gebaut. Als rumänische Schule funktionierte diese nur vier Jahre von 1869 bis 1873. Bis 1922 wurde eine rumänische griechisch-orientalische Konfessionsschule daraus, die an unterschiedlichen Stellen in der Stadt ihre Tätigkeit entfaltete. Nach 1880 geschah das im Gebäude des Stadtrates in der Becleanului-Straße (heute Doamna Stanca-Straße). Durch Beschluss des Ministeriums für öffentliche Bildung von Budapest (Nr. 27.814 vom 23. Juni 1898) wurde ein ungarisches Zentralgymnasium gegründet, das in der „Bürgerschule“ funktionierte. Für das staatliche Gymnasium wurde zwischen 1907 und 1909 ein Neubau im Barock-Stil in der heutigen Schulgasse errichtet. 

Der aus zwei Stockwerken bestehende Bau umfasste 61 Räume, 12 Nebenräume und ist als das jetzige Radu Negru-Kolleg bekannt. Nach der Vereinigung vom 1. Dezember 1918 wurde da nur noch in rumänischer Sprache unterrichtet. Die Schule trägt seither den Namen „Radu Negru“. In der Zwischenkriegszeit wurde diese zu einer der 25 landesweiten Eliteschulen, die beispielsweise vom Historiker und zeitweiligen Minister Nicolae Iorga eine sehr positive Einschätzung  erhielt.
Die organisatorischen Änderungen gingen aber weiter. Nach der Schulreform aus dem Jahre 1948 wurde der Name der  Schule wieder geändert, und zwar aus Radu Negru  in Scoala Medie (Mittelschule) Nr. 1. Danach wurde daran auch Gymnasial- und Grund-schulunterricht, aber auch Abendunterricht eingeführt. Unter diesem Namen funktionierte die Schule bis 1961, als sie in „Lyzeum Nr. 1“ umbenannt wurde. 

1970 erhielt sie wieder den alten Namen „Radu Negru“, den sie auch heute trägt. Bloß das Profil wurde einige Male noch geändert: von 1978 bis 1982 fungierte sie als Lyzeum für Mathematik-Physik, bis 1990 als Gewerbe-Mittelschule, um einige Jahre später den Titel eines Landes-Kollegs zu erhalten. Eine organisatorische Änderung fand auch 1977 statt, als der Unterricht der ersten bis achten Klassen an das Lyzeum Nr. 2 (heute Doamna Stanca-Kolleg) verlegt wurde. Doch seit 2010 gibt es nun wieder Unterstufe und Gymnasium am Radu Negru-Kolleg. Somit werden da Schüler der ersten bis zwölften Klasse unterrichtet.

In der Erinnerung der ehemaligen Absolventen sind zahlreiche Lehrer geblieben, die sich durch ihre Kenntnisse die Anerkennung der Schüler erwarben, viele Freizeitaktivitäten organisierten, die Schüler für die Facholympiaden bes-tens vorbereiteten, sodass diese nicht nur im Inland Spitzenplätze bei derartigen Veranstaltungen erzielten. Dumitru Viziru (Naturwissenschaften), Remus Popovici (Latein), Nicolae Damian (Geschichte), Alexandru Galea (Physik), Ion Receanu (Französisch), Silvia Bărcutean (rumänische Sprache und Literatur), Nicolae Răcheru (Mathematik), Hora]iu Judele (Mathematik), Ion Funariu (Rumänische Sprache und Literatur) sind nur einige der namhaften Lehrkräfte, die von den Schülern sehr geschätzt wurden, sich aber auch für die Modernisierung des Unterrichts und der Schule einsetzten.

Nimmt man sich die Liste der ehemaligen Absolventen vor, ist man beeindruckt von der Vielzahl von Persönlichkeiten, die an dieser Schule fürs spätere Leben vorbereitet wurden. Prof. Dr. Remus Rădulet (Stellvertretender Vorsitzender der Rumänischen Akademie), Univ.-Prof. Aurel Vijoli (ehemaliger Finanzminister), Victor Ciocănelea (Apotheker und Forscher im Bereich der Medikamentenproduktion), Virgil Fulicea (Bildhauer), Ion Gavrilă Ogoranu (Agronom, Leiter der Partisanenkämpfe im Fogarascher Gebirge), Octavian Paler (Schriftsteller, Essayst, Lyriker und Journalist), Paul Goma (Schrifsteller und bekannter Dissident), Horia Sima (Professor, Leiter der Bewegung der Legionäre vor dem Zweiten Weltkrieg), Gheorghe Grigore Comsa (ehemaliger Bischof von Arad), Traian Herseni (Univ.-Prof. an der Babes-Bolyai Universität Klausenburg/Cluj Napoca), Ovidiu Trăsnea (Politologe), Olimpiu Nodea (Verdienter Meister des Sportes), Univ.-Prof. Dr. Dan Tulbure, Ehrenbürger von Fogarasch (landesweit bekannter Anästhesist an der Fundeni-Klinik von Bukarest) gehören dazu. Einige sollen heute mit den ehemaligen Kollegen zusammenkommen und das 50-jährige Jubiläum seit dem Abitur am Radu Negru-Kolleg feiern.

Die Tradition der vorzüglichen Ausbildung an dieser Schule wird fortgesetzt, was durch die von den  Schülern des Kollegs bei nationalen und internationalen Facholympiaden erzielten Ergebnisse bewiesen wird. Beispielsweise belegte Sorin Cocoradă schon 1987 den ersten Platz bei der Matheolympiade in Havanna, und ein Jahr darauf im gleichen Fach in Athen und Sydney. Besonders viele Erfolge erzielten die Schüler des Kollegs in den letzten Jahren bei Chemie-Olympiaden, aber auch im Bereich der Philosophie, Biologie, Geschichte, sowohl im In- als auch im Ausland.

Das Radu Negru-Kolleg wurde in den letzten Jahren ständig modernisiert. Neue, gut ausgestattete Labors für Sprachen, Informatik, Physik, Chemie und ein moderner Sportsaal kamen hinzu. Was die Absolventen dieses Kollegs, zu denen auch zahlreiche deutschsprachige Schüler aus dem Umfeld gehörten, charakterisiert, ist das bleibende Zusammengehörigkeitsgefühl.

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