Beiträge zur Banater Erinnerungskultur (8)

Foto: Zoltán Pázmány

 

48 Gefallene des ersten Weltkriegs beklagt die kleine Ortschaft Segenthau/[agu bei Arad, die 1914-18 höchstens 800 Einwohner hatte. Das Denkmal, das die Hinterbliebenen für sie errichtet haben, bescheiden aber gepflegt, steht im kleinen Park vor dem Rathaus. Es ist einmal mehr ein Zeugnis für den Blutzoll, den die Deutschen des Banats, mit größerer oder minderer Begeisterung, „für Kaiser, König und Vaterland“ entrichtet haben. Diese Banater Bauern, von denen sich kaum schriftliche Zeugnisse über ihre Kriegsteilnahme erhalten haben – die Zeiten danach waren auch kaum geeignet, das Sammeln derselben zu begünstigen, denn ab 1918 lebten sie im Land des Kriegsgegners – waren kaum Ziele der geistigen Mobilmachung, wie sie von vielen bis dann avantgardistischen Künstlern betrieben wurde (Max Liebermann zitierte gern seinen Kaiser: „Ich kenne keine Parteien mehr. Ich kenne nur Deutsche!“), und ein Trick wie jener der Engländer, die, um Händels „Messiah“ weiter hören zu können, den deutschen Komponisten kurzerhand zum Engländer machten – das wäre ihnen so nie eingefallen. 

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