Ein Hamburger in Temeswar (1)

Erste Biographie des Komponisten und Dirigenten Hermann Klee erschienen

Dr. Franz Metz präsentierte sein Buch über den Komponisten und Dirigenten Hermann Klee, Gründungsmitglied der Temeswarer Oper, vor einem interessierten Publikum, mit dabei auch DFDB-Vorsitzender Johann Fernbach, in der Temeswarer Oper

Hermann Klee in seinem Temeswarer Arbeitszimmer Foto: privat

Die erste Biographie von Hermann Klee erschien 2019 im Verlag Edition Musik Südost München

Hermann Klee wurde am 8. September 1883 in Rendsburg (Schleswig-Holstein) geboren. Schon zur Zeit seines Studiums am Hamburger Konservatorium entstanden seine ersten Kompositionen. Zur gleichen Zeit (1904) war Klee auch Dirigent der Gutenberg-Liedertafel in Hamburg-Altona. Außer mehreren Liedern entstand 1903 die Musik zu dem Festspiel Frühlingserwachen (Text Hermann Pohl). Ein Jahr später trat er als Orchesterdirigent auf und erarbeitete seine ersten Operettenarrangements. Sein Hauptinstrument war aber der Kontrabass, und so spielte er mit 21 Jahren im Orchester der Dresdner Philharmonie. Bei Prof. Felix Draeseke setzte er dann sein Studium fort, um 1905 im Berliner Philharmonischen Orchester aufgenommen zu werden. Zeitweilig wirkte er auch an der Oper, wo Beziehungen zu namhaften Komponisten und Dirigenten entstanden: Gustav Mahler, Arthur Nikisch, Richard Strauss, Ferruccio Busoni, Siegfried Ochs, Leo Blech und Max Eschke. Er vertiefte seine Kenntnisse vor allem in Kontrapunkt, Komposition und Canto.

Von Hamburg nach Bistritz

Aufgrund einer Zeitungsannonce bewarb sich Hermann Klee 1909 in Bistritz (Siebenbürgen) um die Stelle des Chormeisters, Musiklehrers und Organisten. Hier leitete er gleichzeitig einen deutschen und einen rumänischen Gesangsverein wie auch ein Orchester. In Bistritz wirkte Klee bis 1919, das Jahr, in dem er nach Klausenburg umzog, um hier als Chordirigent an der neu gegründeten Rumänischen Oper tätig zu werden. Tiberiu Brediceanu, ein aus Lugosch stammender bedeutender rumänischer Komponist und Folklorist, war damals der Leiter der Klausenburger Oper und Hermann Klee kannte dessen kompositorisches Schaffen aus der Bistritzer Zeit. Brediceanus Komposition La şezătoare (In der Spinnstube) wurde vom Bistritzer Chor 1913 unter Hermann Klee uraufgeführt. Hier in Klausenburg entstanden in den Jahren 1919-1946 seine bedeutendsten Werke: die Märchenoper Făt frumos (begonnen 1921, Uraufführung 1924) und Es tagt (1926). Die zweite Oper wurde aber erst 1956 von den Temeswarer Philharmonikern in konzertanter Form unter der Stabführung von Mircea Popa aufgeführt. Es entstanden auch die Gesänge Zarathustra und Venedig nach Friedrich Nietzsche, das symphonische Poem Lancelot, die Ballade, die Sinfonietta in C-Dur und die Suite Dorfleben, außerdem viele deutsche und rumänische Lieder und Chöre, Klavierstücke sowie zahlreiche Bearbeitungen. Allein die Märchenoper Făt frumos wurde zwischen 1924 und 1940 über vierzigmal aufgeführt, in Temeswar wurde dieselbe Oper 1957 als Neuinszenierung siebenmal aufgeführt.

Dirigent und Professor in Klausenburg

Im Jahre 1920 wurde dann Klee zum Professor für Theorie, Kontrapunkt, Harmonie und Komposition an das Klausenburger Konservatorium berufen. Seine Schüler waren unter anderen die späteren bedeutenden Komponisten Sabin Drăgoi, Zeno Vancea, Eugen Cuteanu, der Sänger Traian Grozavescu und andere. In diesen Jahren entstanden dauerhafte freundschaftliche Beziehungen zu Tiberiu Brediceanu, dem damaligen Generaldirektor der Oper, Dimitrie Popovici-Bayreuth sowie zu Sabin Drăgoi, Wilhelm Siorban, zu seinem Librettisten Dr. Ion Dan, zu der Sängerin Lya Pop-Popovici und anderen. Viele Rezensionen aus deutschen, ungarischen und rumänischen Zeitungen jener Zeit lobten Hermann Klees Arbeit mit dem Klausenburger Opernchor und würdigten sein kompositorisches Schaffen: so die Deutsche Allgemeine Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Musik, Ostland, Hermannstädter Tagblatt, Siebenbürgisch Deutsches Tagblatt, Deutscher Bote, Uj Kelet, Keleti Ujság, Naţiunea, Cuvântul, Aurora, Patria, u. a.

(Fortsetzung folgt)

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