Ein Zwilling für die alte Eisenbrücke

Stadt Lugosch plant neue Temesch-Brücke

Die Lugoscher Eisenbrücke wird heuer 117 Jahre alt Foto: Zoltán Pázmány

 

Einer der letzten Beschlüsse des Lugoscher Stadtrats im alten Jahr war die Genehmigung eines von Bürgermeister Francisc Boldea selbst eingebrachten Stadtprojekts: Zum Start des Projekts einer neuen Temesch-Brücke hat  der Stadtrat- bzw. die PSD-, ALDE- und PMP-Stadträte, die PNL-Fraktion stimmte, wie erwartet, dagegen- 154.700 Lei, über 30.000 Euro für die erforderliche Machbarkeitsstudie bereitgestellt. Bürgermeister Boldea zeigte sich trotz der hohen Kosten und der Gegenstimmen hoffnungsvoll und entschlossen: „ Die Stadt Lugosch verfügt derzeit über die nötigen Gelder. Die Finanzierung der neuen Brücke wird aus Regierungsgeldern und aus den Mitteln des Lugoscher Stadthaushaushalts gesichert.“ Das ungewöhnliche Vorhaben, der Bau einer neuen, modernen Parallelbrücke neben der alten Eisenbrücke im Stadtzentrum, wird im Einklang mit den Bestimmungen des Lugoscher Plans für nachhaltige städtische Mobilität von 2015 entstehen.

Der ehrgeizige Plan (In den letzten Jahren konnten keinerlei neue Brücken in den acht Städten des Kreises Temesch, selbst in der Kreishauptstadt Temeswar nicht, fertiggestellt werden) sieht eigentlich den gleichzeitigen Bau von zwei Brücken über die Temesch vor. Die erste Brücke in der Zone Paul Chinezu-Stefan cel Mare-Straße wird 15 Millionen Euro kosten, die Baukosten der zweiten Brücke im Stadtviertel Cotu Mic werden sich schätzungsweise auf 10 Millionen Euro belaufen. Dieser Doppelplan ist auf Grund der Verkehrsprognosen und -studien für die Stadt Lugosch des nächsten Jahrzehnts entstanden.

Laut Bürgermeister Francisc Boldea gibt es handfeste Argumente für den Bau einer neuen Brücke parallel zu der alten Eisenbrücke. Erstens würden die Kosten einer gründlichen Sanierung der alten Eisenbrücke höher als die des Neubaus ausfallen. Die neue Brücke (Baubeginn könnte schon heuer sein), die zwei Meter von der alten die Temesch überqueren soll, wird 71 Meter lang und 12  Meter breit sein, zwei Fahrbahnen von je vier Meter Breite, je zwei Radpisten und Trottoirs von je einem Meter Breite haben. Die alte Eisenbrücke  wird für den Auto-, Motorrad- und Radverkehr geschlossen werden. Da sie zu einer Fußgängerzone mit Bänken und zwei Terrassen umfunktioniert werden soll, könnte die Eisenbrücke zu einem neuen beliebten Stelldichein für die Lugoscher und  einer zusätzlichen touristischen Attraktion für die Stadt an der Temesch werden.

Die alte Eisenbrücke (dafür wurden 185 Tonnen Eisenteile aus Reschitza, mit Ochsenkarren befördert, verwendet) eines der Bausymbole der Stadt, 1902 erbaut, befindet sich seit 15 Jahren außer der festgelegten Garantiezeit. Bisher wurden zwei teure technische Expertisen für den geplanten Sanierungsplan durchgeführt. Ausgeführt  hat man jedoch lediglich dringende Reparaturarbeiten. Der Bau der neuen Brücke ist ein wichtiger Teil des allgemeinen Plans zur Sanierung des alten Stadtzentrums: Ein Facelifting erhielten seit 2011die gesamte Fußgängerzone, das Rathaus, die Stadtbibliothek, der Turm des Hl. Nikolaus, ältestes Denkmal der Stadt (1402). Zu erwähnen noch die Umgestaltung des Brediceanu-Gedenkhauses in ein Kulturzentrum und des ehemaligen Victoria-Kinos in das moderne Bela-Lugosi-Cinema.