„Es ist unser Experiment“

Interview mit Mihai Moldoveanu von JazzyBit

„Ich glaube, man kann von Glück sprechen, wenn man sich die Entwicklung von JazzyBit so anschaut. Aber es war auch jede Menge Arbeit.“ – Mihai Moldoveanu (links), JazzyBit Foto: Privat

Die Jazzgruppe „JazzyBit“ hat im Februar ihr erstes Album namens „Touch the Sky“ herausgebracht. Nun geht das Trio auf Tournee, um für das Erstlingswerk zu werben. Die drei Recken aus Temeswar/Timisoara werden zum ersten Mal auch in Österreich und Polen spielen. Viele Reisen stehen für die Truppe in diesem Jahr an. BZ-Redakteur Robert Tari sprach mit dem Bassisten der Band, Mihai Moldoveanu, über die anstehende Tour sowie über Pläne für ein mögliches, zweites Album.

 

JazzyBit geht auf Tournee...

Ich würde es nicht wirklich eine Tournee nennen, weil es eine überschaubare Anzahl an Konzerten ist. Am vergangenen Wochenende waren es drei Konzerte – Klausenburg am Donnerstag, Bukarest am Freitag und Großwardein am Samstag. Jetzt am Samstag treten wir in Lugosch auf. Am 24. April werden wir in Wien spielen und am 25. April in Budapest.

 

Du erwähnst Wien und Budapest. Wirst Du zum ersten Mal im Ausland spielen?

Nein, wir haben schon einmal in Budapest gespielt und zwar im Budapest Jazz Club. Diesmal spielen wir auf einem Schiff. Der Club heißt „A38“, hat mehrere Konzerträume und in einem davon wird auch JazzyBit zusammen mit einer ungarischen Band auftreten.

 

Wie wichtig ist es für Dich und deine Bandkollegen, dass JazzyBit nicht nur in Rumänien bekannt ist?

Sehr wichtig. Wir haben bisher nur zweimal im Ausland gespielt, einmal in Szeged und einmal in Budapest. Wir möchten, dass unser Album auch über die Grenzen hinaus bekannt wird. Wir werden erstmals in Wien spielen und Anfang Juni werden wir auch in Krakau erstmals auftreten. Das ist, denke ich, unser Experiment. Ich bin gespannt, wie andere unsere Musik und unser Album auffassen werden. In Temeswar haben wir schon oft gespielt. Auch in anderen rumänischen Städten sind wir schon öfters gewesen, aber das Ausland ist noch immer unerforschtes Terrain.

 

Vor zwei Jahren entstand die Band eher zufällig. Heute kannst Du dich mit einem Album rühmen und zahlreichen Auftritten. Wie geplant war denn dieser Aufschwung?

Wir haben es nicht erwartet. Wir wollten damals wirklich nur ein Paar Konzerte zusammen spielen. Wir haben uns damals keine Pläne gemacht, sondern wir spielten einfach drauf los und dann häuften sich die Konzerte, die Städte, dann wurden wir zu Festivals eingeladen und nach einem Jahr kam dann zum ersten Mal die Idee auf, ein Album zu machen. Ich war da eher skeptisch, weil ich es zu früh fand. Und der Erscheinungstermin des Albums wurde auch mehrmals verschoben. Ursprünglich sollte es März 2013 sein, aber die Arbeit hat uns wesentlich mehr abverlangt und wir fühlten uns noch nicht bereit, das Album klang noch nicht so, wie wir es gerne gehabt hätten. Darum haben wir auch erst im Herbst die Aufnahmen gemacht und das Endprodukt ist erst jetzt im Februar erschienen. Ich glaube, man kann von Glück sprechen, wenn man sich die Entwicklung von JazzyBit so anschaut. Aber es war auch jede Menge Arbeit. Wir haben über 50 mal in den letzten zwei Jahren gespielt. Und weil wir eben viel gespielt haben, sind andere auf uns aufmerksam geworden, Grund weshalb wir weitere Gigs buchen konnten.

 

Denkt man schon an ein zweites Album?

Wir sind überhaupt froh, dass wir „Touch the Sky“ endlich veröffentlichen konnten. Es hat Monate gedauert. Unser nächstes Projekt ist die Promo-Reise durch mehrere Städte und Länder. Wir haben uns für dieses Jahr nichts weiteres vorgenommen, außer Werbung zu machen. Erst danach werden wir wahrscheinlich an ein zweites Album denken. Wir haben allerdings noch nichts Konkretes.