„Plötzlich war totale Stille angesagt“

Adelheid Simon (3.v.r.) – unter Covid-19-Auflagen bei der Vorstandssitzung des Banater Forums. Foto: Werner Stein

Die Anpassung in der Corona-Krise ist nicht einfach: weder an den Alltag mit Beruf und Familie, noch an Vereinsarbeit. In diesem Kontext sprach Friderika-Brigitte Balaj für die Banater Zeitung mit Adelheid Simon, stellvertretende Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Arad (DFDA)

Frau Adelheid Simon, wie haben Sie sich in der Quarantäne und in den Zeiten der sozialen  Restriktionen angepasst? Wie konnten Sie Ihr Verhalten auf die Jugendlichen, mit denen Sie im Verein zusammenarbeiten, übertragen?

Eigentlich könnte man sagen, dass wir noch immer dabei sind uns anzupassen, dies insbesondere, wenn man versucht, mindestens einige Veranstaltungen durchzuführen. Man versucht Lösungen zu finden, verwirft sie wieder, wegen der immer sich andauernd ändernden gesetzlichen Bestimmungen. Aber wir versuchen kreativ zu sein und uns den Gegebenheiten anzupassen. Schwierig ist es insbesondere dann, wenn man gewohnt ist, dass fast jeden Tag verschiedene Tätigkeiten in unserem Forumssitz stattfanden und plötzlich totale Stille angesagt ist. Trotzdem haben wir versucht, zumindest über die sozialen Netzwerke die Verbindung zu unseren Mitgliedern aufrecht zu erhalten – was uns mehr oder weniger gelungen ist. Natürlich hatten wir die Hoffnung, dass man den Sommermonaten auch wieder Veranstaltungen in traditioneller Art durchführen kann, leider lagen wir falsch damit. Beginnend mit den Sommerferien haben wir jedoch unsere Tätigkeit wieder im kleinen Rahmen aufgenommen. Wir begannen mit den Vorbereitung der Trachten – waschen, stärken, falten, bügeln. Sollten wir sie dieses Jahr nicht mehr anziehen, so sind sie schon für das nächste Jahr vorbereitet. Aufgeteilt auf kleinere Gruppen, fanden auch verschiedene Treffen mit der Jugendgruppe und Kindergruppe statt. Basteln, Kuchen backen, Spiele standen hierbei im Vordergrund. Natürlich mussten wir auch die gesetzlichen Vorgaben einhalten, freuten uns aber trotzdem, uns zu sehen und im Hof gemeinsame Tätigkeiten durchzuführen.

Wie haben Sie die Jugendlichen ermutigt, weiterhin mitzumachen?

Tatsache war, dass wir die Jugendlichen kaum ermutigen mussten weiter zu machen.  Es kam immer wieder die Nachfrage: ´Wann beginnen wir wieder? Auch wenn wir versucht haben, einige Aktivitäten online durchzuführen, mussten wir feststellen, dass die Jugendlichen lieber gemeinsam Unterröcke bügeln, als online sich nur zu sehen. Genauso wie wir, aus dem Vorstand des Forums, sind natürlich die Jugendlichen enttäuscht, dass keine Feste stattfinden, dass es keine Austauschprojekte gibt, dass unsere Aktivitäten eingeschränkt stattfinden. Hoffen wir aber, dass diese Zeit bald vorbeigeht und wir wie gewohnt unsere Aktivitäten fortsetzen können. Bis dann versuchen wir gemeinsam das Beste aus dieser Situation zu machen und neue Ideen für 2021 zu sammeln.