Sanierung der Temeswarer Domkirche

Geplanter Abschluss der Arbeiten: 1. Juli 2021

Die Temeswarer Domkirche. Luftaufnahme: ADR Vest

Das EU-Projekt der Generalüberholung der Sankt-Georgs-Kathedrale am Temeswarer Domplatz schreitet planmäßig voran: „Derzeit konzentriert man sich ausschließlich auf die Innenrestaurierung, was trotz des guten Fachteams als eine der schwierigsten Etappen des Projekts angesehen wird,“ bekennt Kanzleidirektor Nikola Lauš, als Vertreter des Bauherrn, der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar. Dieses Großprojekt- das bisher größte der Stadt Temeswar in Vorbereitung auf die europäische Kulturhauptstadt - hat zum Glück weder die bei uns üblichen Finanzierungsschwierigkeiten noch die während der Pandemie allerorts aufgetauchten Personalmängel gekannt. Während die Bauarbeiten von der Temeswarer Baufirma Constructim AG durchgeführt werden, wird die künstlerische Feinarbeit, die fachgerechte Restaurierung der Kunstwerke, aller Gemälde, Statuen und der restlichen Kunstobjekte bis zur künstlerischen Dekoration vertragsmäßig vom Fachpersonal des Unternehmens Danart Import Export getätigt. Darauf soll die Sanierung, laut Kanzleidirektor Lauš, reihum alle übrigen Elemente des Dominneren umfassen. Eine derartige umfassende Generalüberholung dieses historischen Bauwerks der AKategorie soll es bisher nicht gegeben haben. Sanierungsarbeiten wurden teilweise im vorigen Jahrhundert in den Jahren 1924-26, darauf in den 80ger Jahren von den Brüdern Mühltaler aus Arad durchgeführt. Geplant ist diesmal auch die vollständige Sanierung des Fußbodens und der Bänke. Ein absolutes Novum stellt die komplette Sanierung der Dom-Krypta dar, die Ruhestätte unserer Bischöfe soll u.a. auch einen neuen Fußboden erhalten. „Nach der Fertigstellung der Arbeiten wird die Krypta erstmals auch für die Besucher des Doms, die zahlreichen Touristen aus dem In- und Ausland zugängig sein“, erläutert Direktor Lauš. In einer letzten Etappe soll die Erneuerung der elektrischen Installationen, die gesamte Außensanierung mit den Arbeiten an den Fassaden und am Areal um die Kathedrale erfolgen. Die Zeichen für den Endspurt bzw. die Abschlussarbeiten stehen gut: Alle Faktoren des Teams sind darauf eingestellt, dass als vertragsmäßige Abschlussfrist des Sanierungsprojekts der 1. Juli 2021 gilt. Laut Kanzleidirektor Lauš kann laut Vertrag im Notfall auch eine Vertragsverlängerung von bis zu drei Monaten in Betracht gezogen werden. Das EU-Projekt, beantragt über das Operationelle Programm 2014-2020, hat einen Gesamtwert von über 21,7 Millionen Lei, davon sind 21,3 Millionen Lei nicht rückzahlpflichtige Mittel, bestehend größtenteils aus EU-Mitteln und teilweise aus Geldern des Staatshaushalts, ein kleiner Eigenbeitrag fällt der Diözese Temeswar zu. Den Finanzierungsvertrag unterzeichneten schon im Mai 2017 ADR-VestChef Sorin Maxim und Alt-Bischof Martin Roos. Die barocke Sankt-Georgs-Kathedrale, zweitgrößter Sakralbau Südosteuropas und über die Jahrhunderte hinaus Symbol der Stadt Temeswar, steht seit Jahren unter Denkmalschutz und ist heute Sitz des Diözesanbischofs und des Domkapitels. Der Bau wurde bekanntlich 1736-1773 nach Bauplänen des Wiener Hofarchitekten Joseph E. Fischer von Erlach erbaut, der Grundstein wurde am 6. August 1736 gelegt. Die Orgel der Domkirche (Form eines Doppelkreuzes hat, 55 m Länge, 22 m Breite und innen eine Höhe von 16,9 m) wurde von dem bekannten Temeswarer Orgelbauer Leopold Wegenstein 1907 gebaut. Wenn man in der Anfangsphase dieses Projekts große Bedenken hatte, dass die Sanierung bis zum Kulturhauptstadtjahr beendet werden könnte, so ist es nun allen klar, dass das nach dem Aufschub auf das Jahr 2023 sicher der Fall sein wird.