Johannis verlangt mehr Nato-Präsenz in Rumänien

Russlandfreundliche Position Ungarns kritisiert

Bukarest (dpa/ADZ) - Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis hat die russlandfreundliche Position des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban kritisiert und mit Blick auf den Ukraine-Konflikt mehr Nato-Präsenz in seinem Land verlangt. „Das ist schon ein bisschen weit aus dem Fenster gelehnt, was die ungarischen Nachbarn da in der Beziehung mit Russland beziehungsweise natürlich in der Beziehung mit den europäischen Partnern tun“, sagte Johannis dem ARD-Hörfunk vor Beginn seines Deutschlandbesuchs. Am Donnerstag begann sein offizieller Besuch in Berlin. Orban steht wegen seiner Anlehnung an Russland in der Kritik.

Johannis plädierte für Einigkeit der EU-Staaten in der Russlandpolitik und versprach, falls nötig, auch schärfere Sanktionen gegen Moskau mitzutragen: „Rumänien hat die Sanktionen gegen Russland von Anfang an unterstützt. Da werden wir an der Seite unserer europäischen Partner auch weiter mitgehen.“ Zwar sei Rumänien nicht direkt von Russland bedroht, doch befinde sich das Land geografisch in einer „exponierten Position“, sagte Johannis weiter. Deswegen möchte Rumänien „von der Nato den Rücken gestärkt bekommen“ und wünsche sich mehr Nato-Präsenz im Land, etwa durch die Stationierung eines Nato-Divisionskommandos.

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