Kassenbetrug bei Krankenhaus für Rekonstruktive Chirurgie

Ärzte führten heimlich private Schönheits-OPs durch

Symbolfoto: freeimages.com

Bukarest (ADZ) – Silikonbusen für VIPs statt Brustrekonstruktion für krebsoperierte Patientinnen, Fettabsaugen für Möchtegernsternchen statt Haut-Transplantationen für Brandopfer – so scheint in den letzten Jahren der Alltag im Bukarester Krankenhaus für Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie Bagdasar-Arseni ausgesehen zu haben.

Ermittler der Staatsanwaltschaft Bukarest nahmen am Wochenende Dutzende Ärzte des Hospitals fest, das offenbar nicht nur zur Privatklinik für Schönheits-OPs mutiert war, sondern in dem auch noch in großem Stil Abrechnungsbetrug betrieben wurde. Die Staatsanwälte ermittelten laut eigenen Angaben fast zwei Jahre lang, bevor sie gegen das Ärzteteam der Abteilung für plastisch-rekonstruktive Chirurgie zuschlugen.

Gegen Honorare von Tausenden Euro hatten sich die Chirurgen hauptsächlich um ihre „privaten“ und kaum um die restlichen Patienten gekümmert, während die heimlich durchgeführten Schönheits-OPs mittels Abrechnungsbetrug anhand von Falschdiagnosen dann auch noch der staatlichen Krankenkasse in Rechnung gestellt wurden. Als die Ermittler zuschlugen, fanden sie bei den Ärzten 170.000 Euro sowie mehr als 700.000 Lei in bar; eine Starchirurgin zahlte zudem fast jeden zweiten Arbeitstag 14.999 Euro auf ihr Konto ein – wohlwissend, dass sich ab 15.000 Euro das Anti-Geldwäscheamt einschalten könnte. Die gesamte Leitung der Abteilung für plastisch-rekonstruktive Chirurgie sitzt zurzeit bereits in U-Haft.

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