Protestwochenende im In- und Ausland: Zehntausende Rumänen fordern faire Wahlen

Außenminister Titus Corlăţean stellt sein Amt zur Verfügung

Rumänien brodelt vor der Stichwahl: Abertausende Menschen gingen am Wochenende in zahlreichen Städten des Landes – wie hier in Bukarest – auf die Straße, um die Aufstockung der Wahllokale im Ausland zu fordern. Die Protestler riefen „Diebe“, „Corlăţean – Rücktritt“, „Wir wollen die Wahl, kein Plagiat“ und „Klaus, Klaus, rette uns vor Mickey Mouse“.
Foto: Mediafax

Bukarest (ADZ) - Außenminister Titus Corlăţean hat am Montag bekannt gegeben, sein Amt zur Verfügung zu stellen, eine Aufstockung der Zahl der Wahllokale im Ausland vor der Stichwahl jedoch nach wie vor strikt abzulehnen – dafür gebe es nämlich keine „rechtliche Grundlage“. Corlăţean widersprach damit dem Zentralen Wahlbüro, das dem Außenministerium am Freitag eine kalte Dusche verpasst bzw. aufgezeigt hatte, letzteres noch am Dienstag darüber aufgeklärt zu haben, dass der rechtliche Rahmen hierfür sehr wohl gegeben sei, jedoch habe das Außenressort eben beschlossen, von dieser Maßnahme abzusehen.

Corlăţean beteuerte am Montag erneut, dass ein solcher Schritt „illegal“ wäre – er trete lieber zurück als hinzunehmen, dass das Auswärtige Amt wegen „Wahlinteressen der Herren Băsescu und Johannis“ gegen das Gesetz verstoße.

Allerdings war der Minister spätestens seit dem Wochenende unhaltbar geworden, nachdem Zehntausende  Menschen im In- und Ausland auf die Straße gingen, um seinen Rücktritt zu fordern und ihre Solidarität mit allen Auslandsrumänen zu bekunden, denen die Stimmabgabe während des ersten Wahlgangs der Präsidentschaftswahl verweigert worden war. Allein in Klausenburg/Cluj protestierten am Samstag mehr als 10.000 Menschen, während in Temeswar, Bukarest, Jassy, Großwardein/Oradea, Konstanza, Galatz und anderen Städten weitere Abertausende einen fairen Wahlablauf forderten. Am Sonntag versammelten sich sodann Hunderte Auslandsrumänen vor den rumänischen Botschaften in Paris, London, Berlin, Wien und Dublin, um ihrerseits auf einer Aufstockung der Wahllokale vor Ort zu bestehen.

Nach der brisanten Pressemitteilung  des Zentralen Wahlbüros hatte bereits Staatschef Traian Băsescu auf Corlăţeans Abgang bestanden – dieser habe mit seiner Behauptung über die angeblich fehlende einschlägige Gesetzgebung „offensichtlich gelogen“. Auch ACL-Präsidentschaftskandidat Klaus Johannis sprach am Sonntag von „vorsätzlicher Wahlbehinderung“ – anfangs habe er noch gemeint, die „Inkompetenz der Regierung Ponta“ sei Schuld am jüngsten Wahlchaos gewesen, doch deute mittlerweile alles auf Vorsatz hin.

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Bemerkungen :

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    Carlo 12.11.2014 Beim 13:46
    @Helmut! Bericht von Herrn Kremm- "Nicht noch schlechter"- (Banater Zeitung) lesen. Bitte ihr Kommentar!!
  • user
    Helmut 11.11.2014 Beim 20:03
    1.Na, in Wien muss einer falsch gezählt haben
  • user
    norbert 11.11.2014 Beim 18:16
    95 Prozent der deutschen haben das Land verlassen. Ihre Heimat. .Jahrhunderte lang waren sie in allen Bereichen erfolgreich. Das sie zu einem großen Teil jetzt in Deutschland wohnen. Super. .erfolgreich und sehr sympathisch. In Rumänien geht das deutsche zu ende. Was einen Johannes Reitet als Deutscher sich das anzutuen ist ehrenwert. .aber komplett sinnlos. .das ist das falsche Volk.seine politische Sprache verstehen die Rumänen nicht. Deswegen kriegen sie das was sie verdienen. Den Staubwedel er pronto.den Johannes brauchen wir aber noch für den verbleibenden Rest der deutschen Minderheit. Er soll als letzter das Licht ausmachen. .dann kommt er nach Deutschland wo ein teil seiner Familie wohnt.
  • user
    Manfred 11.11.2014 Beim 16:58
    Wenn schon vor den Wahlen das Volk nachweislich betrogen und belogen wird,braucht man nicht viel Phantasie,um sich auszumalen,was danach passiert...
  • user
    norbert 11.11.2014 Beim 16:42
    Die Rumänen verjagen sich doch von selbst. Es sterben mehr wie geboren werden. Und die Abwanderung ist stetig. Gleichzeitig nehmen die Romas stark zu.
  • user
    Hanns 11.11.2014 Beim 12:27
    Aber wegen "Wahlinteressen des falschen Doktors und seinen Genossen" verstößt der Herr Außenminister gerne und ohne Probleme gegen das Gesetz! So eine verlogene Bagage - die gehören alle endgültig verjagt!