Hoffnung auf ein Wunder

aldus-Buchhandlung und Antiquariat könnten aus dem Stadtbild verschwinden

Seit 2007 befindet sich aldus am Kronstädter Marktplatz, wobei die Buchliebhaber hier immer ein reiches Angebot fanden.

Auf Facebook war die Nachricht zu entnehmen, dass aldus aus finanziellen Gründen aus dem Stadtbild verschwinden könnte. Ein Ausverkauf wurde angekündigt, was uns die  Inhaberin des am 10. Juli 1991 von ihr gegründeten Antiquariats und Buchhandlung, Astrid Hermel auch bestätigte. „Ich hoffe immer noch auf ein Wunder“ betonte sie uns gegenüber, da die schwierige finanzielle Lage in der sie sich gegenwärtig befindet, und die seit einigen Jahren immer akuter wurde, einen Teil dieses Familienbetriebes schließen muss. Der Mangel an entsprechenden Einkünften durch den Buchverkauf, die abzugebenden Steuern, die Miete für die Räumlichkeiten, die eigene Entlohnung haben das Loch immer größer werden lassen. Dabei befindet sich Astrid Hermel in unbezahltem Urlaub, hat von ihrer Entlohnung abgesehen, die sowieso auf dem Stand des Mindestlohns steht, um so lange wie nur möglich zu überleben. Für die Monate April und Mai zeigte der Vermieter, die Honterusgemeinde, Verständnis für diese schwierige Lage und bot eine Ermäßigung der Miete von 50 Prozent an. Die am Kronstädter Marktplatz Nr. 18 befindliche Buchhandlung belegt gegenwärtig drei Räume und ein Lager, die voller Buchangebote stehen. Zu erwerben sind sowohl Neuausgaben der Hermannstädter wie auch des eigenen Verlages, aber vor allem alte Bücher, deren Besitzer alle darauf warten, den ausgehandelten Preis dafür zu kassieren.


In der fast 30-jährigen Existenz war unsere Wochenschrift ein treuer Begleiter des Familienbetriebes, berichtete über dessen Entwicklung aber auch Schwierigkeiten. Anfangs in der Apollonia-Hirscher-Straße, siedelte dieser auf den Rossmarkt Nr. 5 um. 1993 war innerhalb von aldus der Verlag, die Druckerei gegründet worden. Das Unternehmen besteht gegenwärtig aus Buchhandlung und Antiquariat, aus Verlag und Druckerei, die voneinander unabhängig sind. Astrid Hermel ist für die ersten beiden zuständig, Sohn Arthur hat in seinem Kompetenzbereich die Druckerei, und Sohn Edmond wirkt als unbezahlter Berater. Sieben Jahre entfaltete aldus dann die Tätigkeit von 2000 - 2007 im Blauen Haus, Marktplatz 17, um dann an den neuen Standort, mit Zugang ebenfalls vom Honterushof, auf Marktplatz 18 zu übersiedeln. In all diesen Jahren war aldus ein beliebter Ansprechpartner für Autoren und Buchliebhaber aus dem In- und Ausland, gleich welcher Muttersprache diese angehören. Als im Oktober 2016 das 25. Jubiläum im Gemeinderaum des Kronstädter Pfarramtes mit großer Beteiligung begangen wurde, war man voller Optimisus, obwohl sich schon Schwierigkeiten abzeichneten. Ein Jubiläumsband des Schrifstellers Mircea Brenciu würdigte dieses Ereignis. Autoren wie Gernot Nussbächer, Carmen Elisabeth Puchianu, Willi Zeidner, Alwin Zweier, Martha Copony, Walter Peter Plajer veröffentlichten da, Neuauflagen von Heinrich Wachner und Maja Philippi wurden in der Druckerei erstellt, in der Buchhandlung zum Verkauf, wie auch eigene Kalender, Illustrationen, Visitenkarten, Geschenke, Souvenirs u.v.a. angeboten. Autoren, Mitarbeiter, Freunde bekundeten nun ihre Unterstützung für aldus und Astrid Hermel, die auf das angesprochene Wunder hofft. Ein Rundschreiben an diese, an Förderer, an Forum, Kirche und Saxonia wäre vielleicht auch nicht fehl am Platze, damit dieser nun schon traditionelle Familienbetrieb doch noch weiter besteht.

 

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