Erasmus Büchercafe

Im Zeichen des 70. Jubiläums des Verbandes der Siebenbürger Sachsen

Publikationen der Heimatortsgemeinschaften in Deutschland würdigen dessen Rolle für die Gemeinschaft (IV)

Der Turm der evangelischen Kirche von Neustadt ist von Weitem im Burzenland zu sehen.

„Honigberger Heimatbrief“ (33. Ausgabe, Pfingsten 2019)
Der Fotocollage auf dem Titelblatt  der 88 Seiten im A4 Format umfassenden einmal im Jahr erscheinenden Publikation  der Heimatortsgemeinschaft Honigberg  in Deutschland ist darunter eine  passende Aussage von Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929) beigefügt „Nicht durch unser Wohnen auf dem Heimatboden, ...sondern durch ein geistiges Anhängen von vielem sind wir zu Gemeinschaft verbunden“. Sowohl das Titelblatt als auch den Inhalt des Heimatbriefes „widmen wir unserer Gemeinschaft und unserer Verbundenheit. Die Gruppenbilder machen uns deutlich, dass unsere Gemeinschaft früher sowie heute fortbesteht, wenn auch in einer anderen Form“, wird erläuternd dazu festgehalten.
Im Namen des Vorstandes heißt Adelheid Theil die Leser zur 33. Ausgabe willkommen, die im Zeichen der Begriffe Heimat und Gemeinschaft steht. „Um diese beiden Werte geht es in unserem gesamten Wirken innerhalb der Honigberger Nachbarschaft in Deutschland“, betont die Autorin. Unter diesen Zeichen stand auch das 19. Honigberger Nachbarschaftstreffen, das im Oktober  2018 in Rothenburg ob der Tauber stattgefunden hat. Im Namen des Vorstandes begrüßte  HOG-Vorsitzende Anneliese Madlo die Gäste aus nah und fern. Grußworte aus der Heimat sprach die Kuratorin der Honigberger Kirchengemeinde  Erika Popescu.  Die Predigt zum Festgottesdienst hielt Pfarrer Kurt Boltres, der ebenfalls aus der Heimat angereist war. Er setzte den Akzent vor allem auf die Zukunft unserer Gemeinschaft, auf die der Kirche. „Wir denken an das Weiterleben  und das Weiterbestehen der Kirche, der Heimatkirche  als Institution, als Gemeinschaft.  Mit unserem Bischof  werden neue Projekte ausgeklügelt, die unseren Bestand  für weitere 25 Jahre sichern sollen“, betonte er. Bei den Vorstandswahlen wurde erneut Anneliese Madlo als Vorsitzende gewählt. Als Stellvertreter stehen ihr zur Seite Klaus Knorr und Helmut Mild. Diesen wie dem gesamten Vorstand wünschen auch wir Kraft und Initiativgeist, um alle Vorhaben erfüllen zu können. Im Inhalt ist der Brief von Bischof Reinhart Guib  zu lesen, den er an die HOG-Vorsitzende richtete. Karla Kuhn und Adelheid Theil  zeichnen  Berichte vom Nachbarschaftstreffen. Nachklänge und Eindrücke zu dem gelungenen Nachbarschaftstreffen bieten Pfarrer Kurt Boltres, der Honigberger Kirchenchor, Martin Graef, Uwe Scheel. Den Bericht aus Honigberg  über die Kirchengemeinde und Burg, dem aktuellen Geschehen bietet Isabelle Ilica-Popescu. Alle Materialien sind reich illustriert, so dass man auch als Außenstehender einen zusätzlichen Eindruckvon der Veranstaltung und der guten Stimmung erhalten kann. Auch stellen sich die neugewählten Mitglieder des Vorstandes der Heimatortsgemeinschaft vor.     
Ergänzt wird die inhaltsreiche Ausgabe mit Berichten aus Deutschland, aber auch aus der Heimat.  Informiert wird über die Fachtagung in Bad Kissingen zum siebenbürgisch-sächsischen Kulturgut, über die 36. Arbeitstagung der HOG-Regionalgruppe Burzenland und dem Führungswechsel, der dabei stattgefunden hat.  Altraud Nikolaus schreibt über das Pfingsttreffen anlässlich des Heimattages in Dinkelsbühl. Die zahlreichen Trachtenträger der Honigberger HOG sind dabei zu erkennen und in den Bildern zu bewundern. Vom Klassentreffen des Jahrgangs 1958  berichtet Andreas Klees. Ausgesprochen werden Einladungen  zum Wanderwochenende  (13. - 15. September) und zum Burzenländer Musikantentreffen (20. - 22. März 2020). Mehrere  Berichte aus der Heimat zeichnet Pfarrer Kurt Boltres  über den Richt- und Sitt-Tag, über die Reise des Honigberger Chores nach Bistritz, über die Feier des Muttertages in Honigberg, über einen Gemeindeausflug  in die Unitarische Gemeinde Dersch, über das Erntedankfest in Honigberg und die Feier zum Totensonntag. Weitere Lesematerialien, Presseberichte, Familieninformationen, Spendenlisten, Briefe der Leser ergänzen diese inhaltsreiche und gut konzipierte Ausgabe des Heimatbriefes.

„Neustädter Nachrichten“ (Nr. 214, Jahrgang 62, Sommer 2019)
Aktuelles, Geschichtliches, Reiseberichte, Familieninformationen bis hin zum Rezept der Erdbeer-Rhabarber-Törtchen enthält die Sommerausgabe  des „Brief der Heimatortsgemeinschaft Neustadt bei Kronstadt“ wie die Publikation im Untertitel genannt wird.  Unter der Redaktion von Beate Schramm  ist die 64 Seiten  umfassende Ausgabe, in A4 Format, inhaltsreich und gut illustriert erschienen, und wendet sich an alle Mitglieder der Heimatortsgemeinschaft, aber auch an die, die in der Heimat leben oder sonst in der Welt verstreut sind. In seinem Vorwort zu dieser Ausgabe spricht Nachbarvater Manfred Roth ein Thema an, das sicher auch anderen Heimatortsgemeinschaften und deren Mitglieder zum Denken gibt: „Es gibt Menschen, die behaupten , die HOG habe keine Zukunft. Ich meine, die Zukunft müssen wir selber gestalten. Jeder von uns kann und sollte etwas dazu beitragen...“. Das stimmt vollkommen, denn nur durch den Beitrag jedes Einzelnen zur Existenz der Gemeinschaft, sei dieser klein oder groß, kann eine solche überleben, kann fortbestehen.  Eingeleitet wird sein Vorwort durch ein bezeichnendes Gedicht von Martin Greif (1839 – 1911) „Fremd in der Heimat“, dessen Wortlaut wir wiedergeben, und das sicher so manchen Besucher der Heimat voll anspricht: „In der Heimat war ich wieder,/alles hab ich mir besehen,/als ein Fremder auf und nieder,/mußt‘ ich in den Straßen gehen.//Nur im Friedhof fern alleine,/hab‘ ich manchen Freund erkannt/und bei einem Leichensteine, fühlt‘ ich eine leise Hand.“
Auch Beate Schramm  schreibt in ihrem Reisebericht „Vergangenheit und Gegenwart in meinem Heimatort Neustadt“ über Erinnerungen, die ihr ihm Gedächtnis geblieben sind als sie 1987  in den Jahren des Kommunismus auswanderte, und stellt Vergleiche an mit dem heutigen Neustadt, den Transformationen die man nun sehen kann, obwohl nicht alle zum Besten ausgefallen sind. Heidrun Martini  berichtet über den „Geschworenen Montag“ der am 19. Januar 2019 begangen wurde, Christel Bruss  berichtet über das Klassentreffen des Jahrgangs 1979 der Grundschule in Neustadt, Gerhard Schuster schreibt über die Chiemsee-Radtour 2019, Renate Götz über das Pfingsttreffen. Alle Berichte sind reich illustriert, die Fotos haben manchmal mehr Aussagekraft als lange Texte.
Ausführlich ist der 3. Teil des Reiseberichtes von Pfarrer Uwe Seidner bei evangelischen Glaubensgeschwistern entlang der Seidenstraße. Mit gleichem Inte-resse ist der Reisebericht von Johanna Schramm, „auf die andere Seite der Welt“ bzw. nach Neu-seeland, Malaysia, Singapur, Myanmar, Bangkok, Qatar, von ihr auch sehr gut illustriert, aufzunehmen. Roland Römers  führt den Leser in seine Gedächtnisexpedition  ins Himalaya-Gebirge 2017.
Über die Einreihung von Studenten in Wien in die Waffen-SS schreibt Dr. Michael Kroner, eine Studie, die in unserer Wochenschrift veröffentlicht worden ist. Die Erinnerungen von Heinrich Kasper über seine Flucht während der Deportation aus dem Lager Nikanor, die unser Redaktionskollege Ralf Sudrigian aufgezeichnet hat und  Anfang dieses Jahres in der KR erschienen sind, kann man ebenfalls nachlesen.  Weitere Kurzberichte, Familieninformationen, Geburtstagsgrüße runden die Sommerausgabe  der „Neustädter Nachrichten“  bestens ab.

 

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