Wichtiger Beitrag zum Zusammenhalt der jeweiligen Burzenländer Gemeindebewohner

Heimatblätter weiterhin ein Bindeglied des gegenseitigen Meinungsaustauschs und der Unterstützung (I)

Wiederholt haben wir auf die wichtige Rolle der Publikationen der Burzenländer Heimatortsgemeinschaften in Deutschland hingewiesen, die das Zusammengehörigkeitsgefühl der jeweiligen Ortsbewohner, gleich ob diese auf den verschiedenen Breitengraden der Welt oder in der ehemaligen Heimat  leben, stärken.

Dass auch die Vorstände der Heimatortsgemeinschaften  von dieser wichtigen Rolle der Publikationen überzeugt sind, ist auch aus der Tatsache ersichtlich, dass  sie den eigenen Publikationen immer mehr Beachtung schenken. Und das nicht nur inhaltlich, sondern auch was die Gestaltung und Grafik dieser Heimatblätter betrifft. Feststellbar ist dieses oft von einem Erscheinungstermin zum anderen, wenn diese bedeutend stärker an Seitenzahl sind oder eine neue grafische Gestaltung aufweisen, in Farbdruck erscheinen, was praktisch nun bei fast allen der Fall ist.

Da auch unsere Leser am Inhalt dieser Publikationen, die auch als Beiträge zu den Ortschroniken gewertet werden müssen, großes Interesse zeigen, setzen wir deren Vorstellung konsequent fort, um auf die wichtigsten Beiträge aus diesen aufmerksam zu machen. Die zu Weihnachten und der Jahreswende in unserer Redaktion eingetroffenen Heimatblätter bieten Rückblick und Vorschau auf die wichtigsten Ereignisse in der Gemeinschaft, beinhalten Zukunftsaussichten der HOGs, der Rolle und dem Interesse der Jugend an diesen.

„Briefe aus Brenndorf“
(37. Jahrgang, 74. Folge, Weihnachten 2012)

Ausgehend von den Worten des Philosophen und Theologen Martin Buber „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ spricht Dekan i.R. Hermann Schuller  beim elften Nachbarschaftstag der Brenndorfer – September 2012 – Probleme an, die viele der ausgesiedelten oder hiergebliebenen Ortsbewohner aller Gemeinschaften beschäftigen: „Begegnungen sind von Erinnerungen geprägt, die ganz unterschiedlich sein können. Da findet Erfahrungsaustausch statt. Das haben Sie in den zurückliegenden Jahren sehr intensiv erfahren.

Vor allem die Erlebnisgeneration der Auswanderung weiß um die ganze Breite  tiefgehender Empfindungen über die Vergangenheit. Erinnerungen können von Freude und Dank getragen sein, waren aber nicht immer nur von Erfolgserlebnissen erfüllt“, wird darin unterstrichen. Auch stellt sich die Frage nach einer „Orientierung, in der wir Halt gewinnen können, wo Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden werden können und zu einem gelingenden Leben führt“. Es sind Gedanken und Fragen, die immer noch nicht zufriedenstellende Antworten erhalten haben, doch zum Nachdenken anregen.

Die informationsreiche Ausgabe  bezieht sich weiter auf die Ehrung mehrerer Musikanten zu ihrer Verabschiedung im Rahmen des erwähnten Treffens, der Teilnahme der Brenndörfer am Heimattag in Dinkelsbühl, richtet auch schon die Einladung zum diesjährigen Treffen der Brenndörfer am 19. Oktober 2013, das in „Bettina’s“ Restaurant in Vaterstetten bei München stattfinden wird. Auch wird die neu eröffnete Gaststätte in einem weiteren Beitrag vorgestellt.
 Aus der Heimatgemeinde Brenndorf/Bod wird über die Kirchenrenovierung informiert, die voraussichtlich im Frühjahr beginnt sowie über die Wiederwahl von Paul Cernat als Bürgermeister der Gemeinde.

„Wir Heldsdörfer“
(Ausgabe Nr. 107, Weihnachten 2012)

Nachbarvater Hartfried Depner spricht in seinem Vorwort auch Dinge an, die zum Nachdenken anregen sollen. „Leider verspürt man unter einigen unserer Landsleute Geschichts- und Heimatverdrossenheit.  Manche wollen mit der ‘alten Heimat’ abgeschlossen haben und stellen auch Sinn und Zweck unserer aktuellen Begegnungen  sowie die Arbeit  unserer Vereine, ja sogar den Erhalt unserer sächsischen Mundart in Frage, um vermeintlich der nächsten Generation die Assimilation  auf der Straße und in der Schule zu erleichtern“, betont er.


Klar ist, dass vor allem die junge Generation, vor allem jene, die im Ausland geboren wurden, eine andere Pflege der von ihren Eltern oder Großeltern mitgebrachten Bräuche und Sitten einführen werden, und den Herkunftsort vielleicht mehr als touristisches Ziel betrachten werden.

Aufschlussreich ist das von Dr. Heiner Depner, erster Vorsitzender der HOG und Redaktionsleiter, geführte Gespräch mit Pfarrer  Andreas Hartig über die evangelisch-sächsische Gemeinschaft von Heldsdorf/Hălchiu. Mit Interesse sind die Dokumentation von Karl-Heinz Brenndörfer zu dem Heldsdörfer Volksbad, die Berichte über die Teilnahme am Heimattag in Dinkelsbühl, über den Segeltripp  der Jugend, über die verschiedenen Treffen der Heldsdörfer, sowie Nachrichten aus der Heimat, Familienereignisse, Reiseerlebnisse u.a. zu lesen.

Dass gebürtige Heldsdörfer es auch zu international anerkannten Persönlichkeiten bringen, ist dem Bericht über Otto Theodor Iancu (Jahrgang 1954) zu entnehmen, der Iancu als  Präsidenten der Deutsch-Französischen Hochschule mit dem Sitz in Saarbrücken vorstellt. Wenig bekannt sind die Veranstaltungen der „Deutschen Volksgruppe“  vor 70 Jahren auf dem Hof der Schwarzen Kirche, an die sich nun Wilgerd Nagy erinnert und diese niederschrieb. Der Vorstand richtet auch die Einladung zum 12. Heldsdörfer Treffen, das vom 31. Mai bis 2. Juni l.J. in Friedrichroda stattfindet und sicher, außer dem geselligen Teil auch durch inhaltrsreiche Aussprachen gekennzeichnet werden wird. Die fast 80 Seiten starke Publikation bietet viel Information  für alle Heldsdörfer, gleich auf welchen Breitengraden diese nun leben.

„Nußblatt“
(Nr. 25, Weihnachten 2012)


Eingeleitet wird diese Jubiläumsausgabe vom Schriftleiter dieser Publikation Georg Teutsch, der einen Rückblick zum Entstehen der Nußbacher Heimatortsgemeinschaft und deren Publikation bietet, die nun seit 25 Jahren erscheint und für die Nußbächer einen wichtigen Wegweiser bildet. Auch Nachbarvater Harald Zelgy bietet eine Rückblick auf das verflossene Jahr 2012, das „ruhiger und  und für uns arm an Veranstaltungen war“, erinnert dabei an die Verstorbenen, an den frühen Tod von Dipl-Ing. Georg Franz, der außer seiner beruflichen Laufbahn im Bereich der Landwirtschaft, Leiter des Ortsforums war, auch leitende Funktion im Rahmen des Kreisforums, in der Saxonia-Stiftung ausgeübt hat.

Im Inhalt dieser Ausgabe ist auch der Nachruf auf Georg Franz veröffentlicht worden, den Karl-Arthur Ehrmann, Geschäftsführer der Saxonia-Stiftung, in unserer Wochenschrift gezeichnet hat. Ebenfalls ein Nachruf ist in dem Heimatbrief zu lesen, der von Georg Teutsch verfasst wurde und dem Altnachbarvater und Ehrenvorsitzenden  der HOG Nußbach, Johann Roth, gewidmet ist,  der im Vorjahr im Alter von 73 Jahren unerwartet gestorben ist.

Im weiteren Inhalt der Publikation bietet Pfarrer Helmut Otto Reich eine Auslegung der Bedeutung der Jahreslosung für 2013: „Denn wir haben  hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Der Predigttext am Erntedankfest, gehalten in Nußbach am 28. Oktober 2012 von Pfarrer Andras Pal, ist auch von allen Nußbächern nun zu lesen, in dem er das Problem der Verantwortung anspricht: „Denn wenn wir Gottes gute Gaben dankbar annehmen und genießen, dann gehört zu Dank und Genuss auch die Verantwortung. Verantwortung der Geschöpfe untereinander.“

Eine ausführliche Dokumentation zum hundertjährigen Bestehen der Schule von Nußbach/Măieruş bietet Christian Zelgy mit Ereignissen und Fakten aus der Existenz dieser Lehranstalt, die für viele  andere deutschen Schulen aus dem Burzenland kennzeichnend waren. Altraut Zelgy zeichnet Erinnerungen an die Tätigkeit des evangelischen Frauenvereins Nußbach.

Nachbarvater Harald Zelgy richtet die Einladung an alle Nußbächer zum Fest der Begegnung 2013 ,das vom 31. August bis 1. September im Evangelischen Bildungszentrum in Hesselberg bei Dinkelsbühl stattfinden wird.

(Fortsetzung folgt)