Erstmals Sibiu Pride

Filme, Webinare, Theater und Beratung für LGBTQ+ und Interessenten

„Mein wunderbares West-Berlin“ beschreibt das Leben von Schwulen im Westteil der Stadt, von Kriegsende bis zum Mauerfall. Foto: die Veranstalter

Die erste Auflage des Kulturfestivals LGBTQ+ SIBIU PRIDE findet von Donnerstag  bis Samstag im Online-Format statt. Thema dieses ersten öffentlichen Kontaktes der LGBTQ+-Gemeinschaft (LGBTQ+ steht dabei für Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transsexuell und Intersexuell) mit dem Publikum ist die globale HIV-Epidemie, die seit Jahrzehnten jährlich rund eine Million Opfer fordert.

 Das Festival veranstalten der Verein Pride România mit der Unterstützung der Filmregisseurin und -Produzentin Ana Dumitrescu, BarProd, Sens Pozitiv, und InformatHIV und der finanziellen Unterstützung der Botschaft der Republik Frankreich in Bukarest und des Französischen Institutes in Rumänien, des Konsulates der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt, dem Deutschen Kulturzentrum Klausenburg/Cluj-Napoca, des Rumänischen Verbandes gegen AIDS, Checkpoint ARAS Bukarest sowie des Black Sea Trust for Regional Cooperation.

Zur Veranstaltung des erstmalig stattfindenden Kulturfestivals LGBTQ+ SIBIU PRIDE äußerte sich der Konsul der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt Hans E. Tischler, der mittels einer Pressemitteilung erklärte, dass die „Veranstalter und deren Partner damit den festen Willen zeigen, eine gemeinsame komplexe Kulturveranstaltung zu organisieren und damit ein einheitliches Bekenntnis für eine pluralistische, offene Hermannstädter Gemeinschaft ablegen. Es handelt sich um eine Veranstaltung, bei der kritisches Theater, erfolgreiche Filme und Aufklärungs-Webinare eine gemeinsame Präsentationsplattform finden, mit der die Organisatoren bei einem breiten Publikum für Verständnis und Sichtbarkeit werben möchten. Gemeinsam mit Partnern aus Frankreich und Großbritannien unterstützen das Deutsche Konsulat Hermannstadt und das Deutsche Kulturzentrum in Klausenburg dieses Festival durch Filmbeiträge, um so ein Zeichen für Toleranz und Anerkennung zu setzen.

Das Konsulat hat sich seit jeher für die Rechte und Bedürfnisse von Minderheiten eingesetzt, da dies zu den fundamentalen Werten der EU gehört. Ausgrenzung und Diskriminierung dürfen in einer pluralistischen Gesellschaft in einem freien Europa keinen Platz finden. Umso mehr freut sich das Deutsche Konsulat in Hermannstadt, wie auch seine französischen und britischen Partner, das Festival durch die Präsentation des deutschen, lehrreichen wie autobiografisch angehauchten, dokumentarischen Films „Mein wunderbares West-Berlin“ des weithin geachteten Regisseurs Jochen Hick zu unterstützen.

Die Bundesregierung wendet sich gegen jede Benachteiligung aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität und verurteilt jede Form von Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTQ+-Personen. Vielmehr setzt sie sich konsequent für ein gutes Miteinander und eine offene Gesellschaft ein, in der alle gleichberechtigt und geachtet ihren Platz finden“ so der Konsul Hans E. Tischler.

Die Veranstalter des Kulturfestivals laden alle Mitglieder und Freunde der LGBTQ+-Gemeinschaft sowie Interessenten aus dem In- und Ausland ein, dem Online-Stream zu folgen, der am Donnerstag um 12 Uhr mit der Ausstrahlung des Films „Le Temps de la Lumière“ (Regie Ana Dumitrescu) beginnt und einen Einstieg in das Webinar „Das Stigma tötet“ mit Alina Dumitriu, Geschäftsführerin des Vereins Sens Pozitiv, bietet.

Ein weiteres Webinar bietet einen Einblick in die LGBT-Kinematographie aus dem Gesichtspunkt der Jugendlichen, der Film „Mein wunderbares West-Berlin“ ist um 21.30 Uhr zu sehen.

Weitere Höhepunkte sind am Freitag und am Samstag die Webinare „HIV und der Arbeitsplatz“ der Psychotherapeutin Monica Dan, die „Vorbeugungs- und Untersuchungsmethoden auf HIV und Geschlechtskrankheiten“ mit dem ARAS-Projektmanager Mihai Lixandru oder „HIV heute“.

Außerdem haben die Interessenten die Möglichkeit, sich an den drei Festivaltagen am ARAS-Standort im Club Delirio in der Matei-Millo-Straße 1 anonym, vertraulich und kostenlos auf HIV, Hepatitis B, Hepatitis C und Syphilis testen zu lassen, wobei die Untersuchungsergebnisse auf der Stelle verfügbar sind. Die Organisatoren bieten hier Beratung und Maske, Schutzhandschuhe und eine Flasche Handdesinfektionsmittel.

Die Untersuchungen werden am Donnerstag zwischen 18 und 21.30 Uhr, am Freitag zwischen 12 und 14 sowie 16 und 19 Uhr und am Samstag zwischen 12 und 14 Uhr durchgeführt. Die Interessenten werden gebeten, im Voraus einen Termin unter der Telefonnummer 0751-010539 zu vereinbaren. Weitere Informationen stehen unter der Seite  facebook.com/sibiupride zur Verfügung.

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