Bei den „Großeltern“ zu Gast

Schüler besuchten Altenheimbewohner

Jung und Alt kamen im privaten Altenheim „Casa Bunicilor“ zusammen, um zu basteln und eine schöne Zeit zu verbringen. Foto: Dietlinde Huhn

Großsanktnikolaus (ADZ) - Seit vier Jahren besuchen in der Vorweihnachtszeit einige Schüler der deutschen Abteilung an der „Nestor Oprean“-Allgemeinschule in Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare die Bewohner des privaten Altenheims „Casa Bunicilor” (deutsch: Haus der Großeltern). Diese Schüler, mittler-weile zu Jugendlichen herangewachsen, sind alle aktive oder ehemalige Mitglieder der deutschen Tanzgruppe des Ortsforums Großsanktnikolaus. Auch in diesem Jahr statteten die Teenager den „Großeltern“ einen Besuch ab. Dabei wurden sie von der Deutschlehrerin und Forumsvorsitzenden Dietlinde Huhn begleitet.

Der Altenheimbesuch besteht nicht einfach nur im Singen von bekannten Weihnachts- oder Winterliedern, sondern jedesmal legt man sich auch auf ein Thema fest, das mit dieser Jahres-und Festzeit in Verbindung steht. Dieses Jahr beschlossen die Jugendlichen, mit den Bewohnern zusammen zu basteln. Die Idee dazu wurde schon im Oktober besprochen – ein zusätzlicher Beweis dafür, wie wichtig den jungen Menschen diese Besuche sind. Sie hatten sich noch vor dem Besuch in kleinen Gruppen zusammengesetzt, sich mit viel Fantasie Zimmer- und Baumschmuck ausgedacht und dessen Herstellung sogar geprobt. Auch originelle Weihnachtskarten für jeden einzelnen Heimbewohner hatten sie vorher schon zu Hause angefertigt. Um nicht mit leeren Händen bei den „Großeltern“ anzukommen, hatten sie einen Tag vor dem eigentlichen Besuch, ebenfalls in kleinen Gruppen, Plätzchen gebacken, so wie sie es bei den alljährlichen Backseminaren beim Forum gesehen und erprobt hatten. Sie überboten sich im Dekorieren ihrer Backerzeugnisse und boten sie persönlich jedem einzelnen Heimbewohner an. Dabei vergaßen sie auch jene Senioren nicht, die ihr Bett nicht (mehr) verlassen können. Einige waren nicht mehr imstande, ihren Dank auszudrücken, doch ein Händedruck sagte mehr als Worte aus. 

Das gemeinsame Basteln lief etwas zaghaft an und es war nicht leicht, die Senioren aus ihrer Zuschauerrolle herauszulocken. Umso größer war die Freude und letztendlich auch die Genugtuung beiderseits, als man zu einer Zusammenarbeit gelangte. Wie selbstverständlich passend zu dieser Atmosphäre stimmten mal die Bastelnden, mal die weiterhin rundum sitzenden Senioren bekannte Weihnachtslieder an. Das Familiäre des Treffens wurde in all den Jahren auch dadurch verstärkt, dass sowohl unter den Senioren, als auch unter den Jugendlichen Sprechende verschiedener Muttersprachen sind. Erstaunen und Freude ist eindeutig sichtbar, wenn die Senioren in ihrer Muttersprache angesprochen werden.

Es war auch heuer schwierig, die Begegnung zu beenden. Nur, als die Köchin schon langsam ungeduldig wurde, weil die Mittagzeit da war, suchte man für all das Gebastelte den entsprechenden Platz im Heim. Man verabschiedete sich und jede Gruppe blieb mit einer ähnlichen Schlussfolgerung: die Senioren, dass ja doch nicht alle Jugendlichen handyabhängig sind, und die Schüler, dass der Umgang mit den Senioren nicht nur gewöhnungsbedürftig und schwierig, sondern auch sehr lehrreich sein und Spaß machen kann.

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