In Erinnerung an Rolf Bossert

Reschitza (ADZ) - Als Vorbote der diesjährigen „Deutschen Literaturtage in Reschitza“ organisierte man im Hof des Deutschen „Alexander Tietz“-Zentrums am ersten Tag des Septembers ein Gedenken an den Schriftsteller Rolf Bossert. Dafür wurde eine kleine Dokumentationsausstellung aus den Beständen der Reschitzaer deutschen Kulturstätte organisiert, während der Gastgeber des Hauses über dessen Leben und Werk sprach. Es folgte eine Lektüre aus Bosserts dichterischem Werk auf Deutsch durch Erwin Josef Țigla und auf Rumänisch durch Dr. Dana Antoaneta Bălănescu.

Rolf Bossert, geboren am 16. Dezember 1952, absolvierte die Allgemeinschule und das Lyzeum (1959 - 1971) in seiner Geburtsstadt Reschitza. Er ging nach Bukarest zur Universität, wo er Deutsch und Englisch studierte (1971 - 1975). In den ersten Jahren nach dem Abschluss war er als Deutschlehrer in Bușteni/ Prahova tätig. Anschließend wirkte er als Kulturinstrukteur innerhalb des „Friedrich Schiller“-Kulturhauses in Bukarest (1979 - 1981). 1981 war er Buchredakteur beim „Meridiane“-Verlag in der Hauptstadt und ab 1982 auch des „Kriterion“-Verlags.

1984 reicht Rolf Bossert die Akten für die Auswanderung ein – ein Schreib- und Publizierungsverbot wird ihm verhängt. Im Dezember 1985 wandert er nach Deutschland aus. Zwei Monate später, am 17. Februar 1986, stirbt er durch Freitod in Frankfurt am Main.

Rolf Bossert debütierte 1971 als Dichter in der „Neuen Literatur“/Bukarest. 1979 erschien sein Debütband „siebensachen“. Ab 1972 war er Mitglied der Aktionsgruppe Banat. 1982 bekam er den Jahrespreis des „Adam Müller-Guttenbrunn“-Literaturkreises Temeswar. Bossert ist Träger des Preises des Rumänischen Schriftstellerverbandes für die Übersetzung Gellu Naums ins Deutsche. Am 10. Februar 2011 wurde ihm post mortem die Ehrenbürgerschaft der Stadt Reschitza verliehen.

Geschätzt für seine zehn Eigenbände (davon sechs posthum), drei Übersetzungsbände und zahlreiche Veröffentlichungen in verschiedenen Publikationen und Bänden im In- und Ausland, bleibt Rolf Bossert der bekannteste deutsche Literat des Banater Berglands der letzten Jahrzehnte des XX. Jahrhunderts.

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