Österreichische Künstler beim Theaterfestival in Hermannstadt

Bukarest/Hermannstadt - Noch bis Sonntag findet das Internationale Theaterfestival Hermannstadt statt – dieses Jahr kann den Darbietungen von Künstlern und Künstlerinnen aus fünf Kontinenten online beigewohnt werden. Am 21. Juni, dem letzten Tag des Festivals, präsentiert das Österreichische Kulturforum Bukarest zwei Stücke: Gemäß dem diesjährigen Motto „puterea de a crede / #empowered“ stellen sie beide, mit unterschiedlichen Mitteln, eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Konzept „Glaube“ in der heutigen Welt dar:

„Neo Dervish“ von Ziya Azazi, ein Stück zeitgenössischen Tanzes in der Tradition der Derwische: Zu den Klängen der Flöte Ney, einem der ältesten noch gespielten Instrumenten der Welt, aber auch elektronischer Musik, erfährt der hypnotische Tanz der Derwische eine Neuinterpretation. Das Stück zeichnet sich durch tiefe Intensität aus – bereits 2015 ließ der österreichisch-türkische Choreograph und Performer Azazi dem Publikum in Hermannstadt den Atem stocken.

Das Abschlussstück der diesjährigen Ausgabe des Festivals ist „Der Messias“: 1789 „übersetzte“ Wolfgang Amadeus Mozart das Oratorium von Georg Friedrich Händel ins Deutsche – wobei er dem Original nicht treu blieb, sondern, wie Dirigent Marc Minkowski es ausdrückte, „mehr Licht hinzufügte – als hätte van Gogh die Mona Lisa neu gemalt“. Das Stück wird aufgeführt vom Ensemble „Les Musiciens du Louvre“ und dem Philharmonia Chor Wien, für die minimalistische Bühnenkonzeption zeichnet der Brite Robert Wilson, ein dem rumänischen Publikum wohlbekannter Star der Theater- und Opernregie, verantwortlich. Beide Stücke sind auf der Homepage des Festivals zu sehen: sibfest.ro.