Rumänien europaweit am meisten von Tuberkulose bedroht

Hermannstadt ist national fünftbester Behandlungsstandort

Hermannstadt – Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit, nächtliche Schweißausbrüche, mehr als zwei bis drei Wochen anhaltender Reizhusten mit Brustschmerzen und blutigem Auswurf als möglicher Begleiterscheinung, Schwellungen am Hals, in den Achselhöhlen oder dem Unterbauch, allgemein unruhiges Befinden und besorgniserregende Dauermüdigkeit sind Symptome, die nicht nur von einer möglichen Infektion mit SARS-CoV-2 ausgehen, sondern auch Rückschluss auf Erkrankung an Tuberkulose (Tbc) geben können. Weltweit werden etwa zehn Millionen neue Tbc-Patienten jährlich registriert, was mit bis zu eineinhalb Millionen Todesfällen einhergeht, die meisten davon in der Dritten Welt. Und das, obwohl Robert Koch am 24. März 1882 freudig verkündete, das Tbc-erregende Bakterium entdeckt zu haben.

Hundert Jahre nach der medizinisch revolutionären Entdeckung durch den Forscher Robert Koch erklärte die Internationale Union gegen Tbc und Lungenkrankheiten (IUATLD) den 24. März zum Welttuberkulosetag. Seit 1996 schließlich ist er auch im Kalender der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermerkt. Obwohl das globale Ergreifen von schützenden Maßnahmen in den letzten zwanzig Jahren mehr als sechzig Millionen Menschenleben gerettet hat, zählt die Tbc überall auf der Welt noch immer zu den tödlichsten Krankheiten. 

Die WHO schätzt, dass gut ein Viertel der Weltbevölkerung Träger des Tbc-Erregers ist und davon betroffene Personen ganz besonders in Augenblicken geschwächter Immunität unter erhöhtem Risiko eines Krankheitsausbruchs stehen. „Darum ist es sehr wichtig, dass wir auch und gerade unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie, wo die öffentliche Aufmerksamkeit fast nur noch auf das Virus SARS-CoV-2 fokussiert ist, nicht nachlassen, die chronischen Krankheiten einschließlich der Tuberkulose zu diagnostizieren und behandeln“, so Dr. Lavinia Danciu, Chefärztin an der Abteilung für Lungenkrankheiten des Kreiskrankenhauses Hermannstadt/Sibiu.

Im Kalenderjahr 2020 wurden in Hermannstadt 214 Patienten mit Verdacht auf Tuberkulose stationär behandelt und 715 Patienten bakteriologisch auf meldepflichtige Infektion mit Tbc untersucht, davon 619 auch mit Röntgenbild. Kopfzerbrechen bereitet noch immer die gegen alle gängigen medikamentösen Behandlungen resistente MDR-TB, von der 2019 im Kreis Hermannstadt zwölf Patienten befallen waren.

Stellvertretend für Cristian Roman (PNL), der seit Anfang März als Staatssekretär im Ministerium für Europäische Investitionen und Projekte unter Cristian Ghinea (Bündnis USR-PLUS) tätig und dafür nur auf Zeit aus seinem Vertrag als Geschäftsführer der Abteilung für Lungenkrankheiten des Kreiskrankenhauses Hermannstadt ausgestiegen ist (die ADZ berichtete), wurde Lenuța-Alina Graur, Chefbuchhalterin derselben Krankenhaus-Abteilung, zur interimistischen Geschäftsführerin bestimmt.

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