Ungarn betreibt Entwicklungshilfe in Rumänien

Gelder aus Budapest unterstützen einheimische Bauwirtschaft

Großwardein (ADZ) – Bei einem Treffen in Großwardein/Oradea mit den Würdenträgern der ungarischen Glaubensgemeinschaften in Siebenbürgen und einigen ranghohen Vertretern des Ungarnverbands (UDMR) sagte der für Kultus- und Minderheitenfragen zuständige Budapester Staatssekretär Miklós Soltész, dass seine Regierung ihr Engagement in Siebenbürgen fortsetzen und weiterhin gemeinschaftsfördernde Vorhaben finanzieren werde. Soltész teilte mit, dass Ungarn 9,33 Millionen Euro für die Instandsetzung von 262 Kirchen der ungarischen Minderheit in Rumänien zur Verfügung stellen werde, pro Pfarrei können bis zu 42.000 Euro beantragt werden. Das Programm solle nicht nur der Glaubenspflege und dem Erhalt der ungarischen Kultur dienen, sondern es helfe direkt auch der rumänischen Wirtschaft, weil alle Sanierungsarbeiten von hiesigen Bauunternehmen durchgeführt werden sollen, setzte der Budapester Regierungsvertreter fort.

Einer ungarischen Presseagentur sagte er ferner, dass die Covid-19-Massenimpfung in Rumänien und vor allem im Szeklerland für die Wiederaufnahme des Tourismus von grundlegender Bedeutung sei. Der Wille, sich impfen zu lassen, müsse in den siebenbürgisch-ungarischen Gemeinschaften deutlich steigen, sonst werden keine Besuche aus dem Nachbarland möglich sein. Ungarns Regierung sei froh darüber, dass der UDMR an der Koalitionsregierung in Bukarest beteiligt ist, weil sich dadurch tagesaktuelle Probleme in Siebenbürgen besser lösen ließen und sich die rumänisch-ungarischen Beziehungen besser fortentwickeln. Der Wunsch, bessere Beziehungen zwischen beiden Ländern zu pflegen, sei seit Jahren unerfüllt. Man müsse als Beispiel jene Beziehungen haben, die mittlerweile Ungarn zu seinen südlichen Nachbarn Serbien, Kroatien und Slowenien, aber auch zur Slowakei aufgebaut habe.

Für die Unterstützung aus Budapest bedankten sich bei dem Großwardeiner Treffen der römisch-katholische Erzbischof von Karlsburg/Alba Iulia, Gergely Kovács, aber auch der Bukarester Umweltminister Barna Tánczos. Es sei erfreulich, dass die ungarische Regierung ihr Förderprogramm für Siebenbürgen ausweite und sich nach dem Bau von Krippen und Kindergärten nun auch der wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Förderung von Kultur und Sport widme, sagte Tánczos. Der Ungarnverband werde sich weiterhin für die institutionelle Stärkung der historischen Kirchen Siebenbürgens sowie für den Erhalt ihres materiellen Erbes einsetzen.
 

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